Die schnellen Sechs

SV Oberreute nach Sieg am Grünten: „Des isch oifach buia“

SV Oberreute

Jakob Milz, Franz Schlachter, Georg Steinhauser, David Sambale, Luca Hilbert und Sebastian Milz (von links) haben für den SV Oberreute die Grüntenstafette gewonnen.

Bild: SV Oberreute

Jakob Milz, Franz Schlachter, Georg Steinhauser, David Sambale, Luca Hilbert und Sebastian Milz (von links) haben für den SV Oberreute die Grüntenstafette gewonnen.

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Mit einem jungen Team und einem neuen Fabelrekord hat der SV Oberreute die Grüntenstafette gewonnen. Die Beteiligten sind mächtig stolz. Wie es dazu kam.
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Von Simone Schmid-Berger
02.10.2021 | Stand: 12:08 Uhr

Mit einem schlichten Satz kommentiert Josef Milz den Erfolg des SV Oberreute bei der Grünten-stafette: „Des isch oifach buia“, sagt das Urgestein. Während er selbst in der Masters-Klasse dabei war, liefen zwei seiner Söhne im sechsköpfigen Gewinner-Team mit.

Auch Vereinschef Martin Höbel, selbst als Zuschauer im Gipfelbereich des Grünten dabei, kann es kaum fassen: „Da an der Strecke fiebert man richtig mit und es wird dir warm ums Herz, wenn die Zeiten zeigen, dass es perfekt läuft.“ Außerdem sei die Truppe einfach mit Spaß dabei. „Da ist nix Verbissenes“, sagt Höbel, der auch für die Masters-Truppe sowie das Damen-Team aus Oberreute nur lobende Worte findet.

Siegerteam am Grünten heißt "Koi Zeit, Faeschta"

Perfekt lief es wahrlich für die sechs jungen Sportler, die unter dem Teamnamen „Koi Zeit, Faeschta“ für den Sportverein Oberreute angetreten sind. Luca Hilbert (Trailrun), Georg Steinhauser (Rennrad), David Sambale (Berglauf), Sebastian Milz (Alpinrun), Franz Schlachter (Mountainbike) und Jakob Milz (Straßenlauf) schafften in 1:50:58,3 Stunden den Sieg samt Streckenrekord mit knapp sechs Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierten. Und das bei insgesamt 188 Teams. Für den vor allem auf Breitensport ausgelegten SV Oberreute ist es einer der größten Erfolge überhaupt.

Und der kam durchaus überraschend. Freilich wurde schon spekuliert, dass das aus einigen Halb- und Vollprofis bestehende Team einen der vorderen Plätze erreichen könnte. In verschiedenen Disziplinen hatten die Jungs schon Erfolge in der Bundesliga, bei Deutschen Meisterschaften sowie Welt- und Europameisterschaften gesammelt.

Radfahrer Georg Steinhauser aus Scheidegg war bei Straßen-EM

„Aber dass es so gut läuft, hätten wir nie gedacht“, meint Jakob Milz. Er hatte schon vor Monaten genau ausgelotet, wer neben den gesetzten Vieren aus Oberreute ins Team passt: „Den David aus Immenstadt kennen Luca und ich schon länger von Wettkämpfen und ich von der Bundeswehr. Und den Georg kennt der Franz gut, den haben wir dann auch einfach gefragt, ob er Lust hat.“ Georg Steinhauser aus Scheidegg gab kürzlich sein Debüt bei der Straßen-EM in der Elite-Klasse der Rennen.

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Dass er und Franz Schlachter schlussendlich sogar die Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft für die Grüntenstaffette sausen ließen, erzählt Jakob Milz ganz unaufgeregt mit einem Grinsen im Gesicht. Die Grüntenstaffette ist eben ein ganz besonderes Event.

Deswegen war Jakob Milz am Start auch „so aufgeregt wie noch nie, weil du weißt, dass du auch für die anderen an deine Grenzen gehen musst.“ Für seinen Bruder Sebastian war es doppelt spannend, da er David Sambale kaum kannte. „Wir haben in der Früh vor dem Rennen erstmals gesprochen und ausgemacht, wie wir den Zeitmesschip am geschicktesten übergeben“, erzählt Sebastian Milz. Für einen kurzen Schockmoment sorgte MTB-Fahrer Franz Schlachter, der mit blutigem Gesicht an Schlussläufer Jakob Milz übergab. „Ich dachte erst, er sei gestürzt, aber er hatte vor lauter Aufregung kurz vor dem Start starkes Nasenbluten.“

Für alle sechs steht nach dem Freudentaumel samt Fabelrekord fest: Titelverteidigung 2022. Dafür wird ab jetzt „buia“ trainiert.