Röthenbach

Röthenbach kann sein Freibad umbauen

Freibad Röthenbach

Freibad Röthenbach

Bild: Olaf Winkler

Freibad Röthenbach

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Förderung 436 000 Euro fließen aus dem europäischen ELER-Programm in die Umgestaltung zum Naturbad in Rentershofen. Heuer bleibt noch alles beim Alten. Künftig ist der Eintritt frei
06.05.2021 | Stand: 15:15 Uhr

Große Freude im Röthenbacher Rathaus: Im dritten Anlauf hat es geklappt. Die Gemeinde erhält 436 000 Euro für den Umbau ihres Freibades in Rentershofen zu einem Naturbad. Die Mittel fließen aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds zur Förderung des ländlichen Raumes (ELER). Etwa eine Million Euro wird die Umgestaltung insgesamt kosten.

Über einen Umbau zum Naturbad hat der Gemeinderat 2016 erstmals diskutiert. Klar war dabei stets: Ohne Förderung ist das Projekt für die Gemeinde nicht zu stemmen. Das bestehende, 25 mal 18 Meter große Becken will die Gemeinde nach Norden hin öffnen und dort einen Bereich zur natürlichen Filterung des Wassers anbauen. Somit kommt künftig kein Chlor mehr zum Einsatz. „Das wünschen sich viele Badegäste“, sagte Bürgermeister Stephan Höß gestern bei der Übergabe des Förderbescheids. Eine Einstiegshilfe für Menschen mit Gehbehinderung soll es ebenso geben wie eine Rutsche.

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Auch den Kinderbereich neben dem Becken will die Gemeinde neu gestalten. Er besteht bislang nur aus einer mit Wasser gefüllten Kuhle. Künftig soll es dort speziell angelegte Wasserläufe und auch einen kleinen Sandstrand geben. In jedem Fall beibehalten werden soll die große Liegewiese mit den Schatten spendenden Bäumen.

Aufgrund der Förderung darf die Gemeinde nach dem Umbau zwölf Jahre lang keinen Eintritt verlangen. Damit verzichtet sie auf etwa 140 000 Euro. „Aufgrund der Förderung rechnet sich das dennoch“, sagte Höß. Heuer bleibt jedoch noch alles beim Alten. Wann konkret die Umsetzung erfolgt, ist noch offen.

„Das soll der neue Gemeinderat entscheiden“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Kommunalwahlen am 15. März. Frühestens nach Saisonende im Herbst sei mit einem Baubeginn zu rechnen. Denkbar ist ein Umbau aber auch erst 2021, was eine Schließung des Freibades im kommenden Sommer zur Folge hätte. Entsprechend den Vorgaben des Förderprogramms muss der Umbau im Februar 2022 abgeschlossen sein.

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Die frohe Kunde überbrachte gestern Christian Kreye. Der leitende Baudirektor im Amt für ländliche Entwicklung erinnerte daran, wie schwierig es war, den Zuschuss für den Freibadumbau mit den Förderrichtlinien in Einklang zu bringen. Während Weiler-Simmerberg bei der Neugestaltung des Simmerberger Dorfplatzes und Maierhöfen bei der Erweiterung der Parkplätze rund um das Ibergzentrum schon ELER-Mittel erhalten haben, ist Röthenbach gleich in zwei Punkten eine Besonderheit: Die Kommune profitiert nämlich bereits zum zweiten Mal vom ELER-Förderprogramm. Bereits im Vorjahr flossen etwa 270 000 Euro in die Erweiterung des Parkplatzes beim Freizeitzentrum. Zudem ist es nun schwabenweit erstmals ein Freibad, das mit den europäischen Mitteln ertüchtigt wird. Es war zugleich die letzte Chance für Röthenbach, denn das ELER-Programm endet 2020 und über eine Neuauflage hat die Europäische Union noch nicht entschieden.

Bereits zweimal hatte sich Röthenbach vergeblich um Gelder für den Freibadumbau bemüht. Er sei dringend notwendig, sagte Höß. Gut 40 Jahre nach dem Bau ist das Bad aus seiner Sicht „schlecht beieinander“.