Vorbildliches Bürgerprojekt

Neues Wohngebiet in Röthenbach: Anwohner gestalten Spielplatz selbst

Den Spielplatz im Neubaugebiet in Röthenbach haben Anwohner selbst gestaltet. Maßgeblich daran beteiligt war Markus Führer.

Den Spielplatz im Neubaugebiet in Röthenbach haben Anwohner selbst gestaltet. Maßgeblich daran beteiligt war Markus Führer.

Bild: Olaf Winkler

Den Spielplatz im Neubaugebiet in Röthenbach haben Anwohner selbst gestaltet. Maßgeblich daran beteiligt war Markus Führer.

Bild: Olaf Winkler

Aus Sicht der Gemeinde ist das Projekt in mehrfacher Hinsicht „richtig gut gelaufen“. Und das, obwohl sie etwas mehr zahlen musste als geplant. Welche Rolle der TÜV dabei spielt.
13.10.2021 | Stand: 05:43 Uhr

In ein Neubaugebiet gehört auch ein Spielplatz – dieser Überzeugung ist die Gemeinde Röthenbach bei der Erstellung des Bebauungsplans „Mühlenstraße“ gefolgt. Gut 200 Quadratmeter hat sie für eine Spielfläche reserviert. Doch bevor sich der Gemeinderat konkret über Spielgeräte und Aufteilung Gedanken machen konnte, wurden die neuen Grundstücksbesitzer aktiv.

Seit 2019 läuft die Bebauung in der Mühlenstraße. Gut 20 Ein- und Mehrfamilienhäuser sind hier insgesamt vorgesehen. An die 30 Familien wohnen einmal hier. Ein Großteil hat das neue Eigenheim bezogen – und meist zwei Kinder mitgebracht.

Der Wunsch nach einem Spielplatz war daher groß. Die Initiative hat deshalb Markus Führer ergriffen. Der gelernte Maurer und Bauingenieur hat selbst im vergangenen Jahr in der Mühlenstraße gebaut.

Und er nutzte einen „direkten Draht“ in den Gemeinderat. Dort sitzt Diana Reich, die Führer seit dem Kindergarten kennt. Sie signalisierte Führer: Wenn die Eltern sich eine schnelle Umsetzung wünschen, dann sollten sie selbst aktiv werden. Denn die Kommune hatte die Erstellung des Spielplatzes mit Blick auf die noch laufenden Bauarbeiten an weiteren Häusern noch nicht „auf dem Schirm“.

Anwohner arbeiten in drei Teams am Spielplatz

So sprach Führer auch Bürgermeister Stephan Höß an. Und der zeigte sich offen für ein Konzept der Anwohner für die Gestaltung der Fläche. Führer lud seine neuen Nachbarn zu einer Besprechung ein. Acht von ihnen zeigten konkretes Interesse. „Wir haben dann drei Teams gebildet, die sich Gedanken über ein Konzept gemacht haben“, sagt Führer.

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Das Erstaunliche: Groß voneinander abgewichen sind die so entstandenen Ideen nicht. Kletterbereiche sollte es geben, eine Krabbelröhre und natürlich eine Schaukel.

Drei Angebote holte Führer bei Herstellern von Spielgeräten ein, denn die müssen schließlich TÜV-zertifiziert sein. Das Ergebnis: Die gewünschte individuelle Variante, die auch einen zwei Meter hohen Erdhügel integriert, kostete 13.000 Euro – 3000 mehr als die Gemeinde für den Spielplatz vorgesehen hatte.

Doch das Engagement der Eltern überzeugte den Gemeinderat. Die brachten sich bei den Arbeiten selbst mit ein und sie kauften auf eigene Kosten eine Röhre, die durch den Erdhügel führt, Pflastersteine und Matten. Inzwischen sind auch noch zwei Bänke hinzugekommen.

Bauhof der Gemeinde Röthenbach unterstützt Bürgerprojekt

Vom Baustart Ende Juli bis zur Eröffnung der Spielfläche im September vergingen nur wenige Wochen. Aus Sicht von Führer hat die Abstimmung mit der Gemeinde bestens geklappt. Denn deren Bauhof unterstützte das Projekt beispielsweise bei den Baggerarbeiten für den zwei Meter hohen Erdhügel.

Für den Bürgermeister ist das Projekt eine uneingeschränkt positive Erfahrung. Zwar hat es die Gemeinde etwas mehr Geld gekostet als ursprünglich geplant, „doch insgesamt wurden wir entlastet“. Denn um die Planung musste sich die Kommune keine Gedanken machen.

Toll findet Höß auch manches Detail rund um den Spielplatz: „Da wären wir nicht drauf gekommen.“ Für Höß steht daher fest: „Sollte so etwas wieder anstehen, kann das gerne wieder so laufen.“