Pandemie

Lindauer Landrat lädt alle Bürger über 80 zum Impfen ein

Impfaktion

In Pflegeheimen sind erste Mitarbeiter und Senioren schon geimpft worden.

Bild: Peter Mittermeier

In Pflegeheimen sind erste Mitarbeiter und Senioren schon geimpft worden.

Bild: Peter Mittermeier

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau geht zurück. Entspannt sich die Lage im Westallgäu und am Bodensee oder ist das nur eine Momentaufnahme?
31.12.2020 | Stand: 05:57 Uhr

Die Entwicklung ist über Wochen hinweg vor allem nach oben gegangen: Jetzt sinkt die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau deutlich. Die 7-Tage-Inzidenz nähert sich der Marke von 100. Unklar ist allerdings, ob das bereits ein Trend ist. Das Landratsamt führt die Zahl auch darauf zurück, dass über die „Weihnachtsfeiertage weniger getestet wurde“.

In den vergangenen sieben Tagen hat das Gesundheitsamt „nur“ 89 neue Infektionen gemeldet (Stand: 30. Dezember). Erstmals seit Wochen hat es in einer Gemeinde (Grünenbach) keinen neuen Fall gegeben, in einigen anderen nur einen. Das Landratsamt spricht aber nach wie vor von einem weitgehend diffusen Infektionsgeschehen, es gibt also keine klaren Hotspots. Noch immer sind auch Alten- und Pflegeheime betroffen. In zwei Einrichtungen gibt es nach Angaben des Landratsamtes aktuell Fälle.

Mittlerweile sind die Bewohner und Beschäftigten in zwei Pflegeheimen geimpft worden. Insgesamt handelt es sich dabei nach Angaben des Landratsamtes um 164 Personen. Weitere Heime sollen zeitnah folgen. In der kommenden Woche wird der Landrat zudem alle Über-80-Jährigen anschreiben. Sie erhalten dort Infos, wie sie sich impfen lassen können.

Weiter sehr rege genutzt wird die Teststation an der Bösenreutiner Steig in Lindau. Dort wurden seit Beginn des Betriebs Ende August 20 285 Testungen registriert. Der nächstmögliche Testtermin ist Sonntag, 3. Januar, von 10 bis 13 Uhr. Ab Montag, 4. Januar, hat das Testzentrum wieder regulär abends von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet, auch am Feiertag, 6. Januar.

Landrat Elmar Stegmann schreibt Senioren im Landkreis an

In dem Schreiben des Landrats werden alle Über 80-Jährigen dazu eingeladen, sich ab sofort telefonisch unter der Nummer (0831) 70 49 36 20 0 (Erreichbarkeit: täglich von 11 bis 19 Uhr) oder per E-Mail an impfzentrum-li@allgaeu-medical.de für einen Impftermin anzumelden.

Bei einer Anmeldung per E-Mail wird darum gebeten, den Namen, die Anschrift, das Geburtsdatum sowie eine Telefonnummer für Rückfragen anzugeben. Der genaue Impftermin wird anschließend per Post mitgeteilt.

„Ich bitte um Verständnis, wenn nicht unmittelbar ein zeitnaher Termin vereinbart werden kann. Wie viele Impfdosen wir bekommen, hängt ganz davon ab, wie wir vom Freistaat Bayern beliefert werden“, sagt der Landrat.

Bei der Terminvergabe wird geprüft, ob Ausschlussgründe für eine Impfung vorliegen und ob die Person mobil genug ist, um in ein Impfzentrum zu kommen. Ein mobiles Impfteam kann laut Landratsamt noch nicht zu einer Einzelperson fahren, um diese zu impfen, da der Impfstoff von BionTech immer fünf Impfdosen enthält und nach dem Verdünnen nicht mehr transportiert werden darf. Das Landratsamt arbeitet nach eigenen Angaben an möglichen Lösungen.

Außerdem wird ermittelt, ob mehrere Risikofaktoren vorliegen. Je höher das individuelle Risiko sei, desto eher sollte auch eine Impfung erfolgen, so die Behörde.

Damit die Impftermine reibungslos ablaufen können, werden die Seniorinnen und Senioren gebeten, ihre Medikamentenliste sowie die vorab ausgefüllte Impfeinwilligung, die dem Schreiben des Landrats beiliegt, mitzubringen. Wenn jemand für Gesundheitsfragen einen rechtlichen Betreuer hat, muss dieser mit eingebunden werden.

Lindauer Landrat warnt Senioren vor Impfstoff-Betrügern

In dem Schreiben wird auch auf eine neue Betrugsmasche hingewiesen. Demnach geben sich Betrüger als Mitarbeiter von Behörden, Krankenkassen, Arztpraxen oder Pharmafirmen aus und bieten den Impfstoff gegen Geld an. Das Impfangebot ist aber kostenfrei. „Sollte Ihnen der Impfstoff gegen Geld angeboten werden, informieren Sie bitte sofort die Polizei“, appelliert Landrat Stegmann.