Hilfe für Jugendliche und Familien

Neues Angebot der Jugendhilfe: Opfenbach erhält Familienstützpunkt

Opfenbach bekommt einen Familienstützpunkt. Andreas Knöpfle vom Landratsamt hat das Konzept im Gemeinderat vorgestellt.

Opfenbach bekommt einen Familienstützpunkt. Andreas Knöpfle vom Landratsamt hat das Konzept im Gemeinderat vorgestellt.

Bild: Benjamin Schwärzler

Opfenbach bekommt einen Familienstützpunkt. Andreas Knöpfle vom Landratsamt hat das Konzept im Gemeinderat vorgestellt.

Bild: Benjamin Schwärzler

Der Landkreis Lindau übernimmt die Personalkosten, die Trägerschaft aber nicht. Welche Hilfe Familien erhalten sollen und wer laut Jugendamt besonders betroffen ist.
14.10.2021 | Stand: 11:02 Uhr

In Opfenbach soll es schon bald einen Familienstützpunkt geben. Dabei handelt es sich um eine Anlaufstelle der Familienbildung, die wiederum zu den Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe zählt. Zielgruppe sind Familien, die „neue Ideen für die Erziehung oder das Familienleben“ benötigen, wie es Andreas Knöpfle vom Lindauer Jugendamt in der Gemeinderatssitzung beschrieb.

Opfenbach laut Jugendamt kein sozialer Brennpunkt

„Opfenbach ist kein sozialer Brennpunkt“, stellte Knöpfle klar. Doch auch in der 2400-Einwohner-Gemeinde ist die Jugendhilfe des Landratsamtes präsent. Das ist beispielsweise bei Familien der Fall, die von Trennung oder Scheidung der Eltern betroffen sind. Denn dort sind „Kinder von Belastungsfaktoren betroffen“, weiß Knöpfle. Aber auch Familien mit Migrationshintergrund fallen häufig durch das „Netz vorhandener Hilfsangebote“ und das schlicht, weil sie es nicht kennen.

In Lindenberg gibt es schon einen Familienstützpunkt

Im bereits vorhandenen Familienstützpunkt in Lindenberg geht es deshalb darum, Familien mit den verschiedenen Akteuren wie Vereinen, Kindertagesstätten, Schulen, der Caritas oder auch der Agentur für Arbeit in Kontakt zu bringen, erläuterte die dortige Koordinatorin Ina Kaiser den Ratsmitgliedern.

Dies soll künftig auch in Opfenbach der Fall sein. Mit einem zweistündigen, öffentlichen Treffpunkt in den Räumen der Mittagsbetreuung der Schule soll es losgehen. Je nach Bedarf könnte das Angebot später wachsen.

Vor Beginn der Corona-Pandemie hatten bis zu 70 Eltern und Kinder beispielsweise das „Dienstagscafé“ in Lindenberg besucht – darunter auch Familien aus Opfenbach.

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Kinder und Familien

Nach langer Vorfreude ist Füssener Kita endlich am Ziel

Aus den Reihen des Gemeinderates bekannte Annette Straub, dass sie bislang annahm, „dass wir so etwas in Opfenbach nicht brauchen“. In einem Gespräch mit Schulleiterin Sabrina Seyberth habe sie aber erfahren, dass dort die Kapazitäten für die Betreuung von verhaltensauffälligen Kindern knapp bemessen sind. Auch für Bürgermeister Matthias Bentz steht der Bedarf außer Frage: „Ich bin überzeugt, dass wir das Angebot brauchen.“ Viele Familien seien, beispielsweise über die örtlichen Vereine, gut vernetzt, aber: „Manche sind es nicht.“

Für Andreas Knöpfle ist klar: Häufig zeigen sich erste Probleme in einer Familie und bei der Erziehung von Kindern bereits im ersten Lebensjahr. „Je früher dann ein Kontakt besteht, einen umso besseren Weg nimmt ein Kind in der Kita und der Schule“, berichtete er aus seinem Arbeitsalltag. Langfristig sei es das Ziel, dass sich betroffene Familien selbst untereinander vernetzen. Das sei in Lindenberg bereits teilweise der Fall.

Arbeiterwohlfahrt wird Träger für Familienstützpunkt in Opfenbach

Der Gemeinderat beschloss am Ende einstimmig, dass es einen Familienstützpunkt in Opfenbach geben soll. Dafür stellt die Gemeinde die Räumlichkeiten in der Schule zur Verfügung und übernimmt mögliche Kosten für Essen, Spiel- und Bastelmaterial. Als Träger der Einrichtung fungiert die Arbeiterwohlfahrt.