Größte Wasserstoff-Region im Süden Deutschlands

HyAllgäu-Bodensee: Die Region will 2024 mit der Produktion von Wasserstoff starten

Das Allgäu will 2024 mit der Produktion von Wasserstoff starten.

Das Allgäu will 2024 mit der Produktion von Wasserstoff starten.

Bild: Fabian Sommer

Das Allgäu will 2024 mit der Produktion von Wasserstoff starten.

Bild: Fabian Sommer

2024 soll im Allgäu die Produktion von grünem Wasserstoff Fahrt aufnehmen. Dazu wurde nun das Projekt HyAllgäu-Bodensee gestartet. Aber was ist das eigentlich?
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
17.05.2022 | Stand: 11:24 Uhr

Das Allgäu und die Bodensee-Region wollen klimafreundliche Wasserstoffanwendungen vom Busverkehr bis zur Bodenseeschifffahrt verknüpfen, um einem neuen grünen Absatzmarkt aufzubauen. Dazu wurde nun das Projekt unter dem Titel HyAllgäu-Bodensee gestartet mit dem Ziel, mit regionaler regionaler Wertschöpfung Klimaschutz zu erreichen, heißt es in einer Pressemitteilung von HyExperts, die mehrere Allgäuer Landratsämter am Dienstagvormittag verschickt haben.

Wann will das Allgäu mit der Wasserstoff-Produktion beginnen?

Bereits 2024 soll demnach im Allgäu die Produktion von grünem Wasserstoff Fahrt aufnehmen. Das Projekt verzahnt die Aktivitäten in der Region, stößt neue Ideen an und entwickelt daraus einen integriertes Umsetzungskonzept, das Produktion, Anwendung, Transport und Speicherung des klimafreundlichen Energieträgers zusammenführt. Der Start der Konzeptphase ist verbunden mit einem Aufruf zur Beteiligung, der insbesondere an Unternehmen und den heimischen Mittelstand gerichtet ist.

Wer hat die Federführung beim Projekt HyAllgäu-Bodensee?

„Wasserstoff macht Klimaschutz zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Wir können vor Ort grünen Wasserstoff produzieren und nutzen", sagt Elmar Stegmann, Landrat im Landkreis Lindau. Mit diesem Ziel arbeiteten Unternehmen und Verwaltungen der Region zusammen. Stegmann übernimmt übrigens die Federführung im Projekt HyAllgäu-Bodensee.

„Wir rufen alle Unternehmen, die an der Wasserstoffzukunft hier vor Ort mitgestalten möchten, dazu auf, sich einzubringen", sagt der Landrat weiter. Diese Aktivitäten wolle man in größerem Kontext zusammenbringen und mit weiteren Ideen und Projekten verbinden - vom Bodensee durchs Allgäu bis nach Fuchstal. Man sehe sich hier ein wenig als Pionier. "Unterm Strich wollen wir die größte verzahnte Wasserstoffregion im Süden Deutschlands aufbauen.“

So sollen die Wasserstoff-Anlagen funktionieren.
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Bild: stb

Wer macht bei HyAllgäu-Bodensee mit?

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Das Projektgebiet umfasst zehn sogenannte Gebietskörperschaften in Bayern und Baden-Württemberg - und damit eine Fläche von rund 4.800 km2 mit etwa 800.000 Einwohnern. Mit an Bord seien viele kommunale und privatwirtschaftliche Unternehmen aus der Region, Stadtwerke, Energieversorgungs- und Entsorgungsbetriebe, Transport- und Logistikunternehmen und Schifffahrtsbetriebe sowie Hochschulen. Weitere sollen hinzukommen und mit ihren Ideen das Konzept bereichern.

In den zwölf Monaten Projektlaufzeit wird nach Angaben von HyExperts die Wasserstoff-Wertschöpfungskette für die Region aufgefädelt: Produktion, Transport, Lagerung und Anwendung. Dazu sollen von der Bodenseeschifffahrt über die Nahwärme bis zur Logistik die Wasserstoffprojekte der Region ineinandergreifen. Zudem sollen weitere Produktionswege und -kapazitäten betrachtet werden.

Wofür soll Wasserstoff in der Region genutzt werden?

Genutzt wird das klimafreundliche Gas dann zunächst mit dem Schwerpunkt Mobilität, beispielsweise als Treibstoff für den Busverkehr. So sind in der Region derzeit über 400 konventionell angetrieben Busse im Einsatz, die umgestellt werden sollen. Wasserstoffbusse sind hier eine der möglichen Alternativen.

Weitere Gebiete sind klimafreundliche Binnen-Passagierschiffe und Nutzfahrzeuge der Nah- und Fernlogistik. Als Energieträger soll der Wasserstoff auch die Kopplung von Strom, Mobilität und Wärme ermöglichen. Außerdem soll das regionale Angebot an Wasserstofftankstellen und weiterer Logistik zur Bereitstellung ausgebaut werden.

Was soll mit HyAllgäu-Bodensee untersucht werden?

Mit HyAllgäu-Bodensee soll laut Mitteilung untersucht werden, wie ein Absatzmarkt für grünen Wasserstoff in der ländlich geprägten Region mit mehreren urbanen Zentren aufgebaut werden und mit kurzen Lieferketten und effizienten Prozessen zu hoher regionaler Wertschöpfungstiefe beitragen kann. Die Entwicklung des Konzepts wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.

„Wasserstoff ist die vielseitigste klimafreundliche Energieform, die wir haben", sagt Alexander Gehling, Programm Manager im NIP und Koordinator der HyLand Regionenförderung der NOW, die das Förderprogramm im Auftrag des BMDV koordiniert. Wer heute bei klimafreundlichen Lösungen zögert, stehe in wenigen Jahren mit leeren Händen da. Der Süden Deutschlands werde aber nun nahtlos an die bisherigen, vielversprechenden Ergebnisse aus der ersten HyLand-Runde anknüpfen.

Philipp Irber (links), Manager für ÖPNV, Mobilität und Klimaschutz im Landkreis Lindau (Bodensee), nahm den HyExperts-Förderbescheid von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing entgegen.
Philipp Irber (links), Manager für ÖPNV, Mobilität und Klimaschutz im Landkreis Lindau (Bodensee), nahm den HyExperts-Förderbescheid von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing entgegen.
Bild: Franz Josef Brück, HyExperts

Um das Konzept einschließlich Machbarkeitsstudie auszuarbeiten, wurde ein Konsortium aus Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST), BBH Consulting AG (BBHC) und motum GmbH beauftragt. Das Ergebnis wird im April 2023 erwartet.

Was ist HyAllgäu-Bodensee?

HyAllgäu-Bodensee baut unter der Federführung des Landkreises Lindau auf dem HyStarter-Projekt „Wasserstoffregion Ostallgäu“ auf und schlägt eine Brücke zum HyExperts-Projekt „HyAllgäu“ des Landkreises Oberallgäu und der Stadt Kempten, die als Partner an das aktuelle Projekt angegliedert sind. Zum Projektverbund gehören die Gemeinde Fuchstal, Stadt Kaufbeuren, Stadt Konstanz, der Landkreis Lindau, die Stadt Lindau, Stadt Memmingen sowie die Landkreise Ostallgäu und Unterallgäu.

Lesen Sie dazu auch: Studie: An vier Standorten im Allgäu könnte grüner Wasserstoff hergestellt werden

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