Haushalt

Stadt Lindenberg investiert in neue Technik für den Löwensaal

Die Stadt Lindenberg will unter anderem in die Präsentationstechnik im Löwensaal investieren. Hier tagen derzeit der Stadtrat und seine Ausschüsse.

Die Stadt Lindenberg will unter anderem in die Präsentationstechnik im Löwensaal investieren. Hier tagen derzeit der Stadtrat und seine Ausschüsse.

Bild: Peter Mittermeier

Die Stadt Lindenberg will unter anderem in die Präsentationstechnik im Löwensaal investieren. Hier tagen derzeit der Stadtrat und seine Ausschüsse.

Bild: Peter Mittermeier

Lindenberg will mehr als 100.000 Euro unter anderem für Beschallung und Beleuchtung ausgeben. Warum der Stadtrat nicht am Sinn dieser Investition zweifelt.
10.02.2021 | Stand: 06:37 Uhr

Die Stadt Lindenberg wird heuer den Löwensaal technisch aufmöbeln. Beschallung, Medien- und Präsentationstsechnik sollen im großen Saal und dem Foyer auf den Stand der Zeit gebracht werden. Dafür will die Stadt mehr als 100 000 Euro ausgeben.

Die Stadt hat den Löwensaal 1991 in Betrieb genommen. Der größte Teil der Technik stammt aus dieser Zeit und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. So erfolgt die Beschallung über eine Saalanlage. „Das macht heute kein Mensch mehr“, sagte Kulturamtsleiterin Kathrin Felle.

Löwensaal wird für Hochzeiten und sonstige Feiern genutzt

Die neue Anlage soll auch für Laien bedienbar sein, damit nicht bei jeder Veranstaltung ein Hausmeister oder Techniker vor Ort sein muss. Das ist wichtig, weil den Saal neben der Stadt auch Firmen, Vereine und Bürger – beispielsweise für Hochzeiten – nutzen.

Verbessern will die Stadt auch die Medien- und Präsentationstechnik. Wegen der aus ihrer Sicht ungenügenden Ausstattung, machen manche Veranstalter teils einen Bogen um Lindenberg. Schon beschafft hat die Stadt einen leistungsfähigen Beamer. Er ist für die Ratssitzungen nötig, die die Stadt seit dem Ausbruch der Pandemie im Löwensaal abhält.

Verbessern will die Stadt auch die Beleuchtung. Die vorhandenen Lampen seien „architektonische Glanzlichter von einem Lichtkünstler verbaut, man kann sie aber nicht dimmen, sondern nur felderweise ausschalten“, schilderte Felle.

Für alle Maßnahmen zusammen sind im Entwurf des Haushaltes gut 124.000 Euro vorgesehen. Sobald ein umsetzungsreifes Konzept vorliegt, will die Stadt entscheiden, ob sich das Vorhaben eventuell abschnittsweise umsetzen lässt.

Am Sinn zweifelte keiner der Räte. Nach 30 Jahren sei es „an der Zeit, etwas zu investieren“ sagte Helmut Wiedemann. So sei beispielsweise die Tontechnik völlig veraltet. Die Stadt solle den Saal so ertüchtigen „dass es zeitgemäß ist und einige Jahre hält“.

Alexander Eisenmann-Mittenzwei hält den Zeitpunkt der Investition mit Blick auf die Außenwirkung allerdings für „vielleicht schwierig“. Es sei manchen Bürgern kaum zu vermitteln, dass die Stadt bei anderen Ausgaben spare, gleichzeitig aber in einer Zeit ohne Veranstaltungen in den Löwensaal investiere.

Gerade deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Vorhaben umzusetzen, erwiderte Bürgermeister Eric Ballerstedt. Denn dann könne der Saal ohne große Umbaupause genutzt werden, wenn es die Coronalage wieder zulasse. Das betonte auch Thomas Kühnel. „Nach Corona gibt es einen großen Run auf Kultur. Da sollten wir fertig sein.“

Löwensaal fasst mehr Besucher als Kulturboden

Die Kulturamtsleiterin rechnet im Übrigen damit, dass die Stadt auf absehbare Zeit den Löwensaal für kulturelle Veranstaltungen stärker nutzen wird als den – bei vielen Gästen beliebteren – Kulturboden. Grund: den Löwensaal können bei den möglicherweise länger vorgeschriebenen Abstandsregeln deutlich mehr Menschen besuchen als den Saal in der Kulturfabrik.

Der Unterhalt der beiden großen Lindenberger Veranstaltungsräume kostet die Stadt im Übrigen regelmäßig viel Geld. Heuer rechnet sie mit einem Defizit in Höhe von fast 300.000 Euro. Darauf machte Ludwig Gehring aufmerksam. Früher hätten Wirte, also Privatleute, den Löwensaal auf eigene Rechnung betrieben. „Heute machen wir es für viel Geld.“