Neues Projekt

Solarstrom: So können Bürger in Lindenberg Geld verdienen

Stadtwerke

Auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Lindenberg in der Austraße gibt es jetzt eine Solaranlage.

Bild: Benjamin Schwärzler

Auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Lindenberg in der Austraße gibt es jetzt eine Solaranlage.

Bild: Benjamin Schwärzler

Die Stadtwerke Lindenberg bauen Solaranlagen auf der Verwaltung und dem Hochbehälter. Bürger können sich finanziell beteiligen. Um wie viel Geld es dabei geht.
07.05.2021 | Stand: 12:37 Uhr

Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes in der Austraße prangt seit Kurzem eine Solaranlage. Eine noch viel größere wird demnächst auf dem Wasserhochbehälter auf der Rieder Höhe installiert. Die Stadtwerke Lindenberg treiben die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie voran. Das Besondere daran: Die Bürger von Lindenberg können davon finanziell profitieren.

Den Wunsch nach zusätzlichen Fotovoltaikanlagen im Stadtgebiet gibt es seit Jahren immer mal wieder. Zuletzt hatte sich die Diskussion im Stadtrat durch den Beitritt der Stadt zum Bündnis „Klimaneutrales Allgäu 2030“ intensiviert. Auch die jungen Klimaschützer von „Fridays for Future“ machen bei ihren Aktionen in Lindenberg immer wieder auf das Thema aufmerksam.

Die Stadtwerke wollen ihren Beitritt zur Energiewende leisten – und zwar gemeinsam mit der Bevölkerung. „Wenn wir das umsetzen, dann sollen die Bürger die Chance haben, sich zu beteiligen“, sagt Geschäftsführer Markus Mischke.

Herausgekommen ist das Projekt „Bürgersolar Lindenberg“. An den beiden PV-Anlagen, die nach Angaben des Energieversorgers zusammen rund 67 Tonnen CO2 einsparen sollen, können sich die Bürger über ein sogenanntes Nachrangdarlehen beteiligen. Das heißt: Interessierte können eine Summe zwischen mindestens 500 Euro und maximal 5000 Euro einbringen – und dürfen mit einem Zinsen in Höhe von 1,5 Prozent rechnen. „Das klingt zunächst nach nicht viel, aber wenn man es mit dem Markt vergleicht, ist es nicht schlecht“, sagt Mischke.

Markus Mischke ist der Geschäftsführer der Stadtwerke Lindenberg.
Markus Mischke ist der Geschäftsführer der Stadtwerke Lindenberg.
Bild: Stadtwerke Lindenberg

Über die Homepage der Stadtwerke können die Bürger bereits ihr Interesse bekunden. Und die Nachfrage ist durchaus groß: Das Projektvolumen beläuft sich auf 120 000 Euro – und für die Hälfte der Summe gibt es laut Mischke schon Interessenten. Es ist also davon auszugehen, dass die Stadtteile am Ende alle Anteile an den Mann oder an die Frau wird bringen können.

Projekt läuft bis Juni 2028

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Das Projekt läuft bis 30. Juni 2028 – also sieben Jahre lang. Je nach Anteil winken also Zinsen zwischen 52,50 Euro und 525 Euro. Wobei es sich die Stadtwerke laut Mischke vorbehalten, die Höchstsumme anzupassen (sprich: zu senken), falls die Nachfrage größer ist als das Angebot. Denn es sollen sich möglichst alle Interessenten beteiligen können.

Für die Teilnahme gibt es eine Einschränkung: Vorerst können nur Bürger aus Lindenberg investieren – also diejenigen, die die Postleitzahl 88161 in der Adresse haben. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die große PV-Anlage steht auf dem Hochbehälter – und der versorgt ausschließlich Lindenberger Haushalte mit Wasser.

Stadtwerke: Bürgerprojekt in anderem Gemeinden denkbar

Weitere Projekte dieser Art könnten aber folgen. „Wenn es gut läuft, ist es denkbar, dass wir das auch in anderen Gemeinden in unserem Versorgungsnetz anbieten – oder in Lindenberg auf weiteren Objekten“, sagt Mischke. Das könnten beispielsweise Firmen sein oder auch kommunale Gebäude, wobei die Projekte sich laut Mischke schon in einer Größenordnung ab 100 .000 Euro bewegen müssen. Wichtig auch: Ein Großteil der Energie muss vor Ort verbraucht werden.

Das ist bei den beiden aktuellen Anlagen, deren Hochleistungssolarmodule und Batteriespeicher von einer örtlichen Fachfirma installiert werden, der Fall: Sie sollen zusammen rund 115 000 Kilowattstunden Strom erzeugen – und davon werden rund 70 Prozent vor Ort verbraucht. Im Hochbehälter beispielsweise sollen laut Mischke damit die Trocknungsgeräte im Inneren angetrieben werden, die verhindern sollen, dass die Tanks rosten. „Der Rest der gewonnenen Energie wird ins Netz eingespeist“, sagt er.

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