Lindenberg

„Ohne Ehrenamt funktioniert die Tafel nicht“

Bericht Harald Thomas von der Caritas informiert im Stadtrat über die Arbeit und Probleme
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Von owi
30.05.2019 | Stand: 15:55 Uhr

Seit 2008 gibt es den Tafelladen des Caritas-Kreisverbandes in der Lindenberger Weinstraße. Über dessen Arbeit hat Caritas-Geschäftsführer Harald Thomas in der jüngsten Stadtratssitzung informiert. Sein Fazit: „Ohne Ehrenamt funktioniert die Tafel nicht.“ Denn insgesamt 45 ehrenamtliche Helfer teilen sich die Aufgaben. Täglich seien sechs Helfer dabei, die unentgeltlich 4,5 Stunden im Laden arbeiten.

Um im Tafelladen einkaufen zu können, müssen Menschen ihren Bedarf nachweisen. Konkret: Hat eine Einzelperson pro Monat maximal 900 Euro zur Verfügung, erhält sie einen entsprechenden Ausweis. Das trifft auf die Hälfte der Menschen zu, die im Tafelladen einkaufen. Ein Viertel sind Paare mit geringem Einkommen, ein weiteres Viertel Familien. Diese Zahlen seien „deckungsgleich mit den Risikogruppen für Armut“, erklärte Thomas. Allerdings nutzt längst nicht jeder Berechtigte seinen Einkaufsausweis. Ein Drittel tue das nicht, sagte der Caritas-Geschäftsführer. Die Hemmschwelle, den Laden zu betreten, sei groß. Denn: „Man wird gesehen.“ Neben Lindenbergern nutzen auch einkommensschwache Einwohner aus Weiler, Scheidegg, Heimenkirch und Opfenbach den Tafelladen.

Mit Produkten ist der Tafelladen gut versorgt. Discounter stellen Lebensmittel vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ebenso zur Verfügung wie Bäcker ihr Brot vom Vortag. „Und ab und zu gibt es auch etwas Frisches als Spende“, berichtete Thomas. Länger haltbare Produkte wie Getränke, Teigwaren und Kaffee erhalte der Tafelladen aber nicht. Allerdings: Die Lindenberger Einrichtung ist gut vernetzt. So erfolgt ein reger Austausch mit anderen Tafelläden. Schokolade aus Württemberg sei so ebenso im Angebot wie Pizza aus dem Saarland. Drei Firmen aus dem Landkreis stellte Thomas als regelmäßige Spender heraus: So stellen die Ökologische Molkereien (ÖMA) in Lindenberg, Hochland in Heimenkirch und Bahlsen-Lorenz in Lindau Produkte zur Verfügung.

Applaus gab es von den Stadtratsmitgliedern für die Arbeit des Tafelladens und das Engagement der Ehrenamtlichen. Thomas Kühnel (Grüne) ergänzte: „Der Tafelladen ist eine gute Sache, aber es wäre besser, wenn man ihn nicht mehr braucht.“ Die Politik versage und lasse zu, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werde und daher auch in Lindenberg ein Tafelladen notwendig sei.