Hutkönigin zieht nach Rekordamtszeit Bilanz

Deutsche Hutkönigin Vanessa Höss: "Ich wollte Kindern und Jugendlichen den Hut näherbringen"

Die vier Jahre als Hutkönigin waren für Vanessa Daria Duelli eine ereignisreiche Zeit: Sie hat über 150 Auftritte absolviert, geheiratet und zwei Kinder bekommen.

Die vier Jahre als Hutkönigin waren für Vanessa Daria Duelli eine ereignisreiche Zeit: Sie hat über 150 Auftritte absolviert, geheiratet und zwei Kinder bekommen.

Bild: Thomas Gretler (Archivbild)

Die vier Jahre als Hutkönigin waren für Vanessa Daria Duelli eine ereignisreiche Zeit: Sie hat über 150 Auftritte absolviert, geheiratet und zwei Kinder bekommen.

Bild: Thomas Gretler (Archivbild)

Nach vier Jahren endet die Amtszeit von Hutkönigin Vanessa Duelli (ehemals Höss). Für die 28-Jährige war es eine ereignisreiche Zeit. Wie es für sie weitergeht.
21.05.2022 | Stand: 19:13 Uhr

Ihre Tage als Hutkönigin sind gezählt: Nach einer pandemiebedingten Rekordamtszeit von vier Jahren gibt Vanessa Duelli (ehemals Höss) am Sonntag die Scherpe an ihre Nachfolgerin weiter. Zwischen 150 und 200 Termine hat sie in ihrer Amtszeit absolviert, geheiratet und ist inzwischen Mama von zwei Hutprinzessinnen. Über ihre ereignisreiche Zeit als Hutkönigin hat Anna Feßler mit ihr gesprochen.

Welche Termine und Auftritte als Hutkönigin werden Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

Vanessa Daria Duelli: Es waren viele tolle Auftritte dabei: Ich habe in der Grundschule, auf die ich selbst gegangen bin, den Kindern etwas vorgelesen. Das war etwas ganz Besonderes. Es hat mich an die Zeit zurück erinnert, als ich selbst dort Schülerin war und die Hutkönigin bewundert habe. Die Ausstellung Mut zum Hut war richtig toll, ich habe in München Fritz Wepper und Michaela May kennengelernt und war bei der Fahrt in die Partnerstadt Vallauris dabei, als dort das 20-jährige Bestehen gefeiert wurde. Und natürlich die Grüne Woche in Berlin – dort habe ich die Liebe meines Lebens, meinen jetzigen Mann, kennengelernt.

Als ein sichtbares Zeichen der Pandemie gilt die Maske: Hut und Mundschutz – kann man das überhaupt gut kombinieren?

Duelli: Viele Modisten und Hutmacher greifen die Masken inzwischen auf – es gibt oft Hüte und Masken in passenden Farben. Ich habe immer geschaut, dass die Maske farblich zum Outfit passt, dann stört sie auch gar nicht. Trägt man eine Maske, bietet sich ein Hut mit einer breiten Krempe nicht so an, da er viel verdeckt. Am besten passt ein Fascinator – der ist luftig und geht nach oben.

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Ein Teil Ihrer Amtszeit lief aufgrund der Corona-Pandemie vermutlich gänzlich anders ab, als Sie sich das vorgestellt haben. Hatten Sie da mal den Gedanken, die Scherpe an den Nagel zu hängen?

Duelli: Nein, überhaupt nicht. Es gab in dieser Zeit einfach Wichtigeres als Auftritte. Ich habe da auch ein paar abgesagt, zum Beispiel zwei Fernsehauftritte, weil ich fand, dass es nicht passt, jetzt über die Hüte zu sprechen. Mir war es in dieser Zeit wichtig, meine Familie zu schützen.

Welche von Ihren Ideen oder Projekten konnten Sie umsetzen und bei welchen Themen würden Sie sich freuen, wenn diese Ihre Nachfolgerin aufgreift?

Duelli: Ich wollte Kindern und Jugendlichen den Hut näherbringen, und das habe ich auf jeden Fall gemacht. Ich würde außerdem noch gerne eine Hutkollektion rausbringen – ganz unabhängig vom Amt als Hutkönigin. Die meisten meiner Hüte habe ich selbst entworfen. Ich würde mich freuen, wenn meine Nachfolgerin auch ein Herz für Kinder hat – und sie für den Hut begeistert.

Was waren Ihre größten Herausforderungen als Hutkönigin?

Duelli: Ich habe nach meiner Wahl mein Leben komplett nach dem Amt ausgerichtet. Ich war auf vielen Auftritten als Hutkönigin, habe nebenbei studiert und gearbeitet. Das alles unter einen Hut zu bringen, war eine Herausforderung. Aber ich habe es gut hinbekommen und es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich möchte diese Zeit nicht missen.

Gab es auch peinliche Momente?

Duelli: Es gab einen Moment, der hätte richtig peinlich werden können. Mir ist direkt vor einem Auftritt die Naht auf der Seite meines Kleides aufgegangen. Es hat zunächst keiner gesehen, da die Scherpe es verdeckt hat. Zum Glück hat es vor meinem Auftritt die Modistin Britt Anthoni gesehen und schnell mit Nadel und Faden genäht. Dafür bin ich ihr heute noch sehr dankbar.

Worauf freuen Sie sich am Huttag am meisten?

Duelli: Ich freue mich darauf, dass jetzt endlich wieder alle zusammenkommen können. Darauf, mich bedanken zu dürfen. Auf die vielen tollen Hutkreationen, die immer am Huttag zu sehen sind.

Steht Ihr Outfit für den Huttag am Sonntag schon?

Duelli: Das steht schon lange. Ich habe passende Outfits und Hüte für mich und meine zwei kleinen Mädels und auch mein Mann bekommt einen farblich passenden Panamahut dazu. Die Hüte habe ich selbst entworfen und mir bei Raum23 in Braunschweig anfertigen lassen.

Haben Sie eine persönliche Favoritin für die Wahl am Sonntag?

Duelli: Tatsächlich habe ich eine, bei der ich glaube, dass sie sehr gut, Kindern und Jugendlichen den Hut näher bringen kann. Aber die Auswahl ist richtig schwer. Da sind richtig tolle Frauen dabei.

Welchen Tipp haben Sie für Ihre Nachfolgerin?

Duelli: Sich nicht alles so zu Herzen nehmen und die Amtszeit genießen.

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Was nehmen Sie aus ihrer Zeit als Hutkönigin mit?

Duelli: Ich habe in dieser Zeit gelernt, dass nicht alles immer so läuft wie geplant – auch wenn man sich richtig reinhängt. Und oft ist es dann zwar anders gekommen und trotzdem war es so genau richtig. Ich habe auch gelernt, dass ich nicht Schuld daran bin, wenn etwas mal nicht so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Manche Dinge kann man einfach nicht beeinflussen oder ändern.

Wie geht es weiter für Sie nach der Zeit als Hutkönigin?

Duelli: Ich will mein BWL-Fernstudium noch abschließen und würde dann gerne, wenn die Mädels in den Kindergarten gehen, Jura studieren. Auf unserem Hof, dem Hofgut Duelli, gibt es auch immer viel zu tun. Ich habe zum Beispiel angefangen, Gemüse anzubauen und möchte es zukünftig in unserem Hofladen verkaufen oder eventuell ein Gemüsekistenabo anbieten. Ich werde auch die Buchführung übernehmen. Meine Familie steht aber immer an erster Stelle. Die Zeit, wenn die Kinder klein sind, kommt nie wieder. Die möchte ich nicht missen.

Sie haben bei der Kommunalwahl für die Freien Wähler kandidiert. Wollen Sie sich weiter politisch oder in anderer Form in Lindenberg engagieren?

Duelli: Das habe ich unabhängig von dem Amt gemacht. Da ich mit meiner Familie inzwischen rund 60 Kilometer von Lindenberg entfernt wohne, ist das eher schwierig. Ich werde jedoch immer für Lindenberg da sein, soweit es mir möglich ist. Es ist einfach meine Heimat und ich muss zugeben, ich vermisse die Sicht auf die Berge sehr. Mir ist es aber auch sehr wichtig, jetzt die Bühne für die neue Hutkönigin frei zu machen.

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