Scheidegg

Kostenloser ÖPNV wäre „wichtiges Signal“

Blaulicht_THW_Waldek

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Bild: Ulrich Stocker

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Ehrenamt Beim Blaulichtempfang wurden Mitglieder der Feuerwehr, des BRK und THW geehrt. Landtagsvizepräsident Alexander Hold sprach sich dafür aus, dass Ehrenamtliche dieser Organisationen kostenlos ÖPNV fahren dürfen
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Von Ulrich Stock
16.02.2020 | Stand: 15:30 Uhr

Bereits zum siebten Mal hatte Landrat Elmar Stegmann ehrenamtliche Mitglieder der Blaulichtorganisationen zu einem Empfang eingeladen, um ihnen „für ihren jahrzehntelangen, großartigen Einsatz“ zu danken. In diesem Jahr standen 56 Einsatzkräfte auf der Liste, die im Kurhaus Scheidegg geehrt werden sollten – 49 Feuerwehrleute, vier Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und drei Kameraden vom Technischen Hilfswerk (THW).

Mit Alexander Hold, dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, zeichnete Stegmann die Langzeit-Ehrenamtlichen mit Urkunden und Ehrennadeln aus. Neben der Ehrung für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft wurden heuer erstmals auch Auszeichnungen für 50 Jahre ehrenamtlichen Einsatz vergeben – einmal an Wolfgang Juhre vom THW Lindau und gleich viermal an Mitglieder der BRK-Bereitschaft Weiler, an Ilse Bendik, Margit Kleber, Friedrich Achberger und Armin Weiss. Thomas Waldek erhielt das „Ehrenzeichen am Bande“ für 25-jährige aktive Mitarbeit beim THW Lindau.

„Wir alle brauchen Menschen wie Sie, die Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen und für andere tätig werden“, betonte der Landrat in seiner Ansprache. Dass sich so viele Bürger in den Blaulichtorganisationen engagieren, sei wichtig, denn dieses Engagement mache unseren Landkreis „lebenswert und sicherer“. Für ihre Arbeit bräuchten die Ehrenamtlichen aber auch eine gute Ausrüstung. Gerade die jüngsten Einsätze beim Sturmtief „Sabine“ hätten wieder gezeigt, wie wichtig das sei.

Stegmann verwies auf Anschaffungen für die Feuerwehr, die der Landkreis gemeinsam mit dem Freistaat finanziere. Dazu zähle etwa ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz, das noch im März bei der Feuerwehr Grünenbach stationiert werde. Auch bei der Planung einer Atemschutz-Übungsanlage in Lindenberg sei man einen wesentlichen Schritt weitergekommen, ebenso bei der Erneuerung der Ölwehr-Ausrüstung.

Wie beim jüngsten Sturm müsse im Einsatzfall „alles schnell und perfekt gehen, dies erwarte unsere Gesellschaft“, so Landtagsvize Hold. Deshalb müssten „ehrenamtliche Profis, die rund um die Uhr einsatzbereit und damit auch Rückgrat unserer Sicherheit sind“ ran. Gleichzeitig werde aber die „Wertschätzung dieser Einsätze immer geringer“, würden Rettungskräfte nicht selten angefeindet oder gar beleidigt. Auch deshalb werde es „immer schwieriger, Nachwuchskräfte für diese Aufgaben zu finden“, erklärte Hold. Umso wichtiger sei es, für die Freiwilligen „gute Rahmenbedingungen“ zu schaffen. Neben Ehrenamtspauschale, Ehrenamtskarte und Übungsleiter-Beitrag halte er die „kostenlose Nutzung des ÖPNV für Blaulichter“, wie sie zurzeit in der Landesregierung diskutiert werde, für ein „wichtiges Signal“.

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