Gemeindefinanzen Grünenbach

Kirchen müssen auf zugesagte Zuschüsse der Gemeinde warten

Grünenbach Investitionsplanung

Vor wenigen Tagen hat der Rückbau des Dachgeschosses des ehemaligen Schul- und Kindergartengebäudes in Grünenbach begonnen. Das neue Dach wird um 90 Grad gedreht. Darunter entstehen neue Räume für die Landjugend und die Krabbelgruppe. Dafür sieht die Finanzplanung 2022 324.000 Euro vor.

Bild: Olaf Winkler

Vor wenigen Tagen hat der Rückbau des Dachgeschosses des ehemaligen Schul- und Kindergartengebäudes in Grünenbach begonnen. Das neue Dach wird um 90 Grad gedreht. Darunter entstehen neue Räume für die Landjugend und die Krabbelgruppe. Dafür sieht die Finanzplanung 2022 324.000 Euro vor.

Bild: Olaf Winkler

Das Millionenprojekt rund um Kindergarten, Krippe und Laubenberghalle bestimmt die Finanzplanung der Gemeinde Grünenbach. Dafür rückt manches andere nach hinten.
22.11.2021 | Stand: 11:45 Uhr

Im Vorfeld der Aufstellung des Haushaltes 2022 hat Bürgermeister Markus Eugler jetzt den Gemeinderat Grünenbach über die anstehenden Investitionen informiert. Wie in den vergangenen Jahren bestimmt das Millionenprojekt rund um Kindergarten und Laubenberghalle die Finanzen. Es soll aber auch neue Bauplätze geben. Unerfreulich ist die Finanzplanung für die Kirchen in Grünenbach und Ebratshofen: Sie sollen die bereits zugesagten Zuschüsse für die Renovierungen nicht 2022, sondern erst in den beiden Folgejahren erhalten.

Die Erneuerung der Außenanlagen rund um Kindergarten und -krippe, Schule und Laubenberghalle sind mit 515.000 Euro der größte Einzelposten bei den 2022 anstehenden Investitionen. Die Mehrkosten von gut 100.000 Euro gegenüber der ursprünglichen Planung muss die Gemeinde allein stemmen, informierte der Bürgermeister. Denn: „Dafür erhalten wir keine Fördergelder“. Weitere 324.000 Euro fließen in den Umbau des früheren Kindergartengebäudes, in dem die Landjugend und die Krabbelgruppe neue Räume erhalten. Hier waren schon heuer 700.000 Euro eingeplant, die größtenteils noch nicht benötigt wurden. Sie sollen im nächsten Jahr als Haushaltsreste zur Verfügung stehen.

Bauplätze sind schon vergeben

Der Kauf und die Erschließung weiterer Bauplätze im Bereich Breitenäcker in Ebratshofen schlägt mit knapp 430.000 Euro zu Buche. Dem stehen jedoch die Verkaufserlöse gegenüber, denn für alle drei Grundstücke sind bereits Käufer gefunden.

Die Feuerwehr in Grünenbach erhält im nächsten Jahr ein neues Mannschaftsfahrzeug. Es kostet 79.000 Euro. Hierzu erhält die Kommune einen Zuschuss in Höhe von 13.000 Euro. Der Bauhof soll einen neuen Aufsitzrasenmäher erhalten. Eingeplant sind dafür 22.500 Euro. Nicht vorgesehen sind Ausgaben für einen neuen Dorfladen in Grünenbach. Ein solches Projekt hatte die Gemeinde vor zwei Jahren angestoßen. „Momentan ist es zurückgestellt“, informierte der Bürgermeister.

Die Verschiebung der Zuschusszahlungen in Höhe von insgesamt 110.000 Euro an die beiden Kirchengemeinden sah stellvertretender Bürgermeister Reinhold Osterberger zwiespältig. Einerseits sehe er die angespannte Finanzsituation der Kommune, andererseits kenne er als Mitglied der Kirchenverwaltung in Ebratshofen auch die Finanzierung dort. Hier sei der Gemeindezuschuss für die ab Ostern 2022 anstehenden Sanierungsarbeiten eingeplant gewesen. Fließe er erst 2024, „müssen wir uns über eine Zwischenfinanzierung Gedanken machen“, sagte Osterberger.

Das neue Rathaus steht nicht im Finanzplan

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In der Finanzplanung vermisst hat Werner Zeh den Bau eines neuen Rathauses. Hier sei innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft (VG) noch nicht besprochen, wie das neue Verwaltungsgebäude finanziert werden soll. Denkbar seien Einmalzahlungen der vier beteiligten Gemeinden ebenso wie eine Darlehensaufnahme seitens der VG. Dies hätte einen höheren Umlagebeitrag zur Folge.

Der Finanzplanung stimmte der Gemeinderat zu. Sie fließt nun in den Haushalt 2022 ein, der voraussichtlich Anfang nächstes Jahr beschlossen wird. Am Schuldenstand der Gemeinde von 1,4 Millionen Euro soll sich auch im neuen Jahr nichts ändern. Allerdings sinken die Rücklagen von aktuell 1,2 Millionen Euro auf 423.000 Euro ab. Eine Entspannung der Finanzlage erwartet der Bürgermeister 2024. Läuft bis dahin alles wie geplant, hat die Kommune das Fünf-Millionen-Projekt rund um Kindergarten, Kinderkrippe und Laubenberghalle ohne langfristige Kreditaufnahme gestemmt.