Wangen/Westallgäu

Schiedsrichter im Westallgäu: "Wir sind der Fels in der Brandung"

Josef Ringer hat als Obmann der Schiedsrichtergruppe Wangen über 250 Unparteiische unter sich. Für die neue Saison ist er guter Dinge.

Josef Ringer hat als Obmann der Schiedsrichtergruppe Wangen über 250 Unparteiische unter sich. Für die neue Saison ist er guter Dinge.

Bild: Florian Wolf

Josef Ringer hat als Obmann der Schiedsrichtergruppe Wangen über 250 Unparteiische unter sich. Für die neue Saison ist er guter Dinge.

Bild: Florian Wolf

Die SRG Wangen geht mit über 250 Schiedsrichtern in die neue Fußball-Saison. Wieso Obmann Josef Ringer guter Dinge ist und welche Aufsteiger sich freuen dürfen.

28.07.2020 | Stand: 06:58 Uhr

Josef Ringer ist guter Dinge. Die Schiedsrichtergruppe Wangen kann in seinen Augen „ganz gechillt“ in die neue Saison gehen. Denn obwohl wie in jedem Jahr auch heuer einige Unparteiische aufgehört haben, kann der Obmann weiterhin auf 257 Schiedsrichter zurückgreifen. Eine gute Zahl. Dennoch sagt Ringer über die neue Spielzeit, die am 22. August mit der ersten Pokalrunde startet: „Da brauchen wir jeden Mann.“

Die zurückliegende Saison war auch für die Schiedsrichter alles andere als gewöhnlich. Nach der Vorrunde konnten sie zwar noch die Winter-Testspiele und auch ein paar Rückrundenspiele leiten, doch ab Mitte März blieben die Pfeifen wochenlang stumm. Lange war nicht klar, wie es weitergeht - und was das für den Auf- und Abstieg bedeutet, den es am Ende jeder Saison auch für die Schiedsrichter gibt. Die höherklassigen Unparteiischen werden nämlich in der Regel beobachtet und müssen gewisse Kriterien erfüllen, um in einer bestimmten Liga pfeifen zu dürfen. Je höher die Spielklasse, desto höher die Anforderungen.

Wie aber sollten diese Leistungen ohne Rückrunde erbracht werden? Auch die Schiedsrichter hofften, bangten und zitterten. Letztlich entschied der Verbandsschiedsrichterausschuss des WFV, die Regelung analog zu der für die Mannschaften zu treffen: Somit blieben die Schiedsrichter heuer ausnahmsweise von Abstiegen verschont. Gleichzeitig wurde es aber einzelnen Unparteiischen ermöglicht, in die nächste Spielklasse aufzusteigen.

Schiedsrichter Stefan Müller pfeift künftig in der Landesliga

Auch zwei Mitglieder der SRG Wangen durften sich freuen: Stefan Müller (24) vom FC Wuchzenhofen schaffte im dritten Jahr in der Bezirksliga den ersehnten Sprung in die Landesliga. Entscheidend hierfür waren seine guten Leistungen in der Vorrunde. Er leitete unter anderem im November das Spitzenspiel zwischen dem TSV Eschach und dem TSV Heimenkirch (3:1). Außerdem wurde Roman Braukmann (24) vom SV Deuchelried als Schiedsrichter-Assistent für die Junioren-Bundesliga nominiert. Zugleich wird er auch weiterhin in der Landesliga pfeifen.

Matthias Hennig aus Stiefenhofen bleibt in der Verbandsliga

Stefan Fimpel (27) und Alexander Rösch (28) von der TSG Bad Wurzach bleiben in der Oberliga und stehen auch weiterhin in der Regionalliga an der Linie. Fabian Baiz (27) vom FC Wangen und Matthias Hennig (33) vom TSV Stiefenhofen konnten in der Verbandsliga überzeugen. Derweil schied Matthias Zettler (32) vom FC Wuchzenhofen freiwillig aus der Amateurliga aus. Er wird nun als Beobachter tätig sein.

Spiele der Reserve-Ligen werden im Bezirk Bodensee wieder besetzt

Im Bezirk Bodensee ist die SRG Wangen so etwas wie der „Fels in der Brandung“ (Ringer). Die Gruppe hat eine konstant hohe Zahl an Aktiven. Im Gegensatz zu den Nachbargruppen aus Ravensburg und Friedrichshafen. Weil dort immer mal wieder Engpässe herrschen, musste die SRG Wangen in der Vergangenheit in deren Gebiet aushelfen. Das wird auch heuer der Fall sein, kündigt Ringer an. Der SRG-Obmann aus Leutkirch ist auch deshalb ganz froh über den neuen Spielmodus in der Landes- und Bezirksliga. „Die Einfachrunde hilft uns“, glaubt er. In der Bezirksliga etwa müssen somit nur 280 statt 380 Spiele besetzt werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wären es 320 gewesen. Dass zugleich auch eine Kreisliga-B-Staffel gestrichen worden ist, verschafft ihm zusätzlich Luft: „Wir können auch die Reserve-Spiele wieder besetzen.“

Bei einer Schulung am 10. August wird Ringer seine Schützlinge intensiv auf die neue Saison vorbereiten und mit den jüngsten Regeländerungen vertraut machen - unter anderem beim Handspiel. Ein Thema wird auch das Hygienekonzept sein, das rund um die Spiele gilt. Wobei Ringer auf Nachfrage unserer Redaktion klarstellt: „Das kann der Schiedsrichter nicht auch noch überwachen.“

Was sich durch Corona für die Schiedsrichter ändert

Jedoch ändert sich auch für die Unparteiischen selbst ein bisschen was. Es gibt zum Beispiel keinen Handshake vor dem Spiel. Und sie müssen den Online-Spielbericht nicht mehr zwingend sofort vor Ort einpflegen, wenn es ihnen unangenehm ist, ein fremdes Tablet oder einen fremden Laptop in die Hand zu nehmen. „Wer will, kann dies auch erst zuhause erledigen“, sagt Ringer. Wobei der Verband während der Corona-Pause den elektronischen Spielberichtsbogen etwas modifiziert und für Smartphones optimiert hat. „Man kann sich also einfach mit seinem Handy am Sportplatz mit Abstand in den Schatten setzen und alles bequem eingeben“, sagt Ringer.

 

Die höherklassige Schiedsrichter der SRG Wangen in der Saison 2020/21

  • Oberliga: Stefan Fimpel, Alexander Rösch (beide TSG Bad Wurzach)
  • Verbandsliga: Fabian Baiz (FC Wangen), Matthias Hennig (TSV Stiefenhofen)
  • Landesliga: Bernhard Badstuber (SV Herlazhofen), Roman Braukmann (SV Deuchelried), Stefan Müller (FC Wuchzenhofen), Lukas Wahl (TSG Bad Wurzach)
  • Bezirksliga unter Beobachtung: Fabian Boneberg (SV Aichstetten), Felix Braun (SG Kißlegg), Adrian Dobler (SC Unterzeil), Aaron Rudhart (FC Isny)