Lindenberg

Mittelschüler haben an der Börse den richtigen Riecher

Planspiel Börse Team „Supersize“ belegt derzeit unter 149 Gruppen den dritten Platz. Aus Fehlern des Vorjahres gelernt
10.12.2020 | Stand: 07:24 Uhr

An der Mittelschule Lindenberg ist das Börsenfieber ausgebrochen: Schülerinnen und Schüler machen sich Gedanken über die Stärken und Schwächen von Unternehmen, beobachten Kursentwicklungen und kaufen und verkaufen eifrig Aktien. Das tun sie freilich mit virtuellem Geld, so wie auch die mit den Aktien gefüllten Depots nur eine Simulation sind. Doch auf diese Weise sollen die Mittelschüler ein Gespür für das Geschehen an der Börse bekommen, sagt Klassenleiterin Beate Rohrmüller.

Es ist das Planspiel Börse der Sparkassen, an denen sich unter anderem auch die Mittelschüler aus Lindenberg beteiligen. Und das nicht zum ersten Mal. Seit rund zehn Jahren sind es immer wieder Gruppen der einstigen Haupt- und heutigen Mittelschule, die sich mit Aktiengesellschaften und ihrem Wert an der Börse beschäftigen. Erfolgte früher die Abwicklung über den Computer, reicht heute ein Smartphone aus. Auf diesem Weg haben sich Kaltrin, Laila, Tania, Julia, Elvira, Amelie und Sabrina aus der Klasse 10M auch bei der Sparkasse unter dem Gruppennamen „Supersize“ angemeldet. Ihr Vorteil: Sie haben schon im vorigen Schuljahr an dem Wettbewerb teilgenommen. Und sie haben aus ihren damaligen Fehlern gelernt.

„Damals haben wir nicht gleich das ganze Geld in Aktien investiert, sondern erst einmal abgewartet“, blickt Julia zurück. Immerhin 50 000 Euro stehen den einzelnen Gruppen zur Verfügung. Da sie teilweise die falschen Aktien erwarben und zum falschen Zeitpunkt wieder verkauften, blieben davon Ende 2018 nur rund 18 000 Euro übrig. Das sieht heuer ganz anders aus. Die sieben „Supersize“-Mitglieder im Alter von 15 und 16 Jahren haben sich grundlegende Gedenken gemacht, sich Informationen bei den Eltern geholt und auch verstärkt die Nachrichten im Fernsehen geschaut. So war ihnen klar: Der Automobilbranche geht es trotz Dieselskandal und anstehender Elektromobilität ganz gut. Erste Gewinne fuhr die Gruppe daher mit Volkswagen- und Daimler-Aktien ein. Gekauft haben die Schüler aber auch Anteile an „Netflix“. Der Gedanke dahinter: „Im Winter schauen die Leute öfter Serien und Filme und abonnieren deshalb Netflix“, so Kaltrin.

Bei ihren Entscheidungen verlassen sich die Gruppenmitglieder aber nicht darauf, die Unternehmen selbst zu kennen. So investierten sie auch in das schwedische Unternehmen Alfa Laval, das Produkte für die Stofftrennung herstellt. Prompt erzielten sie damit ihren bislang höchsten Gewinn.

Das Planspiel der Sparkassen endet im Dezember. Die Mittelschüler hoffen, auch dann noch ganz vorne mit dabei zu sein. Schließlich locken Geldpreise ebenso wie Ausflüge.

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Für Beate Rohrmüller ist die Teilnahme am Börsenspiel eine gute Lernmethode. Im Schulfach „Arbeit, Wirtschaft, Technik“ (AWT) stehen unterschiedliche Rechtsformen von Unternehmen und das Geschehen an der Börse ohnehin im Lehrplan. Was sie im Unterricht allerdings auch beleuchtet sind die Risiken, die mit dem Investieren in Aktiengesellschaften verbunden sind. „Man sollte kein Geld dafür verwenden, das man dringend braucht“, lehrt sie den Schülerinnen und Schülern.