Corona im Landkreis Lindau

"Mitten in der Sommerwelle": Wie sich die Corona-Lage im Landkreis Lindau verschärft

Erik Jahn vom Landratsamt hat im Kreistag über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Lindau gesprochen.

Erik Jahn vom Landratsamt hat im Kreistag über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Lindau gesprochen.

Bild: Benjamin Schwärzler, Landkreis Lindau

Erik Jahn vom Landratsamt hat im Kreistag über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Lindau gesprochen.

Bild: Benjamin Schwärzler, Landkreis Lindau

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis kratzt an der 1000er-Marke. Damit gehören Lindau und das Westallgäu zu den Corona-Hotspots. Welche Rolle spielen Feste?
16.07.2022 | Stand: 05:11 Uhr

Die Zahlen steigen und steigen. Vor gut einem Jahr lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Lindau bei 2,4 jetzt fast bei 1000. „Wir sind mitten in der Sommerwelle“, sagte Erik Jahn, zuständiger Jurist am Landratsamt im Kreistag. Dort gab er einen Bericht zur Corona-Lage ab.

Seit Mitte Juni sind die meisten Corona-Einschränkungen aufgehoben. Auch die Quarantäneregeln wurden deutlich gelockert. Seitdem steigen im Landkreis die Coronazahlen fest stetig an.

(Lesen Sie auch: Corona-„Spaziergang“ in Wangen nicht angemeldet: Mann muss Geldstrafe zahlen)

Mittlerweile zählt das Gesundheitsamt 200 und mehr Fälle an einem Tag. Besonders betroffen sind die 35- bis 59-Jährigen.

Einen Hotspot gibt es im Landkreis Lindau nicht. In allen Kommunen gibt es Fälle.

Lesen Sie auch
##alternative##
Corona-Pandemie im Westallgäu

Impfpflicht in Heimen und Praxen: So läuft es mit dem Bußgeld im Landkreis Lindau

Zwar landen vergleichsweise wenige Betroffene im Krankenhaus. Und auch die Intensivstationen sind nicht überlastet. Die vielen Fälle machen sich aber andernorts bemerkbar: In vielen Betrieben fehlen erkrankte Mitarbeiter. „Es fallen jede Menge Arbeitsstellen weg“, sagte Jahn.

Dazu zählen Kliniken, Pflegeheime und Arztpraxen. „Es trifft die, die sich kümmern, nicht die Kranken und Pflegebedürftigen“, beschrieb Jahn die Lage. Er hoffe, dass die Regeln für Heime mit einer Testpflicht für Besucher beibehalten werden.

Aktuell gebe es „kein Ausbruchsgeschehen in sensiblen Bereichen“, zu denen die Heime gehören.

Sie wollen immer über die neuesten Nachrichten aus dem Westallgäu sein? Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen, täglichen Newsletter "Der Tag im Westallgäu".

Corona im Landkreis Lindau: Welche Rolle spielt das Bezirksmusikfest?

Dagegen tragen vermutlich Großveranstaltungen wie das Bezirksmusikfest vergangene Woche zu den hohen Fallzahlen bei. Sicher sagen lässt sich das aber nicht. Das Gesundheitsamt verfolgt Kontakte nicht mehr nach. Die Behörde könnte das angesichts der hohen Fallzahlen wohl auch gar nicht mehr, wie Jahn einräumte.

Das Landratsamt verweist auf Anfrage aber darauf hin, dass dort, wo viele Menschen zusammenkommen, sich „schnell verbreiten kann“, wenn Hygiene-Maßnahmen und Abstandsregeln nicht eingehalten werden oder nicht eingehalten werden können.

Impfungen im Landkreis Lindau sinken auf ein Minimum

Auf wenig Nachfrage stoßen seit einigen Wochen die Impfungen. Maximal 120 werden in den beiden Impfzentren im Landkreis noch verabreicht – nicht pro Tag, sondern pro Woche. In der Regel handele es ich um die erste oder zweite Boosterimpfung, sagte Jahn.

Eine spürbare Zunahme erwartet er Ende November oder Anfang Oktober. Dann gelten – Stand heute – neue Regeln, ab wann Menschen als vollständig geimpft gelten.

In jedem Fall werden die beiden Impfzenten in Lindenberg und Lindau bis zum Jahresende weiter betrieben. Der Landkreis habe mit dem Betreiber Allgäu Medical Wege gefunden, nicht unnötig Geld auszugeben, aber gleichzeitig das Stammpersonal zu halten, um die Zentren bei Bedarf schnell wieder hochfahren zu können.

Für die Zukunft wünscht sich Jahn, von Bund und Land eine frühzeitige Information über neue Regelungen. Konkret nannte er Maßnahmen für den Schulbesuch im Herbst. Die Familien müssten sich darauf einstellen können, sagte der Jurist.

Das war in der Vergangenheit häufig nicht der Fall. Manche Verordnungen seien den Behörden sehr kurzfristig mitgeteilt worden.

(Lesen Sie auch: Ausbildung zum Bademeister in Lindau: „Jeder Dritte wirft das Handtuch")