Gegen die Wegwerfmentalität

Reparieren statt wegwerfen: Lindenberg soll ein Repair-Café bekommen

Im Repair-Café sollen defekte Alltags- und Gebrauchsgegenstände repariert werden

Im Repair-Café sollen defekte Alltags- und Gebrauchsgegenstände repariert werden

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Im Repair-Café sollen defekte Alltags- und Gebrauchsgegenstände repariert werden

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Repair-Café in Lindenberg geplant: Was dahinter steckt, wie es in der Stadt umgesetzt werden soll und was es bis zum geplanten Start noch zu tun gibt.
25.01.2023 | Stand: 17:07 Uhr

In Lindenberg steht ein neues Angebot in den Startlöchern. Bald soll es in der Stadt ein Repair-Café geben. Das hat Citymanager Sascha Schmid im Stadtrat berichtet. Was sich dahinter verbirgt und was es bis zum geplanten Start noch zu tun gibt.

Was ist ein Repair-Café?

Eine Werkstatt, in der defekte Alltags- und Gebrauchsgegenstände repariert werden. Das Motto dabei lautet „Hilfe zur Selbsthilfe“. Denn die Besucher liefern ihre Sachen dort nicht nur einfach ab, sondern legen im Idealfall – unter fachlicher Anleitung – selbst Hand an.

Welche Idee steckt dahinter?

Es geht um Nachhaltigkeit – ähnlich wie beispielsweise auch beim Foodsharing. Repair-Cafés wollen ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen und dazu beitragen, Müll zu vermeiden. Erste Veranstaltungen dieser Art gab es in Kempten schon vor über 20 Jahren. Inzwischen gibt es allein in Deutschland über 500 Reparatur-Initiativen – unter anderem auch regelmäßig in Oberreute.

Wie soll das Angebot in Lindenberg umgesetzt werden?

„Das Ganze funktioniert mit viel ehrenamtlichem Engagement“, sagte Schmid. Nachdem sich wegen der Corona-Pandemie die Umsetzung ein bisschen verzögert hatte, haben sich inzwischen acht Personen bereit erklärt, das Repair-Café in Lindenberg in die Tat umzusetzen – mit Kenntnissen aus Bereichen wie Elektrik, Schreinern oder Nähen. Als „Kümmerin“ habe sich Christiane Newman angeboten, die bereits beim Foodsharing engagiert ist. Ob das Repair-Café in Lindenberg einem entsprechenden Dachverband oder einem örtlichen Verein angegliedert wird, müsse noch geklärt werden.

Wo sind die Räumlichkeiten?

Das Repair-Café soll im Löwenfoyer eingerichtet werden. Dort sei die notwendige Infrastruktur vorhanden, zudem ist es zentral gelegen und fußläufig leicht erreichbar.

Wie sind die Öffnungszeiten?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist nur: Es soll einmal im Monat öffnen. „Es wird voraussichtlich ein Wochentag sein und kein Wochenendtermin“, deutete Schmid an. Die genaue Abstimmung der Öffnungszeiten soll in Absprache mit den Protagonisten erfolgen. Schließlich steht und fällt das Angebot mit deren Engagement.

Wann soll das Angebot starten?

Im Februar wollen die Initiatoren bei einem Abschlusstreffen nochmals Details klären. Im April soll es eine öffentliche Infoveranstaltung geben. „Im Mai wollen wir mit viel Schwung öffnen“, sagte Schmid.

Wer kann sich einbringen?

Im Prinzip jeder. „Wir wollen schauen, dass wir einen möglichst großen Pool zusammenbekommen“, sagte Schmid. Je mehr Ehrenamtliche, desto besser – dann müsse auch nicht jeder an jedem Termin da sein. „Man kann auch ohne handwerkliches Geschick mithelfen“, betonte der Citymanager – etwa beim Kaffee- und Kuchenverkauf. Das Angebot soll auch ein sozialer Treffpunkt sein.

Woher kommt das Werkzeug?

Thomas Kühnel (Grüne) wollte wissen, ob die Stadt eine Grundausstattung zur Verfügung stellen muss. Das verneinte Schmid. „Die haben alle ihr Werkzeug“, berichtete er aus den Vorgesprächen – und ergänzte, dass auch heimische Betriebe ihre Bereitschaft signalisiert hätten, für Ersatzteile oder Spezialwerkzeug zu sorgen: „Das ist ein gutes Miteinander.“ Eventuell notwendige Anschaffungen wie Messgeräte könnten mit Spendeneinnahmen finanziert werden.