Westallgäu

Neue Struktur im Fußball: Wieso der WFV seine Bezirke neu einteilen will

WFV

Sollte der WFV seine Bezirke wie geplant neu einteilen, würde es der FV Rot-Weiß Weiler (hier Dominic Snelinski beim Torjubel mit Elias Hatt) in der Landesliga teilweise mit neuen Gegnern zu tun bekommen.

Bild: Florian Wolf

Sollte der WFV seine Bezirke wie geplant neu einteilen, würde es der FV Rot-Weiß Weiler (hier Dominic Snelinski beim Torjubel mit Elias Hatt) in der Landesliga teilweise mit neuen Gegnern zu tun bekommen.

Bild: Florian Wolf

Der Württembergische Fußballverband bringt eine umfassende Reform auf den Weg. Welche Rolle die Jugend spielt und wie die Westallgäuer Vereine betroffen sind.

11.06.2020 | Stand: 17:57 Uhr

Der Württembergische Fußballverband bringt eine umfangreiche Strukturreform auf den Weg. In den kommenden Jahren wird der Verband sowohl das Spielsystem als auch die Zahl der Bezirke verändern. Künftig soll es nur noch zwölf statt 16 Bezirke geben. Es soll aber bei einer Verbandsliga und vier Landesligen bleiben. Der Verbandstag im Mai 2021 soll einen entsprechenden Beschluss fassen – und dieser dann innerhalb von zwei bis drei Jahren umgesetzt werden. Für die meisten Vereine aus dem Westallgäu würde sich kaum etwas ändern: Denn der Bezirk Bodensee soll nicht angetastet werden und so bleiben, wie er ist.

Der WFV beschäftigt sich bereits seit fünf Jahren intensiv damit, wie er seine Spiel- und Verbandsstruktur zukunftsfähig machen kann. Vor allem die Entwicklung im Nachwuchsbereich bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen, denn gerade in den älteren Jahrgängen ist die Zahl der gemeldeten Mannschaften seit der Saison 2014/15 deutlich zurückgegangen. Auch im Bezirk Bodensee: bei den A-Junioren von 55 auf 42 (minus 24 Prozent) und bei den B-Junioren von 57 auf 62 (minus zwölf Prozent).

Zahl der Spielgemeinschaften in der Jugend stark gestiegen

Gleichzeitig ist die Zahl der Spielgemeinschaften stark gestiegen. Von den 106 Vereinen im Bezirk Bodensee haben nur noch 18 eine eigenständige A-Jugend und nur noch 28 eine eigene B-Jugend. Dazu gehört auch der FC Lindenberg, der im Westallgäu hier allein auf weiter Flur ist. In der Regel arbeiten zwei oder sogar drei Vereine zusammen – wie zum Beispiel bei der SG Westallgäu, die sich aus dem TSV Heimenkirch, dem TSV Wohmbrechts und dem TSV Opfenbach zusammensetzt.

Generell ist die Mitgliederzahl der Amateurvereine im WFV innerhalb der letzten zehn Jahre von 496 000 auf 470 000 gesunken. „Das ist aber kein fußballspezifisches Problem. Im Gegenteil, da sind wir noch Volkssport“, sagt WFV-Vizepräsident Steffen Jäger. Der Verband geht aber davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Das heißt: Auch bei den Erwachsenen dürfte es über kurz oder lang weniger Mannschaften im Spielbetrieb geben – oder die Zahl der Spielgemeinschaften zunehmen.

Künftig nur noch zwölf Fußball-Bezirke in ganz Württemberg

Auch deshalb will der WFV sein Spielsystem in das sogenannte 1-4-12-Modell umbauen. Das heißt: eine Verbandsliga, vier Landesligen und nur noch zwölf Bezirksligen. Unter jeder Bezirksliga wiederum zwei oder drei Kreisligen A – und als Basis ganz unten zwischen vier und neun Kreisligen B. Im Bezirk Bodensee gibt es davon bisher sieben Stück, wobei diese mit teilweise nur noch zwölf Mannschaften mitunter sehr klein sind.

Dieses Modell hatte der Verband im Herbst bei seinen Regionalkonferenzen präsentiert – und rund 71 Prozent der Vereinsvertreter hatten diesem Vorschlag auch zugestimmt. Alternativ im Gespräch war das 1-3-9 mit nur noch drei Landesligen und neun Bezirksligen, was den Vereinen allerdings deutlich weitere Fahrstrecken bringen würde. Diese etwas radikalere Variante stieß nicht nur deshalb auf weniger Gegenliebe.

Seit 1976 gibt es die aktuelle Struktur mit 16 Bezirken. Deren Größe variiert zum Teil erheblich: Im größten Bezirk Ostwürttemberg spielen derzeit 213 Mannschaften in Konkurrenz und Reserven, im kleinsten Bezirk Zollern sind es nur 81. Der Schnitt liegt bei 155. Vor allem die zu großen und zu kleinen Bezirke will der Verband angleichen. Deshalb soll es künftig nur noch zwölf geben.

Landesliga: FV Rot-Weiß Weiler bekommt neue Gegner

Der Bezirk Bodensee hat eine gesunde Größe und liegt mit 190 Mannschaften leicht über dem Schnitt. Er soll unangetastet bleiben. Jedoch hätte die geplante Strukturreform Auswirkungen auf die Landesliga Staffel IV, in der der FV Rot-Weiß Weiler spielt. Diese Liga deckt derzeit die vier Bezirke Bodensee, Donau, Riß und Zollern ab. Künftig sollen es nur noch drei Bezirke sein, die teils neu eingeteilt werden. Riß und Donau sollen einen gemeinsamen Bezirk bilden – mit Ausnahme der Vereine aus dem Raum Ehingen. Diese wiederum sollen künftig dem Bezirk Donau/Iller zugeschlagen werden. Diese zwei neuen Bezirke sollen zusammen mit dem Bezirk Bodensee künftig die Landesliga Staffel IV bilden. Der Bezirk Zollern würde künftig in eine andere Landesliga-Staffel kommen.

Das hätte für den FV Rot-Weiß Weiler einen Vorteil und einen Nachteil: Einerseits würden dadurch die bis zu zweieinhalb Stunden langen Fahrten in dieses weit entfernte Eck entfallen. Andererseits sind die Vereine aus dem Bezirk Zollern in der Regel nicht sehr stark und zumeist im unteren Bereich der Tabelle zu finden. Somit würden also eher schwächere Gegner wegfallen.