Unwetter im Westallgäu

200 Helfer wegen Starkregens im Westallgäu stundenlang im Einsatz

Hochwasser

Die Bahnunterführung in Heimenkirch lief am frühen Freitagmorgen voll. Dort blieb ein Auto stecken. Die Feuerwehr musste die Bundesstraße freipumpen.

Bild: Feuerwehr Heimenkirch

Die Bahnunterführung in Heimenkirch lief am frühen Freitagmorgen voll. Dort blieb ein Auto stecken. Die Feuerwehr musste die Bundesstraße freipumpen.

Bild: Feuerwehr Heimenkirch

In mehreren Ortschaften laufen Keller voll, Hänge rutschen ab, das Hochwasser überschwemmt Straßen und einen Ortsteil. Wo die Brennpunkte der Einsätze waren.
16.07.2021 | Stand: 22:31 Uhr

Es ist kein Vergleich mit der Katastrophe im Westen Deutschlands: Trotzdem hat heftiger Regen in der Nacht zum Freitag, 16. Juli, auch im Westallgäu für Dutzende Feuerwehreinsätze gesorgt. Keller und Tiefgaragen liefen voll, Häuser waren gefährdet, Straßen rutschten ab. Kreisbrandrat Wolfgang Endres geht von circa 200 Helfern aus, die teils stundenlang im Einsatz waren. Ein Überblick.

  • Heimenkirch Die Feuerwehr arbeitete dort 15 Einsätze ab. Probleme bereitete unter anderem die Leiblach. Sie gefährdete das Betriebsgelände einer Sägerei im Ortszentrum. Um das Areal zu sichern, legte die Wehr 300 Sandsäcke aus, berichtet Kommandant Herbert Weiher. Zudem hatte es die Wehr mit Wasser im Keller und einer Tiefgarage zu tun. Gegen 1 Uhr rückten die Helfer wieder ein. Die Ruhe währte allerdings nicht. Um 4 Uhr in der Früh ging es weiter, schildert Weiher. Wieder war die Leiblach ein Brennpunkt. Sie hatte das Betriebsgelände der Schreinerei mittlerweile 20 Zentimeter hoch überflutet, beschreibt der Kommandant die Lage. Zudem blieb ein Pkw in der überfluteten Bahnunterführung Richtung Riedhirsch stecken. Als die Feuerwehr eintraf, war der Fahrer bereits aus dem Auto. Er hatte zusehen müssen, wie das Wasser immer weiter stieg. Zuletzt stand es 80 Zentimeter hoch in der Unterführung, schilderte Weiher. Die Feuerwehr pumpte es ab. Gegen 11 Uhr am Freitag musste die Feuerwehr zum letzten Mal ausrücken.

Die Leiblach hat Donnerstagnacht die Brücke an der Sonnenhalde in Heimenkirch und das Areal des dortigen Sägewerkes überflutet.
Die Leiblach hat Donnerstagnacht die Brücke an der Sonnenhalde in Heimenkirch und das Areal des dortigen Sägewerkes überflutet.
Bild: Feuerwehr Heimenkirch
  • Opfenbach/Hergatz Die beiden Gemeinden waren ebenfalls Brennpunkte des Geschehens. Wegen der großen Zahl an Einsätzen erhielt die Wohmbrechtser Feuerwehr Unterstützung ihrer Kameraden aus Hergensweiler. Unter anderem drohte eine Straße zwischen Wigratzbad und Wigratz wegen Unterspülung abzurutschen. Die Feuerwehr sperrte die Fahrbahn. Überflutet war der Parkplatz der Firma Thomann. Zeitweise war auch eine Fahrbahn der B 12 nicht passierbar. Dort sicherte die Feuerwehr den Verkehr.
    So sah es Freitagmittag am Wehr im Ruhlandser Tobel aus – der Wasserstand war da bereits wieder deutlich gesunken.
    So sah es Freitagmittag am Wehr im Ruhlandser Tobel aus – der Wasserstand war da bereits wieder deutlich gesunken.
    Bild: Susi Donner
  • Argental Alle Feuerwehren in den Orten Röthenbach, Gestratz, Maierhöfen und Grünenbach waren ab Donnerstagabend im Einsatz. Sie mussten Keller leerpumpen, zudem Häuser und Straßen mit Sandsäcken gegen Überflutung sichern. Im Gestratzer Ortsteil Thalendorf riss die Obere Argen eine Böschung samt Bäumen und einem Teil der Gemeindestraße weg. Sie ist unpassierbar.
  • Weiler-Simmerberg Vor wenigen Wochen hatte ein Unwetter die Marktgemeinde getroffen. Diesmal kam sie glimpflich davon. In Weiler lief ein Keller in der Eschweidstraße voll. Zudem hatte es die Simmerberger Feuerwehr mit Wasser in einer Tiefgarage zu tun.
  • Wangen Dort sind vor allem im Ortsteil Epplings Schäden entstanden. Treibgut blockierte zwei Brückendurchflüsse des Epplingser Bachs. Dadurch trat das Wasser über die Ufer und überschwemmte das angrenzende Wohngebiet, berichtet die Polizei. Das Wasser stand kniehoch. Die Feuerwehr zählte bis Freitagmorgen 65 Einsätze. Mehrere Gebäude und Gärten wurden erheblich beschädigt. Auch das Heizkraftwerk in Epplings war massiv bedroht.

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