Weiler

Kräuterboschen für den guten Zweck

Die Königskerze bildet den Mittelpunkt des Boschen.

Die Königskerze bildet den Mittelpunkt des Boschen.

Bild: Bettina Buhl (Archivfoto)

Die Königskerze bildet den Mittelpunkt des Boschen.

Bild: Bettina Buhl (Archivfoto)

Der Frauenbund in Weiler verteilt an Mariä Himmelfahrt Kräuterboschen gegen Spenden. Wogegen sie helfen sollen.

14.08.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Auf der Suche nach Kräutern und Blumen für ihre Boschen durchkämmen die Frauen des Frauenbunds in Weiler ihre Gärten. Sie sollen nämlich an Mariä Himmelfahrt, am 15. August, geweiht werden. An dem Tag wird die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel gefeiert.

Die wohl bekannteste Tradition an diesem Tag ist die Kräuterweihe. Kräuter und Blumen die zu einem „Kräuterboschen“ zusammengebunden sind, werden während des Gottesdienstes gesegnet. Die Frauen des Weilerer Frauenbundes binden jedes Jahr solche Boschen, die sie dann nach der Weihe auf Spendenbasis verteilen. „Die Boschen werden dann das ganze Jahr über in den Dachboden gehängt“, erklärt Gertrud Liedtke vom Frauenbund Weiler. „Von dort sollen sie das Haus beschützen.“ Nach einem Jahr wird der alte Boschen durch einen neuen ersetzt. Die Kräuter in den Boschen sollen gegen verschiedene Dinge helfen: Königskerzen gegen Gewitter, Baldrian zur Beruhigung und Eisenkraut für Wohlstand und Weisheit.

Das kommt in einen Kräuterboschen

Die Zusammensetzung der Boschen ist je nach Gegend und Volksglauben unterschiedlich. In der Regel werden aber sieben bis neun Grundkräuter verwendet, wie die Königskerze, Johanniskraut, Thymian, Baldrian, Kamille, Wermut, Schafgarbe. Ihnen allen wurde schon in vorchristlicher Zeit Heilkraft zugeschrieben, die als besonders stark gilt, wenn sie im Hochsommer gepflückt wird. Neben Kräutern werden auch oft Blumen oder Ähren in die Boschen gebunden. „Es gibt auch Kräuter, die Blumen tragen“, erklärt Liedtke, „die bringen dann Farben in die Boschen“. Die Frauen aus Weiler verwenden dazu Ringelblumen oder Schafgarbe.

150 Boschen in zwei Stunden

Seit über 20 Jahren treffen sich die Frauen des Frauenbundes inzwischen am Abend vor Mariä Himmelfahrt und binden die Boschen. Jede Helferin bringt Blumen und Kräuter mit, die sie selbst im Garten hat. Dieses Jahr werden die Frauen draußen arbeiten und Eimer voller Majoran, Ringelblumen, Borretsch und Johanniskraut zu Boschen binden. Gut zwei Stunden brauchen sie für etwa 150 Stück.