Natur im Westallgäu

Neue Bäume: In Weiler-Simmerberg entsteht ein Zukunftswald

Zukunftswald

Ist zufrieden mit der Maßnahme: Förster Marcus Fischer vom Forstrevier Lindenberg im Zukunftswald in Weiler-Simmerberg.

Bild: Forstrevier Lindenberg

Ist zufrieden mit der Maßnahme: Förster Marcus Fischer vom Forstrevier Lindenberg im Zukunftswald in Weiler-Simmerberg.

Bild: Forstrevier Lindenberg

Der Borkenkäfer hat dem Gemeindewald stark zugesetzt. Welche Maßnahmen das Forstrevier Lindenberg ergriffen hat und welche Bäume dem Klimawandel trotzen sollen.
04.05.2021 | Stand: 07:08 Uhr

Der Borkenkäferbefall hat im Gemeindewald von Weiler-Simmerberg ichtbare Spuren hinterlassen. Es gibt nördlich der Hammermühle große Kahlflächen, wo einst kräftige Fichten standen. Diese wurden nun als Mischwald wieder aufgeforstet. Die Marktgemeinde setzt dabei auf standortgerechte Baumarten, die dem Klimawandel trotzen können und zugleich wertvolles Holz produzieren. Gleichwohl bietet der neue Wald die Grundlage für eine größere Artenvielfalt und höhere Naturnähe, erklärt Revierleiter Marcus Fischer vom Forstrevier Lindenberg.

Annähernd ein Hektar ehemaliger Fichtenwald musste wieder aufgeforstet werden. Auf dem lehmig-tonigen Boden wachsen nun Tannen mit Erlen um die Wette. Kern der Aufforstung stellt laut Fischer jedoch die Eichen-Kultur dar, die zusammen mit Hainbuche einen neuen Bestand bilden soll. Am Waldrand wurde ein artenreicher Übergang mit typischen Waldrandsträuchern angelegt. Dort finden Tiere in Weißdorn, Felsenbirne, Schlehe oder Heckenkirsche Unterschlupf und Nahrung, wie der Förster erläutert.

Forstbetrieb pflanzt 4000 neue Bäume und Sträucher

Insgesamt haben die Männer vom ortsansässigen Forstbetrieb Göswein rund 4000 junge Bäume und Sträucher gepflanzt. Dabei erhielten die Laubbäume Wuchshüllen zum Schutz vor der stark wuchernden Brombeere. Dennoch steht auch in den kommenden Monaten und Jahren regelmäßiges Ausmähen der jungen Pflänzchen an. „Vorausgesetzt die Pflanzen wachsen in dem bereits wieder sehr trockenen Waldboden gut an, steht dem Zukunftswald nichts im Wege“, sagt Fischer.

Die Eiche, als lichtliebende Baumart, eigne sich sehr gut für die Wiederaufforstung von größeren Freiflächen, die beispielsweise durch Borkenkäferbefall oder Stürme entstanden sind. Durch die Klimaerwärmung steigt das Potenzial der Eiche im Westallgäu stark an, da sie zu den wärmeliebenden heimischen Baumarten zählt. Durch ihre Pfahlwurzel ist die Eiche stabil im Boden verankert. Die raue Borke älterer Eichen bietet vielen Tieren Lebensraum und die Eicheln sind beliebte Nahrung. Das dauerhafte Holz hat vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, wenngleich die Ernte der neu gepflanzten Eichen erst in einigen Generationen erfolgen kann.

Weißtanne ist Nadelbaum der Zukunft im Westallgäu

Die Weißtanne ist laut Fischer die heimische Nadelbaumart der Zukunft. „Sie kommt mit den Klimaveränderungen gut zurecht und liefert Bauholz in bester Qualität.“ Die Tanne mag jedoch keine Freiflächen und wächst lieber im Schutz von Altbäumen empor. Daher wurde im Rahmen der Wiederaufforstung zusätzlich Schwarzerle gepflanzt. Diese ist schnellwüchsig und schützt die kleinen Tannen wie ein Schirm vor Sonne und Frost.

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Die Aufforstung wurde im Rahmen des Waldförderprogramms 2020 durch den Freistaat Bayern gefördert. Diese Förderung steht auch allen privaten Waldbesitzern offen. Waldbesitzer können sich hierzu an Revierleiter Marcus Fischer wenden (hier geht's zum Kontakt).