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Schluss für die erste Generation des Lindenberger Jugendparlaments: „Wir sollten öfter den Mund aufmachen“

Bei der letzten Sitzung aktiv waren (vorne, von links) die Vorstandsmitglieder Linda Elbs, Vivien Buchhaupt und Sofia Greinwald sowie (stehend, von links) Gerrit-Max Holneider, Peter Krop, Joana Heumos und Valentin Seitz. Online nahmen (rechts im Bild) Yixuan Wang und Sina Engel an der Sitzung teil.

Bei der letzten Sitzung aktiv waren (vorne, von links) die Vorstandsmitglieder Linda Elbs, Vivien Buchhaupt und Sofia Greinwald sowie (stehend, von links) Gerrit-Max Holneider, Peter Krop, Joana Heumos und Valentin Seitz. Online nahmen (rechts im Bild) Yixuan Wang und Sina Engel an der Sitzung teil.

Bild: Olaf Winkler

Bei der letzten Sitzung aktiv waren (vorne, von links) die Vorstandsmitglieder Linda Elbs, Vivien Buchhaupt und Sofia Greinwald sowie (stehend, von links) Gerrit-Max Holneider, Peter Krop, Joana Heumos und Valentin Seitz. Online nahmen (rechts im Bild) Yixuan Wang und Sina Engel an der Sitzung teil.

Bild: Olaf Winkler

Die Mitglieder des ersten Lindenberger Jugendparlaments ziehen zufrieden, aber auch selbstkritisch Bilanz. Vom Bürgermeister gibt es Lob.
23.09.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Vor zwei Jahren haben die Lindenberger Jugendlichen erstmals ein Jugendparlament gewählt. Jetzt haben die Mitglieder die erste Legislaturperiode beendet – und die meisten von ihnen scheiden altersbedingt aus. Neuwahlen finden am 14. Oktober statt. Doch bis zuletzt beschäftigte sich die erste Generation mit konkreten Themen.

Eine der ersten Ideen des Jugendparlaments war eine Graffiti-Wand. Es gibt sie zwar noch nicht, aber viele Vorgespräche sind geführt, informierte Linda Elbs in der letzten Sitzung des Gremiums. Bestellt sind bereits eine Bank und ein Baum. Beides dient einem zweiten konkreten Projekt: Einen neuen Treffpunkt am Stadtplatz für junge Leute zu schaffen. Und auch ein jugendgerechtes Schild für den Skaterplatz haben die Mitglieder des Jugendparlaments erarbeitet. Darauf steht der Appell: „Haltet Euch an die Zeiten und verzichtet auf laute Musik“.

WLAN am Waldsee in Lindenberg scheitert am Leerrohr

Einzig Probleme mit dem Dateiformat haben verhindert, dass das Schild bereits ausgedruckt ist. Gerne hätten die Jugendparlamentarier auch mit einem Besen für mehr Sauberkeit auf dem Floß im Waldsee gesorgt. Doch mussten sie von Bürgermeister Eric Ballerstedt erfahren, „dass das aus Sicht unseres Sicherheitsbeauftragten nicht geht“. Auch WLAN am Waldsee stand auf der Ideenliste der Jugendlichen. Es scheiterte bislang am fehlenden Leerrohr. „Bis zum Eisplatz liegt es schon“, berichtete der Bürgermeister. Er ist auch mit einem Mobilfunkanbieter im Gespräch, ob dieser den bislang schlecht versorgten Waldsee nicht besser versorgen kann.

Lesen Sie dazu auch: "Das ist unser Spot": Was Jugendliche über den Nadenberg in Lindenberg denken

Vorgestellt haben sich die Mitglieder des Jugendparlaments an den Lindenberger Schulen. Dabei mussten sie erfahren, dass das Wissen über das Gremium längst nicht bei allen Schülerinnen und Schülern vorhanden ist. Doch die Vorstellung war erfolgreich: Seither ist die Zahl jener, die die Informationen in den sozialen Netzwerken verfolgen, gestiegen.

Der Start während Corona war schwierig

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Am Ende zogen die Mitglieder ein überwiegend positives Fazit. Schwierig sei der Start unter Corona-Bedingungen gewesen. „Aber als es endlich persönliche Treffen gab, hat es richtig Spaß gemacht“, sagte Gerrit-Max Holneider. Sofia Greinwald schätzt die „tolle Erfahrung“. Und sie hat gelernt: „Wir Jugendlichen sollten öfter den Mund aufmachen.“ Es habe Zeit gebraucht, in die Strukturen hineinzukommen, blickte Sina Engel zurück. Und Joana Heumos bekannte, dass sie vorher „keine Ahnung hatte, wie Sitzungen ablaufen“. Nun habe sie viel aus dem Bereich der Politik gelernt. Peter Krop räumte selbstkritisch ein, „dass das wohl nicht die produktivste Periode war“.

Dem widersprach der Bürgermeister. „Ihr habt viel auf die Füße gestellt“, sagte Ballerstedt. Schließlich sei das Gremium „bei Null gestartet“. Und die Corona-Pandemie sei für den Beginn des Projekts der „Super-Gau“ gewesen. Ob Mülleimer-Sticker oder der „politische Salon“ mit Diskussionen von Jugendlichen zu aktuellen politischen Themen: Der Bürgermeister lobte die „tollen Errungenschaften“. Nicht zuletzt habe jedes Mitglied soziale Kompetenzen erworben, „die sich später im Berufsleben nutzen lassen“. Oder in der Politik. Bleibt abzuwarten, ob sich der eine oder andere Name in vier Jahren auf den Kandidatenlisten zur Stadtratswahl finden lässt.

  • Ein Informationsabend zur Wahl des nächsten Jugendparlaments findet am Mittwoch, 28. September, ab 18 Uhr im Lindenberger Jugendhaus statt.