Grünenbach

Klärschlamm: Entsorgung gesichert

Kläranlage Grünenbach Schönau

Kläranlage Grünenbach Schönau

Bild: Olaf Winkler

Kläranlage Grünenbach Schönau

Bild: Olaf Winkler

Die Gemeinde Grünenbach hat die Frage der Klärschlammentsorgung bis zum Jahr 2026 geklärt. Der Gemeinderat hat den Auftrag im Gesamtvolumen von rund einer halben Million Euro an eine Firma in Altenstadt bei Schongau vergeben. Bürgermeister Markus Eugler zeigte sich sehr zufrieden, denn: „Es gibt bereits Kommunen, die ihren Klärschlamm nicht mehr loswerden.“

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Von Olaf Winkler
20.10.2019 | Stand: 16:27 Uhr

Gemeinsam mit fünf anderen Kläranlagen in Kempten, Sonthofen, Oberstaufen, Lindau und Weiler hatte Grünenbach die Klärschlammverwertung europaweit ausgeschrieben. Allerdings traf nur ein gültiges Angebot ein – von jener Firma, die schon bislang den Klärschlamm abnimmt. Dieser entsteht in Grünenbach nicht nur durch die eigenen Abwässer. Die Kläranlage im Ortsteil Schönau übernimmt auch für andere Kommunen im Argental die Trocknung des Klärschlamms. Rund 800 Tonnen Klärschlamm fallen so jährlich an.

Im bisherigen Vertrag, der noch bis Ende 2020 gültig ist, bezahlt die Kommune rund 77 Euro pro Tonne für die Entsorgung. Der neue Vertrag enthält Festpreise von 113 Euro für die Jahre 2021 bis 2023 und 125 Euro für die Jahre 2024 bis 2026. Umgerechnet auf den Kubikmeter Abwasser ergibt das eine durchschnittliche Kostensteigerung von 15 Cent. Die an die Kläranlage angeschlossenen Haushalte und Betriebe in Grünenbach müssen sich also auf eine Erhöhung der Abwassergebühren einstellen, kündigte der Bürgermeister an. Mit Blick auf die gestiegenen Personal- und Betriebskosten werde diese aber wohl noch höher ausfallen. Klären soll das eine Neukalkulation im nächsten Jahr. Und da die Gemeinde Grünenbach die Mehrkosten für die Klärschlammentsorgung auch an die umliegenden Kommunen weitergibt, werde wohl auch dort eine Neukalkulation notwendig sein.

Die Entsorgungssicherheit ist aus Sicht des Bürgermeisters nicht „hoch genug anzusetzen“. Und mittelfristig sollte sich die Kommune auch schon Gedanken machen, wie die Klärschlammentsorgung ab dem Jahr 2027 aussehen könnte. Denn ab 2028 sei die Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft gesetzlich verboten. Sie mache derzeit noch 40 Prozent der Entsorgung aus. Das trifft teilweise auch auf den Klärschlamm aus Grünenbach zu.

Positiv aus Sicht von Eugler ist auch, dass das beauftragte Unternehmen den Klärschlamm nur über eine vergleichsweise geringe Distanz transportiert, was die Umweltbelastung reduziere. Andere Kommunen seien in der Situation, ihren Klärschlamm teilweise über mehrere hundert Kilometer transportieren lassen zu müssen.