Besonderes Training

Junge Ski-Talente aus dem Westallgäu radeln über die Alpen

Angeführt von Trainer Herbert Hörburger sind die Ski-Talente aus dem Westallgäu über die Alpen geradelt.

Angeführt von Trainer Herbert Hörburger sind die Ski-Talente aus dem Westallgäu über die Alpen geradelt.

Bild: Regionalteam

Angeführt von Trainer Herbert Hörburger sind die Ski-Talente aus dem Westallgäu über die Alpen geradelt.

Bild: Regionalteam

16 Mädchen und Buben aus dem Regionalteam Westallgäu fahren auf Mountainbikes an den Gardasee. Wieso das nicht nur für die Kondition der Skifahrer gut ist.

10.09.2020 | Stand: 12:26 Uhr

389 Kilometer, 2430 Höhenmeter – und das alles mit dem Mountainbike. 16 junge Ski-Talente aus dem Regionalteam Westallgäu haben ein Konditionstraining der besonderen Art absolviert. Sie sind zusammen mit Trainer Herbert Hörburger über die Alpen geradelt.

Der plötzliche Abbruch der Skisaison 2019/20 war für die jungen Athleten hart. Von einem Moment auf den anderen waren am 12. März Training und Wettkampf coronabedingt beendet. Der Kader ging ohne Abschied auseinander.

Umso größer die Wiedersehensfreude beim Start des Konditionstrainings und die Dankbarkeit, dass auch in diesem besonderen Sommer die Leistungsgruppe 1 von Herbert Hörburger zur Alpenüberquerung aufbrechen konnte. 16 Mädchen und Buben zwischen zwölf und 15 Jahren starteten mit ihrem Trainer und einem Begleitfahrzeug kurz hinter der deutschen Grenze in Reutte (Tirol) mit dem Mountainbike in Richtung Gardasee.

Erste Etappe der Alpenüberquerung umfasst über 1000 Höhenmeter

Gleich die erste Etappe war die intensivste: 85 Kilometer und 1035 Höhenmeter bergauf galt es zu bewältigen. Als das vermeintlich größte Hindernis, der Fernpass, überwunden war, stellte der starke Gegenwind die jungen Skifahrer auf eine harte Probe. Der Weg hinauf nach Prutz im Inntal wurde zur Kraft- und Nervenprobe.

Auch am zweiten Tag (105 Kilometer, 960 Höhenmeter) gab es keine Schonung und der Reschenpass mit Ziel Laas musste überquert werden. Die Belohnung für diese Strapazen waren die langen Abfahrten hinunter nach Südtirol mit einer dritten Übernachtung in Auer. Nach 91 Kilometern und 210 Höhenmetern kühlten sich die Radler bei sonnigem Wetter im Hotelpool ab. Auf der vierten und letzten Etappe strampelten die Athleten an den Gardasee. Nach weiteren 108 Kilometern und 225 Höhenmetern kamen alle unverletzt und stolz am Ziel in Torbole an. Dort genossen die Wintersportler das Erreichte mit jeder Menge Eis und Pizza, was die rund 7600 verbrauchten Kalorien zumindest teilweise ersetzte.

Trainer Herbert Hörburger aus Gestratz zieht Bilanz

Und auch das persönliche Ziel von Trainer Herbert Hörburger (Gestratz) war geschafft: „Wir machen das nicht nur für die Kondition, sondern vor allem, um als Mannschaft in die neue Saison zu starten.“ Und tatsächlich zeigte sich, dass die neuen Athleten, die aus der Leistungsgruppe 2 in den Schülerkader aufgerückt waren, schnell integriert werden konnten – also hätte es nie eine Pause gegeben.

Neue Wettkampfsaison der Skifahrer beginnt in Wangen

Das Regionalteam startet am Wochenende (12./13. September) mit dem Konditionstest in Wangen in die Wettkampfsaison. Auch als Veranstalter muss sich das Regionalteam dort beweisen, denn coronabedingt wird der Hallenwettbewerb als Freiluft-Veranstaltung mit umfassendem Hygienekonzept umgesetzt. Dabei dürfen die jungen Skifahrer nur ohne Publikum auf den Platz. Sie werden sich umso mehr innerhalb des Teams anfeuern. Der Grundstein für eine erfolgreiche Skisaison 2020/21 wäre somit also schon im Sommer gelegt.

Das Regionalteam hofft nun, dass sich Sponsoren und Einnahmen aus Veranstaltungen finden, um weiterhin das Training finanzieren zu können. Denn dem Förderverein fehlen durch die abgesagten Skirennen und Viehscheide (dort war das Schellenwürfeln eine einträgliche Geldquelle) mehrere tausend Euro in der Vereinskasse.