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Nach 27 Jahren ist Schluss: Karlheinz Schwärzler hört als Kommandant in Oberreute auf

Amtsübergabe bei der Feuerwehr Oberreute: Mathias Behmann (Zweiter von rechts) ist Nachfolger von Karlheinz Schwärzler als Kommandant. Mit auf dem Foto sind Kreisbrandrat Wolfgang Endres (links) und Stefan Schneider, stellvertretender Kommandant der Wehr und Bürgermeister in Oberreute.

Amtsübergabe bei der Feuerwehr Oberreute: Mathias Behmann (Zweiter von rechts) ist Nachfolger von Karlheinz Schwärzler als Kommandant. Mit auf dem Foto sind Kreisbrandrat Wolfgang Endres (links) und Stefan Schneider, stellvertretender Kommandant der Wehr und Bürgermeister in Oberreute.

Bild: Feuerwehr

Amtsübergabe bei der Feuerwehr Oberreute: Mathias Behmann (Zweiter von rechts) ist Nachfolger von Karlheinz Schwärzler als Kommandant. Mit auf dem Foto sind Kreisbrandrat Wolfgang Endres (links) und Stefan Schneider, stellvertretender Kommandant der Wehr und Bürgermeister in Oberreute.

Bild: Feuerwehr

Karlheinz Schwärzler gibt das Amt als Kommandant in Oberreute ab. Sein Nachfolger ist Mathias Behmann. Er hat eine klassische Feuerwehrkarriere hingelegt.
12.05.2022 | Stand: 12:05 Uhr

Gibt eine Führungskraft ein Amt ab, ist oft vom Ende einer Ära die Rede. Nicht immer passt der Ausdruck, im Fall der Feuerwehr Oberreute schon. Dort hat Karlheinz Schwärzler das Amt des Kommandanten abgegeben – nach 27 Jahren und 1066 Einsätzen. „Wir haben eine gute junge Generation. Dann musst Du auch so weit sein, ein Amt abzugeben“, sagt der 57-Jährige. Nachfolger ist sein „Wunschkandidat“. Mathias Behmann, 36 Jahre alt, Schreinermeister und ein Eigengewächs der Oberreuter Wehr.

Der „Neue“ hat eine klassische Feuerwehrkarriere hingelegt. Im Jahr 2000 ist Mathias Behmann zur damals eben gegründeten Jugendfeuerwehr gegangen. Nach dem Übertritt zu den Aktiven folgten Ausbildungen zum Maschinisten und Atemschutzgeräteträger. Mathias Behmann wurde Atemschutzleiter, Gruppen- und Zugführer, bringt also eine Menge Erfahrung für das Amt mit. Sein erster Einsatz als Kommandant ließ im Übrigen nicht lange auf sich warten. Am Tag nach der Hauptversammlung rückte die Wehr zu einer Vermisstensuche aus.

Vor drei Jahren bezog die Feuerwehr ihr neues Gerätehaus

Viel ändern will Mathias Behmann nicht. „Es läuft. Die Wehr steht gut da“, sagt er. Die Ansicht teilt auch sein Vorgänger. „Wir haben ein gutes Haus, gute Fahrzeuge und eine gute Mannschaft“, sagt Karlheinz Schwärzler. Er übergebe eine gute Wehr.

Als ein Höhepunkt in seiner Amtszeit konnte die Wehr vor drei Jahren ein neues Gerätehaus beziehen und dabei gleich auch noch ein neues Löschauto segnen. Drei Fahrzeuge stehen aktuell in den Garagen. Ein viertes, das speziell für Hochwassereinsätze ausgerüstet ist, soll noch kommen. Eigentlich hatte es der Bund bereits 2019 zugesagt.

Als Schwärzler das Amt von seinem Vorgänger übernahm, hatte die Oberreute Wehr 42 Aktive, heute sind es 64, darunter vier Frauen. Und auch für die Zukunft ist die Wehr offenbar gerüstet. Die Jugendfeuerwehr hat 19 Mitglieder, mehr als die Hälfte davon ist weiblich. Der gute Stand der Mannschaft kommt nicht von ungefähr. „Die Ausbildung war mir immer wichtig“, sagt Schwärzler. Schließlich müssen im Ernstfall alle Handgriffe passen. Und: „Du hast es als Kommandant leichter, wenn Du Dich auf die Mannschaft verlassen kannst“, sagt Schwärzler. 105 aktive Feuerwehrler hat er in seiner Amtszeit ausgebildet.

Schwärzler bleibt der Feuerwehr Oberreute erhalten

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Den Rücken kehrt Schwärzler der Wehr nicht. Er bleibt ihr als Aktiver erhalten. Die Rolle in der Mannschaft ist ihm durchaus vertraut: der 57-Jährige arbeitet als Techniker bei Liebherr Electronic in Lindau und ist in der Bodenseestadt Mitglied der Feuerwehr. Tagsüber rückt er dort bei Einsätzen der Hauptwache als normaler Feuerwehrler mit aus.

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An seinen ersten Einsatz als Kommandant kann sich Schwärzler noch gut erinnern. Er war am 5. Januar 1995 – ein Großbrand in Simmerberg, bei dem er als Abschnittsleiter eingesetzt war. Dem Einsatz folgten 1065 weitere. Darunter auch einige, die hängen blieben. Brände etwa, bei denen die Wehr Menschen gerettet, sie dann aber doch gestorben sind. „Du machst Dir in solchen Fällen als Führungskraft immer Gedanken, ob Du alles richtig gemacht hast“, sagt Schwärzler. Das sei bei ihm immer der Fall gewesen.

Das wünscht der Ex-Kommandant auch seinem Nachfolger Mathias Behmann. Der 36-Jährige hat die bewährte Führungsmannschaft hinter sich. Stefan Schneider ist weiter stellvertretender Kommandant. „Es macht Spaß“, sagt der Bürgermeister über seine Arbeit bei der Wehr. Und zeitlich bekomme er beides – Rathaus und Wehr – gut unter einen Hut.

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