Weiler-Simmerberg

Postbrauerei braut Wiesen-Märzen auch ohne Oktoberfest

Das Etikett des Wiesen-Märzens zeigt ein historisches Motiv. Die Postbrauerei hat das Bier eigens für das Oktoberfest in Weiler auf den Markt gebracht. Angelina Sutter präsentiert es.

Das Etikett des Wiesen-Märzens zeigt ein historisches Motiv. Die Postbrauerei hat das Bier eigens für das Oktoberfest in Weiler auf den Markt gebracht. Angelina Sutter präsentiert es.

Bild: Daniel Boscariol

Das Etikett des Wiesen-Märzens zeigt ein historisches Motiv. Die Postbrauerei hat das Bier eigens für das Oktoberfest in Weiler auf den Markt gebracht. Angelina Sutter präsentiert es.

Bild: Daniel Boscariol

Das Westallgäuer Oktoberfest findet heuer nicht statt. Das speziell dafür gebraute Bier der Postbrauerei in Weiler gibt es aber trotzdem.

31.08.2020 | Stand: 05:23 Uhr

„O´zapft is“ sollte es in vier Wochen wieder in Weiler heißen. Coronabedingt muss der FV Weiler heuer allerdings auf das Oktoberfest verzichten. Eins wird es trotzdem geben: Das „Wiesen-Märzen“ der Postbrauerei. Das Weilerer Familienunternehmen stellt den besonderen Gerstensaft seit zwei Jahrzehnten her.

Bernsteinfarben, besonders süffig und mit etwas mehr Alkohol als ein normales Helles ausgestattet – so sieht das Wiesen Märzen aus. Gebraut wird es jedes Jahr nach der gleichen Rezeptur. Auf den Markt gekommen ist es mit dem ersten Oktoberfest in Weiler 2002. Auch wenn es dafür gebraut worden ist – Oktoberfestbier nennt sich der Gerstensaft nicht. Den Namen haben die Münchner Wirte geschützt. Den Begriff „Postbier Wiesen-Märzen“ dagegen hat sich das Weilerer Unternehmen als eingetragenes Warenzeichen schützen lassen.

Bier hat jedes Jahr seinen eigenen Charme

Die Gerste, Ausgangsstoff des Malzes, bezieht die Brauerei aus Oberschwaben. Sie stammt wie für die anderen Biere der Postbrauerei, aus kontrolliert-integriertem Anbau. An den Rohstoffen liegt es auch, dass Farbe und Geschmack des Bieres variieren, mal ist es etwas kräftiger, mal in der Farbe etwas heller. „Es hat jedes Jahr seinen eigenen Charme“, sagt Zinth.

Drei Sude des Wiesen-Märzens gibt es heuer, also 180 Hektoliter. Das ist wegen der Absage des Westallgäuer Oktoberfestes ein Sud weniger als in normalen Jahren. Derzeit kommt es in den Handel. Für die Gastronomie gibt es den Gerstensaft auch im Fass. Als Spezialität verkauft es die Postbrauerei bis Mitte Oktober. Gedacht ist es nicht zuletzt „für das kleine, private Oktoberfest zu Hause“, sagt Zinth.

Daher stammt der Name Märzen

Der Name Märzen hat mit der Geschichte des Bierbrauens zu tun. Nach der bayerischen Brauordnung von 1539 durfte nur zwischen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April) gebraut werden. In den fünf Monaten danach war das verboten. Grund war die im Sommer erhöhte Brandgefahr beim Biersieden. Um bis zur nächsten Saison nicht ohne Gerstensaft zu sein, braute man im März ein besonderes, haltbares Bier. Erreichen ließ sich das durch eine höhere Stammwürze und mehr Alkohol. Das charakterisiert Märzenbiere bis heute. Es gibt sie in der Regel zu besonderen Anlässen oder saisonal, beispielsweise in Form von Weihnachtsbieren.

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