Sehr hohe Zahlen in Vorarlberg

Seit Dienstag verschärfter Lockdown in Österreich: Was bedeutet das für die Allgäuer Grenzgebiete?

Am Montag hat das Landesamt für Gesundheit nur einen positiven Coronatest für den Landkreis Lindau gemeldet.

Am Montag hat das Landesamt für Gesundheit nur einen positiven Coronatest für den Landkreis Lindau gemeldet.

Bild: Christian Flemming

Am Montag hat das Landesamt für Gesundheit nur einen positiven Coronatest für den Landkreis Lindau gemeldet.

Bild: Christian Flemming

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist im Kreis Lindau niedrig. Sorgenvoll blickt man zu den Nachbarn nach Österreich, wo jetzt der strenge Lockdown gilt.
18.11.2020 | Stand: 08:53 Uhr

Die Zahl lässt aufhorchen: Am Montag hat das Landesamt für Gesundheit nur einen positiven Coronatest für den Landkreis Lindau gemeldet. Das ist der niedrigste Anstieg seit Wochen. Und auch andere Allgäuer Kreise melden sinkende Zahlen.

Infektionsrisiko in Vorarlberg viermal so hoch wie im Landkreis Lindau

Sorgen bereitet dem Gesundheitsamt aber der Blick nach Vorarlberg. Dort liegt die Coronazahl seit Tagen über 800. Das Risiko einer Infektion ist viermal so hoch wie im Landkreis. Mit dem Lockdown in Österreich fürchten viele, Vorarlberger könnten verstärkt im Landkreis einkaufen, vor allem in Lindau. Das Landratsamt gehe davon aus, dass sich die Lage rund um den Kleinen Grenzverkehr und Einkaufsfahrten verschärfen werde, bestätigt Sibylle Ehreiser, Sprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage.

Ob dies unmittelbar Einfluss auf die Infektionslage im Landkreis nehme, hänge auch davon ab, wie diszipliniert sich alle Beteiligten an die Hygieneregeln mit Mindestabstand und Mund-Nasen-Bedeckung sowie an die Kontaktbeschränkungen halten.

Lockdown: Dürfen Österreicher noch ins Allgäu fahren?

Österreicher dürfen gründsätzlich über die Grenze zum Einkaufen und Tanken nach Deutschland fahren. Das gehört zur Deckung der Grundbedürfnisse.

Landrat Stegmann: Warnungen vor kleinem Grenzverkehr "leider ohne Erfolg"

Eigene Regeln kann der Landkreis nicht erlassen. Die Maßnahmen zum Grenzverkehr treffen Bund und Länder. Als der Freistaat Bayern Ende Oktober vermeldet hat, den „kleinen Grenzverkehr“ in Anlehnung an die Verordnung des Bundes wieder zuzulassen, hatte sich Landrat Elmar Stegmann mehrfach an das Bayerische Gesundheitsministerium gewandt und dort vor dieser Lockerung gewarnt – „leider ohne Erfolg“, so das Landratsamt.

In Vorarlberg hat indes Landesrat Johannes Rauch (Grüne) eine Diskussion ausgelöst. Er hatte geforderte, auch alle Betriebe zurückzufahren, wenn im Zuge des Lockdowns Schulen geschlossen werden. Das allerdings hat Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) umgehend zurückgewiesen. „Die Produktion ganz zu schließen wäre ein Todesstoß für unsere Wirtschaft. Wenn man soweit gehen würde, wird es nicht nur dunkel in Vorarlberg, sondern stockdunkel. Das wäre eine massive Bedrohung für Tausende Arbeitsplätze. Ich glaube, er sollte ein bisschen weniger twittern und mehr arbeiten“, sagte der Regierungschef über den Landesvorsitzenden der Grünen, die Koalitionspartner der ÖVP in Vorarlberg sind.