Straßenverkehr

Stiefenhofen will zu schnelle Autofahrer ausbremsen

Stiefenhofen Staatsstraße

Durch mehrere Ortsteile von Stiefenhofen führen wichtige Verkehrsachsen – wie hier die Staatsstraße 2005 durch Holzleute. Häufig sind Autofahrer zu schnell unterwegs.

Bild: Olaf Winkler

Durch mehrere Ortsteile von Stiefenhofen führen wichtige Verkehrsachsen – wie hier die Staatsstraße 2005 durch Holzleute. Häufig sind Autofahrer zu schnell unterwegs.

Bild: Olaf Winkler

Die Gemeinde Stiefenhofen schafft zwei Geschwindigkeitsmessgeräte an. Bußgelder müssen Raser dadurch nicht befürchten. Welche Infos sich die Kommune erhofft.
13.06.2021 | Stand: 12:07 Uhr

Die Gemeinde Stiefenhofen will Autofahrer darauf hinweisen, wenn diese zu schnell unterwegs sind – und hofft damit, Raser auszubremsen. Dafür schafft die Kommune nun zwei eigene Geschwindigkeitsmessgeräte an. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Stiefenhofen ist die flächenmäßig drittgrößte Kommune im Landkreis Lindau

Stiefenhofen ist mit knapp 29 Quadratkilometern nach Lindau und Weiler-Simmerberg die flächenmäßig drittgrößte Kommune im Landkreis. Das hat Folgen: Neben vielen Gemeindestraßen führen auch zwei wichtige Verkehrsachsen über die Flächen der Gemeinde. Die Staatsstraße 2005, die Isny und Oberstaufen verbindet, tangiert neben Stiefenhofen selbst auch die Ortsteile Harbatshofen, Steig, Holzleute und Wolfsried. Und die Kreisstraße LI 1 4 ist eine wichtige Nebenstraße zur Bundesstraße 308, was sich gerade aktuell aufgrund der Sperre der Alpenstraße bei Oberstaufen zeigt. Sie führt durch die Ortsteile Hahnschenkel, Aich und Genhofen. Und überall dort klagen die Anwohner darüber, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Das mag auch am guten Ausbau von Staats- und Kreisstraße liegen. Die jeweils ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit passe in den meisten Fällen, sagt Bürgermeister Christian Hauber. Gerade erst hat das Landratsamt bei Genhofen die dortige 50er-Zone verlängert. Nur: Die Autofahrer halten sich oft nicht an das jeweilige Tempolimit. Deshalb kommen auch beim Bürgermeister immer wieder Beschwerden über zu schnelles Fahren an.

Zwei vielbefahrene Straßen - die St 2005 und die Kreisstraße LI 14 - führen über Stiefenhofener Flur

Schon in der Vergangenheit machte die Kommune deshalb mit einem Messgerät die Autofahrer auf ihr erhöhtes Tempo aufmerksam. Das Gerät hatten allerdings die vier Argentalgemeinden (Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach) sowie Stiefenhofen und Oberreute gemeinsam angeschafft. Die Folge: „Es stand zu selten bei uns“, sagt Hauber. Deshalb kauft die Gemeinde Stiefenhofen nun zwei eigene Geräte und investiert 3900 Euro dafür.

Stiefenhofen investiert knapp 4000 Euro in die Tempomessgeräte

Hauber und die Ratsmitglieder hoffen auf einen positiven Effekt, wenn Autofahrer sehen, wie schnell sie unterwegs sind. Die Kennzeichen werden nicht erfasst. Bußgelder müssen die Autofahrer also nicht bezahlen. Allerdings liefern die Geräte Daten über die Anzahl der Fahrzeuge und die gefahrene Geschwindigkeit. Diese Daten will die Kommune nutzen, um Polizei und Landratsamt auf besonders neuralgische Punkte hinzuweisen. Die Folge könnte eine Verkehrsüberwachung durch die Polizei sein – und dann eben doch ein Bußgeld für zu schnelle Autofahrer. Aber auch weitere Maßnahmen zur Temporeduzierung könnten folgen.

Die Daten der Messgeräte sollen ausgewertet werden

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Aufstellen darf die Kommune die Geschwindigkeitsmessgeräte grundsätzlich überall im Innerortsbereich – also dort, wo die Probleme mit Rasern besonders groß sind. Einzig im Bereich Hahnschenkel muss die Kommune die Aufstellung vorab mit dem Landratsamt absprechen, da es sich hier nicht um eine geschlossene Ortschaft handelt.

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