Lindau

So sollen die Lindauer autofrei einkaufen können

Lastenrad OB Alfons+Valdes

Lindaus Oberbürgermeisterin Claudia Alfons (links) und Mobilitätsplaner Jaime Valdés mit einem Miet-Lastenrad.

Bild: Stadt Lindau

Lindaus Oberbürgermeisterin Claudia Alfons (links) und Mobilitätsplaner Jaime Valdés mit einem Miet-Lastenrad.

Bild: Stadt Lindau

Die Stadt Lindau bekommt ab 2021 ein Lastenrad-Mietsystem, das eine Alternative zum Auto bieten soll. Was bereits geplant ist – und wie Bürger damit Geld sparen.

30.07.2020 | Stand: 11:52 Uhr

Bürger, die schnell und mit Gepäck beladen von A nach B kommen, ohne dass sie giftige Abgase über ihre Autos in die Luft schleudern müssen. Das will Lindau erreichen. Dafür bekommt die Stadt Unterstützung vom bayerischen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Lindau ist künftig eine von acht Kommunen, die am bayerischen Modellprojekt „Lastenrad mieten – Kommunen entlasten“ teilnehmen. Bayerns Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek verkündete dies bei einem Treffen mit Lindaus Oberbürgermeisterin Claudia Alfons.

Das Lastenrad-Mietsystem „Ich entlaste Lindau“ soll 2021 in Betrieb gehen. Das Förderprogramm, das am 31. Dezember 2022 endet, soll Lindau helfen, mehrere Ziele des Klimafreundlichen Lindauer Mobilitätskonzepts (KLiMo) zu erreichen.

Lindauer Mobilitätsplaner Jaime Valdés will Transporträder für alle

So möchte die Stadt die Lebensqualität verbessern, sagt Lindaus Mobilitätsplaner Jaime Valdés. Wie die Stadt mitteilt, seien in kleinen und mittleren Gemeinden Transporträder bisher wenig verbreitet. Lastenräder seien außerdem zu teuer für Menschen, die nur selten etwas transportieren müssen. Geplant sind deshalb auf sharing (zu Deutsch: teilen) basierende Transporträder für alle. Neben Gepäck und Werkzeug soll auch für Kinder Platz auf den Rädern sein. Damit jeder das Angebot leicht nutzen kann, will die Stadt auf ein digitales Buchungssystem und ein elektromechanisches Schloss – ein Smart Lock – setzen, das Radler per Smartphone oder Schlüsselanhänger öffnen können.

Staatssekretär Holetschek betonte die Bedeutung des Projekts: „Lastenfahrräder bieten eine attraktive Alternative insbesondere zum Auto, indem sie den Alltag einfacher, stadtverträglicher und umweltfreundlicher gestalten“, sagte er. Oberbürgermeisterin Claudia Alfons fügte hinzu: „Ich freue mich sehr, dass Lindau von der Fachjury als besonders geeignete Stadt für das Modellprojekt ausgewählt wurde.“

Der Freistaat übernimmt etwa 80 Prozent der Kosten, unter anderem für den Räder-Kauf, den Bau der Stellplätze und die digitale Ausstattung. Außerdem erstellt der Fördergeber ein Marketingkonzept und begleitet das Projekt. Valdés kann sich „gut vorstellen“, mindestens zwölf Lastenräder zu kaufen, sagt der Mobilitätsplaner auf Nachfrage unserer Zeitung. „Allerdings werden die genauen Standorte und Anzahl der Räder mit dem Fördergeber geklärt“, erklärt Valdés.