Austausch

Jugendparlament: Was beschäftigt junge Menschen in Lindenberg?

Die Mitglieder des Jugendparlaments trafen sich mit Bürgermeister Eric Ballerstedt coronabedingt via Zoom.

Die Mitglieder des Jugendparlaments trafen sich mit Bürgermeister Eric Ballerstedt coronabedingt via Zoom.

Bild: Ramona Krause (Screenshot)

Die Mitglieder des Jugendparlaments trafen sich mit Bürgermeister Eric Ballerstedt coronabedingt via Zoom.

Bild: Ramona Krause (Screenshot)

Jugendliche sprechen mit Bürgermeister Ballerstedt darüber, wie Lindenberg für junge Menschen attraktiver wird. Welche Rolle Graffiti und Müll dabei spielen.
06.01.2021 | Stand: 07:04 Uhr

Die Jugend Lindenbergs treibt viele Themen um. Das wurde spätestens jetzt deutlich: Das frisch gewählte Jugendparlament der Stadt hat sich zu einem Zoom-Meeting mit Bürgermeister Eric Ballerstedt getroffen. Auf dem corobedingt ins Internet verlagerten Programm standen eine Vorstellungsrunde, ein erstes Kennenlernen – und bereits Anliegen der Jugendlichen: So soll Lindenberg künftig attraktiver für junge Menschen werden und sich noch stärker für die Umwelt einsetzen. Dabei spielte besonders das Thema Müll eine Rolle.

Ein Netzwerk und neues Perspektiven in Lindenberg

Das Jugendparlament der Stadt besteht aus zwölf Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren. Es soll und will vor allem zwischen Erwachsenen und Jüngeren vermitteln. „Ich möchte neue Perspektiven für die Menschen schaffen“, sagte Mitglied Yixuan Wang bei der Zoom-Konferenz. David Wu wünschte sich, dass sich zwischen Jugendlichen und Kommunalpolitikerinnen und -politikern ein Kommunikationsnetzwerk bildet.

Bisher hat jedoch die Corona-Pandemie weitgehend verhindert, dass das Parlament seine Arbeit aufnimmt: Denn die virtuelle Sitzung ersetzte nicht die konstituierende. Diese hätte bereits im Dezember stattfinden sollen. Die Stadt musste den Termin wegen der Pandemie letztlich absagen.Wann die Sitzung geplant ist, steht noch nicht fest.

Kurse und Ausflüge für die jungen Westallgäuer Parlamentarier

Sicher ist, dass künftig bei den Versammlungen immer auch eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes vertreten ist. Das Amt übernimmt die 22-jährige Nina Wagner. „Sie sorgt dafür, dass verwaltungstechnisch alles korrekt ist“, erklärte Ballerstedt. Kurse über Kommunalpolitik und Kommunikation ergänzen die Arbeit des Parlaments. Daneben sind Ausflüge wie ein Besuch beim Bayerischen Landtag im Gespräch. Insgesamt, betonte der Bürgermeister, „wollen wir das Ganze so ungezwungen wie möglich gestalten.“

Ramona Krause, die das Jugendparlament über den Lindenberger Verein „Jugend im Mittelpunkt“ (JiM) pädagogisch begleitet, war überzeugt: „Viele Themen werden sich offenlegen.“ Die Jugendlichen erwähnten bei dem Meeting bereits einige davon. Unter anderem sprachen die Mitglieder mit Ballerstedt über illegale Graffitis. Viele der Täter wollten einfach nur etwas beschädigen und keine Kunst schaffen, waren sich die Parlamentsmitglieder einig.

Graffiti sollen teils erlaubt werden

Gerrit Holneider forderte beispielsweise, härter gegen Graffiti-Sprayer vorzugehen. „Auch da, wo ich wohne, wurden Häuser vollgesprayt“, sagte er. David Wu schlug vor, eine Wand innerhalb des Stadtgebiets zu bestimmen, „an der Graffiti generell erlaubt sind“. In vielen deutschen Städten gibt es Stellen speziell für Graffiti-Sprayer.

Wu sprach außerdem das Thema Müll in Lindenberg an. Besonders auf Spielplätzen seien häufig Abfälle zu finden. Er wünscht sich, dass die Stadt mehr Müllereimer aufstellt und neue Konzepte für die Entsorgung entwickelt. Im Gespräch waren bei dem Meeting unter anderem Mülleimer, die mithilfe von Sensoren anzeigen, wann sie voll sind oder das Recycling-System auf der Lindauer Insel, das auch in Lindenberg künftig möglich sein könnte.

Als ein großes Thema für die Mitglieder nannte Sofia Greinwald außerdem die Gestaltung des Stadtparks. Generell wünscht sich das Parlament neue Treffpunkte, an dem Jugendliche Zeit verbringen können.