Betreuung

Katholische Kirche will Kindergarten in Lindenberg abgeben

St. Martin

Der Kindergarten St. Martin ist in einem Gebäude der Firma Mayser untergebracht. Das Unternehmen hatte dort früher unter anderem einen eigenen Betriebskindergarten. Hinter dem Haus befindet sich ein Garten mit Spielgeräten.

Bild: Peter Mittermeier

Der Kindergarten St. Martin ist in einem Gebäude der Firma Mayser untergebracht. Das Unternehmen hatte dort früher unter anderem einen eigenen Betriebskindergarten. Hinter dem Haus befindet sich ein Garten mit Spielgeräten.

Bild: Peter Mittermeier

Nach 33 Jahren will sie die Kindertagesstätte St. Martin in andere Hände legen. Doch die Kirchenverwaltung vermisst Zusagen der Stadt und des neuen Trägers

13.06.2020 | Stand: 07:45 Uhr

Die katholische Kirche will ihren Kindergarten St. Martin in Lindenberg Ende August abgeben. Als neuer Träger sind die Johhanniter im Gespräch. Aber die Übergabe hakt. Das Team der Kirchenverwaltung ist enttäuscht, „dass noch immer keine Verträge unterzeichnet wurden“.

Die katholische Kirche betreibt den früheren Firmenkindergarten von Mayser seit 33 Jahren. Mit dem Ende des Kindergartenjahres am 31. August wird die Kirche ihn aber aufgeben. Sie wird künftig nur noch die Kindertagesstätten St. Afra, St. Nikolaus und St. Luzia betreiben. „Wir möchten einem neutralen Träger die Möglichkeit geben, eine Einrichtung zu übernehmen, da wir viele Kinder aus unterschiedlichsten Konfessionen im Haus haben“, nennt Jürgen Huber, stellvertretender Vorstand der Kirchenverwaltung, einen der Gründe. Außerdem sei es für die katholische Kirche zunehmend schwerer, Mitarbeiter zu finden. Als letzten Grund nennt Huber die Räume: sie gehören – anders als die drei anderen Kindergärten – nicht der Kirche, sie sind von der Firma Mayser gemietet.

Ziel der Kirchenverwaltung sei eine geordnete Übergabe für die sieben Mitarbeiterinnen, die Eltern und vor allem die 46 Kinder, die im St. Martin betreut werden. Entsprechende Gespräche hat Bürgermeister Eric Ballerstedt im Mai im Stadtrat bestätigt. Der Rathauschef sprach von „finalen Verhandlungen“.

Doch unterschrieben ist noch nichts. „Die Stadt hat Gespräche mit den Johannitern aufgenommen, die ein guter Partner wären, der schon eine Einrichtung in Lindenberg betreibt“, sagt Jürgen Huber. Es hätten Gespräche stattgefunden, doch die Übergabemodalitäten seien immer noch nicht in Sicht. Dabei habe die Kirchenverwaltung dem möglichen neuen Träger alle Unterlagen Anfang dieses Jahres vorgelegt. Deshalb wünscht sich der stellvertretende Vorsitzende der Kirchenverwaltung fixe Entscheidungen – sowohl von der Stadt als auch von einem künftigen Träger. Huber: „Die Sommerferien rücken immer näher und alle hängen noch in der Luft.“ Für die katholische Kirche sei in jedem Fall am 31. August Schluss. „Wir haben das Ende unserer Trägerschaft der Stadt frühzeitig mitgeteilt und unsere Verträge rechtzeitig gekündigt“, bekräftigt Bernd König aus der Kirchenverwaltung. „Uns war es wichtig, genügend Zeit zu haben, um den Kindergarten in gute Hände zu übergeben.“