Architektur im Westallgäu

Oberreute baut ein modernes Bushäuschen als „Visitenkarte der Gemeinde“

So soll das neue Bushäuschen an der Alpenstraße B 308 in Oberreute aussehen.

So soll das neue Bushäuschen an der Alpenstraße B 308 in Oberreute aussehen.

Bild: Sina Graner (Visualisierung)

So soll das neue Bushäuschen an der Alpenstraße B 308 in Oberreute aussehen.

Bild: Sina Graner (Visualisierung)

Der Gemeinderat stimmt für ein außergewöhnliches Wartehäuschen an prominenter Stelle an der Alpenstraße. Aber nicht alle finden den Entwurf der Architektin gut.
15.02.2021 | Stand: 09:30 Uhr

Sturm „Sabine“ vor einem Jahr hat ein Buswartehäuschen in Oberreute in Trümmer gelegt. Jetzt hat der Gemeinderat entschieden: An der gleichen Stelle soll es einen modern gestalteten Neubau geben. Als eine „Verbindung von Tradition und Innovation“ beschreibt Bürgermeister Stefan Schneider die vorgesehene Wartestation. Die Idee stammt von der Architektin Sina Graner.

5000 Fahrzeuge fahren täglich vorbei

Der Standort an der Bundesstraße 308, auf Höhe der Einmündung der Staatsstraße in Richtung Dorfmitte und weiter nach Sulzberg, sei durchaus eine „Visitenkarte“ des Ortes. An dieser Stelle wolle die Gemeinde „mehr Aufmerksamkeit erreichen“, argumentierte Schneider jetzt im Gemeinderat. Immerhin über 5000 Fahrzeuge fahren hier täglich vorbei.

Der Neubau ersetzt eine sogenannte „klassische Variante“. Er fällt durch viel Holz und eine ungewöhnliche Form auf. Das vier mal zwei Meter große Häuschen ist nämlich bis zu 3,70 Meter hoch. Eine örtliche Zimmerei soll den Entwurf von Sina Graner umsetzen. Die Architektin ist mit ihrem Büro „Gipfelstürmer“ in Oberreute aktiv und lieferte ihre Idee kostenlos an die Gemeinde.

7000 Euro soll das neue Häuschen kosten. Die gleiche Summe hatte die Gemeinde bereits für eine konventionelle Bauform eingeplant. Aus Sicht des Bürgermeisters besonders erfreulich: Für das vor einem Jahr zerstörte Bushäuschen erhält die Kommune von ihrer Versicherung 7000 Euro überwiesen.

Innovative Architektur oder zu modern?

Dennoch gab es nicht nur positive Stimmen im Gremium. Johannes Stoll hätte eine herkömmliche Form besser gefallen. Er stimmte am Ende ebenso gegen die Variante wie Manfred Fink.

Als „innovativ“ bezeichnete hingegen Peter Heim den Entwurf, und Karl-Heinz Schwärzler sprach gar von einem „Blickfang“. So stimmte das Gremium schließlich mit elf zu zwei Stimmen für den Entwurf. Bis zum Frühjahr soll das neue Bushäuschen stehen.

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