Hergatz

Nach Wasserschaden: So unterstützt Hergatz den TSV Wohmbrechts

Das Vereinsheim des TSV Wohmbrechts ist sanierungsbedürftig.

Das Vereinsheim des TSV Wohmbrechts ist sanierungsbedürftig.

Bild: Daniel Boscariol

Das Vereinsheim des TSV Wohmbrechts ist sanierungsbedürftig.

Bild: Daniel Boscariol

Der Gemeinderat Hergatz unterstützt den TSV Wohmbrechts bei der Sanierung des Vereinsheims. Doch es gab im Vorfeld Probleme bei der Kostenrechnung.

05.08.2020 | Stand: 12:06 Uhr

4000 Arbeitsstunden haben die Sportler in den Bau gesteckt, eingeweiht hat es der Verein 1993 – und nun ist es offenbar in die Jahre gekommen: Der TSV Wohmbrechts saniert sein Vereinsheim. Um das Vorhaben stemmen zu können, braucht der Verein Geld von der Gemeinde. Diese schießt 80 000 Euro zu. Dem einstimmig gefassten Beschluss ging eine Diskussion voraus – denn die Kostenübersicht warf einige Fragen auf.

Pläne scheiterten beim TSV Wohmbrechts - trotz Schimmelbefall

Florian Gsell, Gemeinderatsmitglied und Vorsitzender des TSV, stellte seinen Kolleginnen und Kollegen die Probleme vor, die der Verein mit seinem Vereinsheim hat: Hauptursache für den schlechten Zustand des Gebäudes ist demnach ein Wasserschaden, der den Mitgliedern 2018 auffiel. Möglicherweise jahrelang war Wasser aus einem defekten Rohr getropft, dadurch bildete sich Schimmel. Verschiedene Pläne, unter anderem den Umkleide- sowie Duschbereich zu erweitern und zu sanieren, scheiterten jedoch an der Finanzierung. Deshalb reduzierten die Sportler den Umfang ihrer Pläne: „Wir sanieren unseren Bestand“, erklärte Gsell und betonte die Notwendigkeit des Vorhabens.

Angedacht ist beispielsweise, Dächer, Heizungen, Türen und Duschen zu sanieren. Für das Dach sind lediglich die Materialkosten in der Zuschussbegründung veranschlagt, die Mitglieder werkelten dort nämlich bereits in Eigenleistung, geht aus der Beschlussvorlage hervor.

Hergatzer Gemeinderatsmitglieder üben Kritik an Planung

Für Gemeinderatsmitglied Anton Pfeiffer hat die Kostenübersicht allerdings nicht genug Substanz: „Mir ist da zu wenig Fleisch dran“, sagte er. Pfeiffer hält die Zahlen für schwierig einzuschätzen, Vergleiche fehlen. Er unterstütze das Vorhaben natürlich, 80 000 Euro seien aber schon viel Geld. Pfeiffer ging damit auf den Hinweis seines Kollegen Manfred Scheuerl ein, der anmerkte, dass sich der Verein für die Sanierungen und den damit verbundenen Kostenrechnungen teils nur ein Angebot eingeholt hatte.

Gsell entgegnete: „Ich kann natürlich Gegenangebote einholen.“ Er wies jedoch darauf hin, dass eine größere Ausschreibung durch einen Architekten die Kosten nach oben treiben könnte. Gsell versicherte außerdem, dass es bei den 80 000 Euro für das Vorhaben bleibt. Unter den Anbietern, die die Kosten geschätzt haben, sind außerdem Vereinsmitglieder, erklärte Gsell.

Für Heike Kirchmann war das ein wichtiges Argument. „Das hat was mit Vertrauen zu tun“, sagte sie. Kirchmann begründete ihre Zustimmung auch mit einem Gesundheitsaspekt wegen des Schimmels. Weitere Angebote zu prüfen könnte die Sanierung verzögern.