Kinderbetreuung und Freizeit

Mit Kindergarten und Freibad hat Röthenbach zwei Großprojekte vor der Brust

Der Kindergarten in Röthenbach ist zu klein. Eine Gruppe Buben und Mädchen ist deshalb aktuell im Pfarrheim untergebracht. Nun informierte Bürgermeister Stephan Höß über die geplante Erweiterung des Kindergartens.

Der Kindergarten in Röthenbach ist zu klein. Eine Gruppe Buben und Mädchen ist deshalb aktuell im Pfarrheim untergebracht. Nun informierte Bürgermeister Stephan Höß über die geplante Erweiterung des Kindergartens.

Bild: Peter Mittermeier

Der Kindergarten in Röthenbach ist zu klein. Eine Gruppe Buben und Mädchen ist deshalb aktuell im Pfarrheim untergebracht. Nun informierte Bürgermeister Stephan Höß über die geplante Erweiterung des Kindergartens.

Bild: Peter Mittermeier

Röthenbach will den Kindergarten erweitern. Dafür stellt der Bürgermeister konkrete Pläne vor. Hinter die Sanierung des Freibades setzt er ein Fragezeichen.
12.05.2022 | Stand: 10:21 Uhr

Die Kosten stehen noch nicht fest. Klar ist aber schon jetzt: Die Gemeinde Röthenbach steht mit der Sanierung und Erweiterung des 46 Jahre alten Kindergartens vor einem Millionen-Projekt. „Wenn wir etwas machen, bauen wir nach dem Stand der Technik heute“, kündigte Bürgermeister Stephan Höß in der Bürgerversammlung an. Dagegen scheint sich die Gemeinde nach und nach von einem anderen großen Vorhaben zu verabschieden: Dem Umbau des Freibades in ein Naturbad.

Der Kindergarten ist 1976 errichtet worden. Er gehört der Kirche. Die Gemeinde will Haus und Grundstück aber in Erbpacht übernehmen. Der Preis für das Grundstück sei ermittelt, für das Gebäude geschehe das gerade, erklärte Höß.

Geplant ist eine Kernsanierung des bestehenden Gebäudes und eine Aufstockung. Danach werden im Erdgeschoss zwei Kleinkindgruppen Platz finden, zudem wird es einen deutlich größeren Turnraum geben als bisher. Im neuen Obergeschoss sollen drei Regelgruppen untergebracht werden, dazu Werk-, Intensiv- und ein Speiseraum. Mit der Erweiterung werden auch ein Zimmer für die Leiterin und Nebenräume entstehen. „Wir haben kein Zimmer für Elterngespräche oder für die Mitarbeiterinnen. Wir haben nichts“, beschrieb Höß den Zustand.

Eine Kindergartengruppe ist in Röthenbach derzeit im Pfarrheim untergebracht

Der Platz ist nötig. Eine von vier Gruppen des St. Martin ist aus Mangel an Räumen im Untergeschoss des Pfarrheimes untergebracht. Als Nutzungsdauer dafür hatte die Gemeinde mit der Kirche zwei Jahre ausgemacht. „Wir werden es verlängern“, kündigte Höß an.

Zum Raumprogramm von Kindertagesstätten gehören mittlerweile auch Abstellplätze für Kinderwägen – mehr als ein Dutzend sind direkt neben dem Eingang geplant – und ein Aufzug. „Wir brauchen ihn, auch wenn wir ihn nicht wollen“, sagte Höß mit Blick auf die Vorgaben.

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Ein Problem sei die Aufstockung nicht, verwies der Bürgermeister auf entsprechende Aussagen von Architekt und Statiker. Zuvor hatte Altbürgermeister Bert Schädler auf die Absicht der Gemeinde verwiesen, vor 15 Jahren auf dem Haus ein Satteldach zu errichten. Damals habe es seitens der Fachleute geheißen, das gehe aus statischen Gründen nicht, sagte Schädler.

Einige Bürger zweifeln an der Größe des neuen Kindergartens

Es gibt Bürger, die zweifeln zumindest an der Größe des Projektes. Dazu gehört Josef Führer. Er fragte, ob die Dimension angesichts der Bevölkerungsentwicklung sinnvoll sei. Bis das Projekt umgesetzt sei, „sind die Kinder in der Schule“, sagte er. Fraglich sei, ob weiter entsprechend viele Mädchen und Buben geboren werden. Das Problem sieht Höß freilich nicht. „Ich gehe davon aus, dass wir auch in Zukunft Geburten haben werden“, sagte er. Zudem werde der Kindergarten so geplant, dass ein Teil der Räume gegebenenfalls anders genutzt werden könnte.

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Mit diesem Fall rechnet die Leiterin des Kindergartens, Melanie Schaich, allerdings nicht. Die Zahl der Kinder steige möglicherweise nicht, dafür aber die Nachfrage für Plätze von Mädchen und Buben im Alter von ein bis drei Jahren, erklärte sie. Vielleicht würden dafür in ein paar Jahren drei oder sogar vier Gruppen nötig, statt der jetzt geplanten zwei.

Das Freibad der Gemeinde Röthenbach im Ortsteil Rentershofen.
Das Freibad der Gemeinde Röthenbach im Ortsteil Rentershofen.
Bild: Olaf Winkler

Umbau des Freibad Rentershofen in Röthenbach: Projekt ist vertagt

Während die Erweiterung des Kindergartens kommen wird, hat Höß mehrere Fragezeichen hinter ein anderes Großprojekt gesetzt: Den Umbau des Freibades in Rentershofen in ein Naturbad. Das Projekt ist zwar beschlossene Sache. Der Gemeinderat hat es aber vertagt, nachdem die Einnahmen der Gewerbesteuer eingebrochen waren. Mittlerweile hat sich die finanzielle Lage der Gemeinde dank Finanzhilfen des Staates in Millionenhöhe zwar entspannt. Sie rechnet zum Jahresende mit Rücklagen in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Höß verwies im Gemeinderat aber auf das Großprojekt Kindergarten, das „wir vor der Brust haben“. Zudem drängt mittlerweile die Zeit. Bis Ende 2024 müsste das Projekt komplett abgerechnet sein, um die Zuschüsse zu bekommen.

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Ganz gestorben ist das Vorhaben aber noch nicht. „Wir werden uns Gedanken machen, wie wir damit umgehen“, kündigte Höß Beratungen im Gemeinderat an. Nicht alle sind im Übrigen traurig über die Entwicklung. „Ich bin froh, dass die Gemeinde nicht so viel Geld für das Bad hat, um daraus einen Froschweiher zu machen“, sagte Josef Führer.

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