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Kunstpreis geht an Ulrike Hüppeler

Westallgäuer Kunstausstellung

Westallgäuer Kunstausstellung

Bild: thomas Gretler

Westallgäuer Kunstausstellung

Bild: thomas Gretler

Auszeichnung Die Malerin und promovierte Biologin aus Amtzell hat die Jury mit ihrem Ölgemälde „Ewiges Eis“ überzeugt
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Von ins
27.10.2019 | Stand: 17:38 Uhr

Der Westallgäuer Kunstpreis geht bei der 53. Westallgäuer Kunstausstellung an Dr. Ulrike Hüppeler aus Amtzell. Im Rahmen der Vernissage im Lindenberger Löwenfoyer nahm sie den mit 1250 Euro dotierten Preis für ihr Bild „Ewiges Eis“ entgegen.

Mit Ölfarben hat Ulrike Hüppeler ein verschneites Bergmassiv auf Leinwand gemalt. Als Vorlage diente ihr ein Foto des Finsteraarhorns in den Berner Alpen, erklärte sie auf Nachfrage desWestallgäuers. Ihre Naturidylle, die am Bildrand ein Skitourengeher zu genießen scheint, hat allerdings einen entscheidenden Makel: Der Gipfel des Bergs ist aufgebrochen, das Massiv hohl, gestützt von Stahlträgern, die den Verfall kaum werden aufhalten können.

Die 58-jährige Biologin malt seit ihrer Jugend. 1981 bewarb sich die gebürtige Kölnerin, die seit 2001 in Amtzell wohnt, an der Kunstakademie. „Sie scheiterte an Joseph Beuys“, sagte Helmut Caprano, Leiter der Westallgäuer Kunstausstellung bei der Laudatio. „Wahrscheinlich lagen die Vorstellungen und Arbeitsweisen weit auseinander.“

Dass sich Hüppeler auf naturalistische Malerei konzentriert, erklärt sie unter anderem mit ihrem Beruf: „Durch mein naturwissenschaftliches Studium entstand die Liebe zum Detail.“ In der aktuellen Ausstellung im Löwensaal sind neben dem preisgekrönten Gemälde – wie schon in Vorjahren – zwei Beispiele ihrer gerne gewählten Motive zu sehen: großformatig gemalte Rosenblüten, die in ihrer exakten Ausführung jedes Blatts mit Farbschattierung und Oberflächengestaltung an perfekt inszenierte Fotografien erinnern. „Diese Blüten sind einfach nur Schönheit“, sagt Ulrike Hüppeler vor einem ihrer Rosen-Porträts. Mit der Arbeit „Ewiges Eis“ wolle sie dagegen „das nicht so Schöne“ zeigen.

Das Bild spiegelt eine Empfindung von Ohnmacht wider, die die Malerin angesichts der von Menschen verursachten Umweltzerstörung empfindet. „Es ist traurig, zu sehen, wie das Fundament bröckelt, auf dem die ewigen Berge stehen.“

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