Gartentipp

So pflanzt man Kräuter und Gemüse auf dem Balkon

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Man braucht nicht unbedingt einen Garten - auf auch dem Balkon kann man etwas anpflanzen.

Bild: Bernd Brunner

Man braucht nicht unbedingt einen Garten - auf auch dem Balkon kann man etwas anpflanzen.

Bild: Bernd Brunner

Der Westallgäuer Fachmann Bernd Brunner erklärt, wie Gemüse und Kräuter in Blumenkästen gedeihen.
04.05.2020 | Stand: 10:17 Uhr

Die Coronakrise hat das gewohnte Leben vieler Menschen völlig verändert. Der eigene Garten gewinnt an Bedeutung – nicht nur als sinnvoller Zeitvertreib, sondern auch zur Bereicherung des Speiseplans. Bernd Brunner, Gartenfachberater des Landkreises Lindau, denkt in dieser Zeit auch an Menschen, die keinen eigenen Garten haben. Er gibt Tipps, wie sie auf Balkon und Terrasse Gemüse und Kräuter ziehen können.

„Wer keinen oder nur einen kleinen Garten hat, kann sich mit Gemüseanbau auf Balkon oder Terrasse eine durchaus interessante Ersatzmöglichkeit schaffen“, erklärt Brunner und ergänzt: „Manche Gemüse- und Kräuterarten wachsen dort sogar besser als im Garten.“ Fürs gute Gelingen sollten Balkongärtner Folgendes beachten:

Welche Gemüsearten eignen sich für Balkon und Terrasse?

Wärmeliebende Fruchtgemüsearten wissen geschützte Standorte zu schätzen. Dazu gehören Tomaten, Paprika, Peperoni und Auberginen. Sie brauchen einen warmen Boden, was im Gartenbeet wesentlich länger dauert als in Kübeln. Weniger geeignet sind Gurken, weil sie viel Platz brauchen. Stangenbohnen, Zuckermais, Kohlrabi und Salat dagegen entwickeln sich auch in Pflanzgefäßen gut. Salat bevorzugt Halbschatten, die pralle Sonne mag er nicht.

Reiche Vielfalt an Kräutern

Fast jedes Essen wird durch frische Kräuter erst richtig lecker. Eine große Auswahl kann in Kästen und Töpfen angebaut werden: Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Kerbel, Koriander, Majoran, Petersilie, Rucola, Schnittlauch, Winterheckzwiebel, Schnittknoblauch sind nur Beispiele. Da sie sehr wenig Platz benötigen, eignen sich Balkon und Terrasse als vielfältiger Kräutergarten. Dill oder Rucola sollte nicht in zu großen Mengen auf einmal ausgesät werden, weil sie im Sommer schnell in Blüte gehen. Günstiger sind wiederholte Aussaaten im Abstand von zwei bis drei Wochen.

Welche Gefäße werden bepflanzt?

 Geeignet sind nahezu alle Gefäße. Sie benötigen jedoch Wasserabflusslöcher und sollten der Größe den jeweiligen Pflanzen angepasst sein. Für die Fruchtgemüsearten kommen Eimer in Frage mit einem Volumen von zehn bis 15 Litern. Für Kräuter eignen sich Balkonkästen oder größere Blumentöpfe. Die Erfahrung lehrt bald, welche Pflanze sich in welchem Gefäß wohl fühlt. Normale Blumenerde, am besten torffrei, kann ebenso verwendet werden wie spezielle Kübelpflanzenerde. Diese ist meist mit Lavasplitt, Blähton oder ähnlich porösem Material durchsetzt, damit sie luftig bleibt und nicht verschlämmt.

Richtiges Gießen und Düngen

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 Bedingt durch den verhältnismäßig kleinen Standraum müssen Pflanen in Topf und Kübel häufiger gegossen werden als im Gartenbeet, und zwar täglich bei sonnigem, warmem Wetter. Die Düngung variiert je nach Erde und deren Inhaltsstoffen. Grundsätzlich gilt: Solange Blätter eine kräftig grüne Farbe haben und zügig wachsen, sind die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Nachdüngen können Balkongärtner mit handelsüblichem Flüssigdünger.

Leckereien als Belohnung

Der Anbau eigener Nahrungsmittel – auch auf dem Balkon – hat in Augen Bernd Brunners einen positiven Nebeneffekt:. „Er erhöht die Wertschätzung für die Produkte, denn man muss sich kümmern, säen, pflanzen, hegen und pflegen und schützen“, sagt er. Noch dazu halte das Gärtnern jung und beweglich, es sei gesund und sinnstiftend. „Als Belohnung gibt es übers Jahr hin viele kleine oder große Leckereien aus dem eigenen Garten.“