Verkehr

Ist die alte Argenbrücke bald Geschichte?

Eglofstal

Die Einmündung der Kreisstraße in die B 12 auf Eglofser Flur soll im Zuge des Brückenprojektes um circa 75 Meter Richtung Wangen verlegt werden. Zudem ist auf der Bundesstraße eine Linksabbiegerspur geplant.

Bild: Fotos: Winkler

Die Einmündung der Kreisstraße in die B 12 auf Eglofser Flur soll im Zuge des Brückenprojektes um circa 75 Meter Richtung Wangen verlegt werden. Zudem ist auf der Bundesstraße eine Linksabbiegerspur geplant.

Bild: Fotos: Winkler

Seit Jahren wird über einen Neubau für das marode Bauwerk zwischen Röthenbach und Eglofs diskutiert. Jetzt steht das Verfahren vor einem wichtigen Schritt.
09.07.2021 | Stand: 21:18 Uhr

Das Thema beschäftigt die Kommunalpolitik seit vielen Jahren. Jetzt soll ein großer Schritt zur Umsetzung erfolgen. In zehn Tagen läuft in Eglofs eine Anhörung zur neuen Argenbrücke zwischen Eglofs und Steinegaden. 37 Einwände sind im Lauf des Planfeststellungsverfahrens eingegangen. An dessen Ende soll eine Baugenehmigung stehen.

Die geplante neue Argenbrücke gehört zu den umstrittenen Projekten im Landkreis. Das bestehende Bauwerk stammt aus dem Jahr 1926. Es hat deutlich sichtbar schwere Mängel. Sie betreffen nach Angaben des Staatlichen Bauamtes sowohl die Standsicherheit als auch die Tragfähigkeit des Bauwerks. Deshalb wurde die Tonnage beschränkt – erst auf 7,5 Tonnen, seit Dezember 2019 auf 3,5 Tonnen.

Jetzt soll die Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Mehrfach hat der Kreistag in Lindau über das Vorhaben diskutiert – regelmäßig hat er den Neubau gegen Stimmen der Grünen und der ÖDP gutgeheißen. Mit einem Baubeginn hat das Staatliche Bauamt zuletzt im Jahr 2023 gerechnet.

Die Brücke soll 50 Meter in nordöstlicher Richtung entstehen. Verbunden damit müssen auf beiden Seiten der Argen etwa 500 Meter Straße neu gebaut werden. Der Fluss markiert die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Deshalb teilen sich Länder die Kosten für die Brücke. Grob geschätzt sollen sie 2,6 Millionen Euro betragen. Der Landkreis Lindau müsste davon circa 750 000 Euro übernehmen.

Im Zuge des Projektes soll auf baden-württembergischer Seite gleich auch noch die Einmündung der Kreisstraße in die B 12 um 75 Meter nach Westen verlegt werden. Die bestehende Kreuzung ist unübersichtlich – sie führt zudem durch eine Hofstelle.

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Im Verlauf des Verfahrens sind 37 Einwände gegen das Vorhaben erhoben worden – 18 gegen die geplante Änderung der Kreisstraße auf württembergischer Seite, 19 gegen die Brücke. Alle Einwände werden bei der Anhörung am 22. Juli in der Turn- und Festhalle in Eglofs behandelt. Am Ende des Verfahrens soll die Planfeststellung stehen – quasi die Baugenehmigung. Letztlich könnte sie auch Basis für eine Enteignung der Grundbesitzer sein. Ob es soweit kommt, ist unklar. Jedenfalls haben sich nach Informationen der Heimatzeitung nicht alle Eigentümer bereit erklärt, Flächen zu verkaufen. Insgesamt werden für das Projekt gut 10 000 Quadratmeter benötigt.

Nicht Teil des Verfahrens ist der geplante Neubau der Kreisstraße, die von der Argenbrücke nach Steinegaden führt. Die LI 12 ist im aktuellen Kreisstraßeninvestitionsprogramm in der höchsten Priorität eingestuft. Es gibt allerdings noch keine konkrete Planung. Das Staatliche Bauamt spricht regelmäßig von einem „sanften Ausbau“.

Klar ist: Die Straße erfüllt in ihrem jetzigen Zustand die Kriterien einer Kreisstraße nicht. Beispielsweise müsste sie in der Lage sein, Umleitungsverkehr aufzunehmen, also auch Schwerlaster. Gegen das Vorhaben wehrt sich seit über einem Jahrzehnt die Bürgerinitiative LI 12. Sie fürchtet einen zunehmenden Verkehr in dem idyllischen Tal.

Deshalb hat sich die BI auch gegen den Bau einer neuen und die Sanierung der jetzigen Brücke ausgesprochen. Der Neubau, so die Befürchtung, könnte den Menschen zusätzlichen Lkw-Verkehr bescheren. Ein Teil der Mitglieder hat im laufenden Verfahren Einwände erhoben. Allerdings hat nach Informationen der Heimatzeitung kein BI-Mitglied Flächen, die für den Bau der Brücken benötigt werden. Das sieht beim geplanten Ausbau der LI 12 anders aus. Dort haben sich mehrere Mitglieder der BI verpflichtet, für das Vorhaben keine Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Und Enteignungen, die grundsätzlich denkbar wären, soll es nicht geben. Das jedenfalls hat Landrat Elmar Stegmann im Laufe der Diskussionen mehrfach versichert.