Lindenberg

Risikopatientin spricht bei Corona-Demo in Lindenberg

CoronaDemo

Die Versammlung unter dem Motto „Ich bin laut. Ich bin hier. Meine Grundrechte gehören mir“ in Lindenberg verlief friedlich. Das bestätigt auch die Polizei, die vor Ort war.

Bild: Claudia Bischofberger

Die Versammlung unter dem Motto „Ich bin laut. Ich bin hier. Meine Grundrechte gehören mir“ in Lindenberg verlief friedlich. Das bestätigt auch die Polizei, die vor Ort war.

Bild: Claudia Bischofberger

Bei der Demo gegen die Corona-Maßnahmen waren zwar nicht mehr als 30 Teilnehmer, trotzdem gab es mehrere Reden, unter anderem gegen die Maskenpflicht.

Von Claudia Bischofberger
15.06.2020 | Stand: 10:50 Uhr

Weniger Teilnehmer, aber immer noch starke Überzeugungen – das ist die Bilanz der jüngsten Corona-Demonstration in Lindenberg. Dabei ging es darum, inwiefern die Schutzmaßnahmen der Regierung sinnvoll sind oder nicht. Die Versammlung stand unter dem Motto „Ich bin laut. Ich bin hier. Meine Grundrechte gehören mir“.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir für diese Welt wünschst.“ Diese Weisheit von Mahatma Gandhi nahm sich Organisatorin Barbara Niemann als Grundsatz für die Demonstration auf dem Stadtplatz. Niemann führt das Café Herzlich in Lindenberg. Mit ihrer Überzeugung, dass auch in ihrem Laden niemand gezwungen werden könne, eine Maske zu tragen – wenn man dabei achtsam miteinander umgeht – waren nicht alle Kunden einverstanden und meldeten dies der Polizei, erzählt die Organisatorin der Demonstration.

Austausch über Maskenpflicht auf dem Lindenberger Stadtplatz

Daher war es Niemann ein Anliegen, die Begegnung auf dem Stadtplatz zu organisieren. Dabei stünde ein Pro oder Contra gegenüber der Maskenpflicht nicht zur Debatte und auch mit Krawall komme man nirgendwo hin, betont die Initiatorin. Mit bunter Kreide hat sie ein Herz auf den Stadtplatz gemalt, das für Verbindung und Leben stehen soll. Es müsse jeder für sich selber entscheiden, wie er mit dem „ großen C“, also Corona, umgehe, aber das Wichtigste dabei sei der gegenseitige Austausch, sagte Niemann.

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Auch wenn sie sich gewünscht hätte, dass Fürsprecher der Maskenpflicht zugegen wären, um auch mit diesen ins Gespräch zu kommen, so meldete sich lediglich eine ältere Dame zu Wort, die zu Beginn der Veranstaltung eine Maske trug. Sie halte diese Maßnahme durchaus für sinnvoll, insbesondere bei größeren Ansammlungen von Menschen. Aber angesichts der geringen Anzahl von Teilnehmenden, wo der angemessene Abstand durchaus gegeben war, ließ auch sie die Maske fallen.

Risikopatientin fühlt sich durch Corona-Maßnahmen eingeschränkt

Im weiteren Verlauf der Zusammenkunft sprachen Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern, Lebenslagen und Altersgruppen. Jeder von ihnen hatte andere Beweggründe, um uneins zu sein mit den Einschränkungen seitens der Regierung. Eine Rednerin erzählte, dass sie zwar Risikopatientin sei – aber es mache ihr Angst, wie man über ihren Köper verfügt. „Ich weiß selber, wie ich mich schützen muss, aber mein eigenes Recht wird mir aberkannt“, sagte sie den Zuhörern auf dem Stadtplatz.

Eine andere Frau erzählte von ihrer Mutter im Altersheim, die sie nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen am Muttertag besuchen durfte. „Ich habe einen Krieg überlebt und zwei Mal den Krebs besiegt“, habe die alte Dame zu ihrer Tochter gesagt. Daher stellte die Rednerin die Frage an ihre Zuhörer, warum man nicht die alten Menschen selber entscheiden lasse, welche Maßnahmen sie für ihre Sicherheit als angemessen empfinden.

Ein junger Mann, der sportlich aktiv ist, vermisst durch die Einschränkungen die regelmäßigen Treffen im Verein. Der begeisterte Kletterer wusste sich jedoch zu helfen und hat zu Hause mit viel Ideenreichtum einen kleinen Kletterparcours gebaut. „Ich habe mir eine Brücke über den Abgrund gebaut“, sagte der junge Redner.

Polizei zur Demo in Lindenberg: „Alles friedlich“

Während der Versammlung waren vier Polizeibeamte anwesend. Vonseiten der Polizei heißt es, dass die Versammlung in Lindenberg „friedlich und ohne Zwischenfälle“ verlief.