Amtswechsel

Pausiert der Klimaschutz im Landkreis Lindau?

Klimaschutzmanager Steffen Riedel bei seiner Verabschiedung.

Klimaschutzmanager Steffen Riedel bei seiner Verabschiedung.

Bild: Landratsamt Lindau

Klimaschutzmanager Steffen Riedel bei seiner Verabschiedung.

Bild: Landratsamt Lindau

Steffen Riedel verabschiedet sich in den Ruhestand. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Was er für das Klima im Westallgäu getan hat - und was künftig ansteht.
25.09.2020 | Stand: 07:06 Uhr

Seit Oktober 2015 versucht Steffen Riedel als Klimaschutzmanager, für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Landkreis Lindau zu sorgen. Diese Aufgabe beim Landratsamt soll allerdings bald jemand anderes übernehmen, denn Riedel verabschiedet sich nun in den Ruhestand.

Landratsamt Lindau über Klimaschutzkonzept: "Die Bilanz ist sehr gut"

Vor seiner Tätigkeit beim Landratsamt war Riedel jahrelang Kreisrat der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Klimaschutzbeauftragter des Landkreises. Die Stelle des Klimaschutzmanagers entstand beim Landratsamt 2015, um das zwei Jahre zuvor erstellte Klimaschutzkonzept des Landkreises realisieren zu können. „Die Bilanz nach fünf Jahren ist sehr gut, viele Punkte des Konzepts sind bereits erfolgreich umgesetzt“, teilt Sybille Ehreiser mit, Pressesprecherin des Landratsamts Lindau.

Der Landkreis bezieht seit Jahren für seine Gebäude Strom aus erneuerbaren Energien. Deren Dächer werden teilweise für eigene Solaranlagen oder aber von der Bürgerenergie Stadt Land See genutzt.

Steffen Riedel hat sich als Klimaschutzmanager unzähliger Themen angenommen

Steffen Riedel hat mehrere große Themen in Sachen Klimaschutz verantwortet und koordiniert: Riedel sorgte unter anderem mit der Aktion „Check Dein Dach“ für mehr Unterstützung bezüglich Solarenergie-Beratung, entwickelte eine Internetseite für eine Übersicht geeinigter Solardächer und brachte den Neubau des Berufsschulzentrums in Gang – dem größten „Energiefresser“ des Landkreises. Weitere Anliegen von Steffen Riedel waren beispielsweise, die Energieberatung zu stärken und die Öffentlichkeitsarbeit.

„Den erfolgreichen und beispielhaften Weg wollen wir fortsetzen und weiterhin einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort leisten“, sagte Landrat Elmar Stegmann. Er hatte im Juni in einer Sitzung des Umweltausschusses angekündigt, die Klimaschutzstelle mit Blick auf die finanziellen Corona-Folgen prüfen zu lassen.

Grünen-Fraktion hatte Angst um die Stelle des Klimamanagers

Die Grünen-Fraktion im Kreistag fürchtete, die Stelle könnte wegfallen oder nicht zu hundert Prozent neubesetzt werden. Doch die Stelle des Klimaschutzmanagers im Landkreis werde zeitnah ausgeschrieben, schreibt Ehreiser auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.