Projekt der Grundschule Lindenberg

Grünholzschnitzer bringt Schülern das Handwerk bei

Michael Heuberger reist mit seinem mobilen Zelt quer durch Deutschland.

Michael Heuberger reist mit seinem mobilen Zelt quer durch Deutschland.

Bild: Daniel Boscariol

Michael Heuberger reist mit seinem mobilen Zelt quer durch Deutschland.

Bild: Daniel Boscariol

Kinder und Erwachsene greifen in Lindenberg beim Grünholzschnitzer Michael Heuberger selbst zum Werkzeug. Das soll sich auch auf den Alltag auswirken.
28.06.2021 | Stand: 06:47 Uhr

Mit konzentrierten Blicken nähern sich die Kinder ihrem Ziel. Nach und nach fertigen sie mit Schnitzeisen, Messern und Sägen kleinere Holzarbeiten wie Blasrohre, Schwerter und Wanderstöcke. Die Schülerinnen und Schüler probieren sich im Schnitzen aus. Grünholzschnitzer Michael Heuberger hat dafür ungetrocknete, frische Äste aus Büschen und Sträuchern an seinem mobilen Werkstattzelt vorbereitet. Es steht auf dem Gelände der Lindenberger Werkstätten. Der Besuch des Pädagogen ist Teil des Projekts „Große Kunst in kleinen Händen – Hut ab!“ der Grundschule Lindenberg.

Pädagoge reist mit Grünholzschnitz-Werkstatt quer durch Deutschland

Blasrohre sind der Renner in der 3a. Fast jeder Bub und jedes Mädchen präsentiert eines stolz bei der Abschlussrunde des Werkeltags. „Eure Hände waren besonders fleißig“, lobt Heubauer die Kinder. „Bei denen müsst ihr euch bedanken.“ Er sagt, jede Gruppe, die ihn besucht, habe einen Schnitz-Favoriten. Warum das so ist, weiß Heuberger nicht. Im Fall der 3a ist er sich sicher, dass die Kinder irgendwann das Wort Blasrohr aufgeschnappt haben.

Was die Kinder letztlich schnitzen, ist Heuberger aber nicht wichtig. Mit seiner mobilen Werkstatt, mit der der Pädagoge quer durch Deutschland reist, will er vermitteln, dass Menschen „alles selber machen können“.

Lindenberger Grundschüler sollen durch Schnitzen Gefühl von Selbstständigkeit bekommen

Das gebe vor allem Kindern ein gutes Gefühl und fördere die Selbstständigkeit. Nach Ansicht Heubergers kommt die Eigeninitiative im Alltag nämlich zu kurz. „Kinder kommen auf die Welt, und fast alles, was sie wollen, ist schon da“, sagt er. Dabei brächten junge Menschen genug Motivation mit, um selbst etwas zu schaffen. Besonders, wenn Handwerkszeug ins Spiel kommt. „Das ist einfach spannend für die Kinder“, ist Heuberger überzeugt.

Als Teil von „Große Kunst in kleinen Händen“ soll mit dem Handwerken aber auch praktische Kunst und Kreativität in die Grundschule zurückkehren. „Mit der Pandemie kam das zu kurz“, sagt Schulleiter Rainer Hölzel. „Die Kinder sollen wieder mit Kopf, Herz und Hand lernen.“ Über mehrere Monate hinweg sind verschiedene Kunstprojekte an der Schule geplant.

Familie, Kinder und Klassen schnitzen in Lindenberg

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Aber nicht nur Klassen werkeln im Zelt von Heuberger: Auch Familien und Kinder, die den Lindenberger Hort besuchen, schnitzen derzeit in der mobilen Werkstatt. Die Grundschule hat dafür mit den Einrichtungen Extra-Zeiten für einige Nachmittage vereinbart.

Finanziert hat die Grundschule den Besuch des Grünholzschnitzers zu großen Teilen über den Elternbeirat, Unternehmen und eine Stiftung für Kunstprojekte.

Zusatzzeiten Schülerinnen und Schüler können zusätzlich bis 2. Juli Stunden im Werkstattzelt buchen. Informationen und Preise gibt im Internet.