Soziales Engagement

Tafelladen der Caritas in Lindenberg sucht dringend Mitarbeiter

Ulrike Walser packt seit zwölf Jahren als Helferin im Tafelladen in Lindenberg an.

Ulrike Walser packt seit zwölf Jahren als Helferin im Tafelladen in Lindenberg an.

Bild: Susi Donner

Ulrike Walser packt seit zwölf Jahren als Helferin im Tafelladen in Lindenberg an.

Bild: Susi Donner

Die Ehrenamtlichen ermöglichen ärmeren Menschen einen günstigen Einkauf und tun etwas gegen Verschwendung. Wie die Arbeit abläuft und warum derzeit Helfer fehlen.
30.03.2021 | Stand: 12:02 Uhr

Der Caritas-Kreisverband Lindau sucht für den Tafelladen in Lindenberg dringend ehrenamtliche Helfer. Aufgrund der Pandemie läuft er zwar derzeit in einer Art Notbetrieb, weil aber gerade jetzt weniger Helferinnen und Helfer zur Verfügung stehen, hat Geschäftsführer Harald Thomas Mühe, die Öffnungszeiten am Montagvormittag und Mittwochnachmittag zu besetzen. „Wir benötigen Hilfe“, sagt Thomas.

Aktuell dürfen Kundinnen und Kunden nur einmal pro Woche an einem vorgegebenen Termin im Tafelladen einkaufen, im Geschäftsraum sind höchstens zwei Kunden gleichzeitig erlaubt. Normalerweise kümmern sich jeweils sechs Frauen und Männer um die Vorbereitungen für die Öffnung, den Verkauf und das Aufräumen danach. Zurzeit stehen oft nur vier Helfer zur Verfügung, denn einige können sich nicht engagieren, weil sie wegen ihres Alters zu Hochrisikogruppen gehören. Die verbleibenden tragen eine größere Arbeitslast. „Das geht momentan gerade so, weil ja weniger Kunden kommen, aber sobald die Einkaufszeiten wieder normal sind, haben wir definitiv viel zu wenig Helfer“, sagt Harald Thomas. Dem gelte es vorbzueugen.

So sieht ein Verkaufstag im Tafelladen aus: Zweieinhalb Stunden vor Ladenöffnung treffen sich die Helfer und sortieren die Waren, die Einzelhändler aus Lindenbergs und Umgebung von Montag bis Freitag anliefern. Obst, Gemüse, Salat, Brot, Milchprodukte und vieles mehr.

Tafelladen in Lindenberg hat günstige Preise

Heute bereitet Walter Dempfle Produkte für die Gemischtwarenabteilung vor. Jedes einzelne Stück nimmt er in die Hand und entscheidet nach Haltbarkeitsdatum, in welche Reihe er es legt, nachdem er es etikettiert und mit einem Preis versehen hat. „Wir haben unschlagbare Preise“, sagt Dempfle lachend. „Ein Duschgel kostet beispielsweise dreißig Cent, drei Semmeln zehn Cent.“

Frischprodukte kommen in den Kühlschrank, alles andere legt er thematisch geordnet in die Regale. „Wir sind sehr gut sortiert.“, sagt er.

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Ulrike Walser räumt derweil Backwaren ein. Sie hat Walter Dempfle zur Tafel gebracht, beide gehören seit zwölf Jahren zum treuen Helferkreis. „Wir sind ein großartiges Team. Es ist eine schöne Aufgabe, anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, günstig Lebensmittel einzukaufen“, sagt Ulrike Walser. Ihr sei es wichtig, anzupacken, anstatt nur zu reden und zu jammern.

Helga Becker werkelt überall mit. Von Anfang an, seit 13 Jahren hilft sie in der Lindenberger Tafel. „Das gibt mir ein gutes Gefühl. Die meisten Kunden sind sehr dankbar, und die Kollegen sind unglaublich nett“, sagt sie. Das Herrichten der Waren gehöre zu ihren Aufgaben ebenso wie das Verkaufen und das Aufräumen und Putzen hinterher. Jeder habe seinen Bereich, „und wer fertig ist, hilft ganz selbstverständlich den anderen“, lobt sie das Team.

40 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen

Thomas Kühnel und Wolfgang Steinbuch sortieren im Gemüseraum Obst und Gemüse aus. Kühnel ist seit gut zehn Jahren Springer und Fahrer für die Tafel. Steinbuch ist seit über einem Jahr dabei. Die beiden Männer helfen aus, wenn Personalnot herrscht. „Wissen Sie, wie viele Lebensmittel pro Jahr weltweit weggeworfen werden?“, will Kühnel wissen – und gibt die Antwort: „40 Prozent der Produktion. Vor allem die Überproduktion bei Tieren ist deprimierend.“

Diese Verschwendung sei für ihn einer der Gründe, bei der Tafel zu helfen. „Wir retten Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden, und wir helfen gleichzeitig Menschen, die sich kaum das tägliche Brot leisten können.“ Kühnel kennt Kunden, die kilometerweit herlaufen, weil sie sich den Bus nicht leisten können, und dann volle Taschen heimschleppen. „Es ist ein befriedigendes Gefühl, etwas Gutes zu tun“, sagt auch Steinbuch und betont, dass er die freundliche Zusammenarbeit im Team sehr schätze. „Die Tafel ist ein doppelt sinnvolles Projekt, ökonomisch und sozial. Auch für die Helfer – wer alleinstehend ist, bekommt hier eine schöne Aufgabe und dazu soziale Kontakte.“

Hintergrund: Wer kann im Tafelladen in Lindenberg mithelfen?

  • Geeignet für das Engagement im Tafelladen sind Frauen und Männer, die Menschen mögen und wöchentlich einen halben Tag Zeit aufwenden können.
  • Der Tafelladen bietet die Mitarbeit in einem Team mit netten Leuten, Anerkennung und Dankbarkeit, das gute Gefühl, Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren und Menschen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.
  • Kontakt Wer sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit interessiert, kann sich melden unter Telefon (0 83 82) 75 00 10. Weitere Infos und E-Mail-Konatakt direkt bei der Caritas.