Betrug im Landkreis Lindau

Mann fällt auf gefälschte E-Mail von der Bank herein - Schaden im vierstelligen Bereich

Eine gefälschte E-Mail leitete einen Mann aus dem Landkreis Lindau zu einer gefälschten Internetseite, die wie die seiner Hausbank aussah.

Eine gefälschte E-Mail leitete einen Mann aus dem Landkreis Lindau zu einer gefälschten Internetseite, die wie die seiner Hausbank aussah.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Eine gefälschte E-Mail leitete einen Mann aus dem Landkreis Lindau zu einer gefälschten Internetseite, die wie die seiner Hausbank aussah.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Ein Mann aus dem Landkreis Lindau ist Opfer von Internet-Betrügern geworden und hat dabei eine Geldsumme im vierstelligen Bereich verloren. Was die Polizei rät.
20.04.2021 | Stand: 15:11 Uhr

Ein Mann aus dem Landkreis Lindau ist Opfer von Betrügern geworden. Laut Polizei erhielt er vergangene Woche eine E-Mail, die vermeintlich von seiner Hausbank stammte. Die E-Mail war professionell gestaltet, enthielt das vertraute Bankenlogo. Der Verfasser verwendete auch die üblichen Redewendungen und Ansprachen.

Wie die Polizei berichtet, führte ein Link in der E-Mail auf eine Internetseite, die die gleiche Aufmachung wie die Hausbank des Mannes hatte. Dort wurde er aufgefordert, zur Aktualisierung seines TAN-Verfahrens seine Kreditkartendaten und zwei Transaktionsnummern (TAN) anzugeben.

Normalerweise nutzt der Mann aus dem Landkreis Lindau einen TAN-Generator via App. Doch auf der Internetseite wurde er ausdrücklich dazu aufgefordert, eine TAN von der ehemals üblichen TAN-Liste einzugeben. Nachdem er eine Transaktionsnummer eingegeben hatte, meldete die Seite einen Fehler und forderte eine zweite Transaktionsnummer von der Liste. Anschließend erhielt der Mann eine Meldung, dass das TAN-Verfahren nun erfolgreich aktualisiert sei.

Als der Mann seine Kontoauszüge prüfte, stellte er Mann, dass die Betrüger zwei Beträge in Höhe einer vierstelligen Summe abgebucht und ins Ausland transferiert hatten.

Phishing-Mails: Die Masche der Internetbetrüger

Betrüger versenden solche gefälschen E-Mails, sogenannte Phishing-Mails oder treten in sozialen Netzwerken als vertrauenswürdige Person auf. Daduch bringen sie den Empfänger dazu, persönliche Daten, wie Zugangsdaten, Passwörter oder Transaktionsnummern preiszugeben. Internetbetrüger leiten ihre Opfer laut Polizei oftmals auf professionell gestaltete Internetseiten, wo sie ihre Zugangsdaten eingeben sollen.

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Anschließend können die Betrüger diese persönlichen Daten missbrauchen und mit dem Namen ihrer Opfer online Geschäfte abwickeln: Zum Beispiel Geld überweisen, Dispokredit ausschöpfen und Online-Einkäufe tätigen.

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Mehr als eine Million Euro Schaden durch Betrug mit Phishing-Mails

Mit dieser Betrugsmasche ergaunern die Betrüger nach Angaben der Polizei erhebliche Geldsummen. Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/ West 158 Fälle von Betrug mit Phishing-Mails. In 100 dieser Fälle waren die Täter erfolgreich und erbeuteten damit mehr als eine Million Euro. Im Jahr 2021 verzeichnet die Polizei bereits 100 Anzeigen. Bei der Hälfte der Opfer waren die Betrüger erfolgreich und verursachten einen Schaden von insgesamt 750.000 Euro.

Allein im Landkreis Lindau entstand im vergangenen Jahr bei 11 Betrugsfällen ein Schaden von 100.000 Euro.

So können Sie sich vor Internet-Betrug schützen: Tipps von der Polizei:

  • Kreditkarteninstitute fordern niemals persönliche Daten im Internet, per E-Mail, per Telefon oder per Post an – auch nicht um der Sicherheit willen.
  • Vergewissern Sie sich, ob die E-Mail tatsächlich von Ihrer Bank stammt. Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser. Bei geringsten Abweichungen sollten Sie stutzig werden.
  • Tragen Sie Internet-Adressen, die Sie ständig benötigen in die Favoritenliste Ihres Browsers ein.
  • Klicken Sie niemals auf Links in verdächtigen E-Mails. Geben Sie Internet-Adresse Ihrer Bank selbst im Browser ein.
  • Übermitteln Sie keine persönlichen oder vertraulichen Daten (Passwörter oder Transaktionsnummern) per E-Mail.
  • Laden Sie Programme nur über die Internetseite der Bank herunter. Nutzen Sie keine Links und öffnen Sie keine angehängten Dateien. Nutzen Sie Antivirenprogramme und Firewalls.
  • Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online-Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an.
  • Melden Sie sich nach jeder Online-Sitzung bei Ihrer Bank ab.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand und Ihre Kontobewegungen.
  • PIN und TANs sollten Sie nur dann eingeben, wenn eine gesicherte Verbindung mit Ihrem Browser hergestellt ist. Eine Sichere Verbindung erkennen Sie an dem https:// in der Adresszeile: Im Browserfenster erscheint ein kleines Symbol, z. B. in Form eines Vorhängeschlosses, das den jeweiligen Sicherheitsstatus symbolisiert ("geschlossen" bzw. "geöffnet").
  • Nutzen Sie nur die offizielle Zugangssoftware Ihrer Bank.

Weitere Hinweise finden Sie unter www.bsi-fuer-buerger.de.