Fußball im Westallgäu

Trainerwechsel beim FV Weiler: Jürgen Kopfsguter kehrt zurück

Jürgen Kopfsguter

Jürgen Kopfsguter kehrt nach eineinhalb Jahren Fußballpause als Trainer zum FV Rot-Weiß Weiler zurück.

Bild: Florian Wolf

Jürgen Kopfsguter kehrt nach eineinhalb Jahren Fußballpause als Trainer zum FV Rot-Weiß Weiler zurück.

Bild: Florian Wolf

Marco Mayer ist als Trainer des Landesligisten überraschend zurückgetreten. Deshalb kehrt nun sein Vorgänger ins Westallgäu zurück. Was die Hintergründe sind.
17.09.2021 | Stand: 05:47 Uhr

Diese Personalie kommt ebenso kurzfristig wie überraschend: Marco Mayer ist nach sechs Saisonspielen als Trainer des FV Rot-Weiß Weiler zurückgetreten. Diese Entscheidung hat er Anfang der Woche dem Verein mitgeteilt. Sein Nachfolger wird sein Vorgänger: Jürgen Kopfsguter (52) kehrt eineinhalb Jahre nach seinem letzten Spiel zum Landesligisten zurück.

Als Grund nennt Mayer die gewachsenen beruflichen Anforderungen. „Unser Geschäft ist mittlerweile so groß, dass ich nicht mehr alles unter einen Hut bringe. Und Trainer in der Landesliga zu sein, geht nur mit 100 Prozent“, sagt der 37-Jährige. In den letzten Wochen und Monaten haben er und seine Familie in ihr Gasthaus in Beuren massiv investiert, das Hotel auf 40 Betten ausgebaut, die Wirtschaft auf insgesamt 300 Sitzplätze. Die Verantwortung dafür und der zeitliche Aufwand seien einfach zu groß – zumal sich auch in der Gastronomie viel am Wochenende abspielt. Der Schritt falle ihm schwer: „Fußball ist meine große Leidenschaft.“

Marco Mayer: Sportliche Lage nicht der Grund

In dieser frühen Phase der Saison sei es noch der richtige Zeitpunkt, an einen anderen Trainer abzugeben. „Die Mannschaft ist topfit“, sagt Mayer. Natürlich, räumt er ein, sei der aktuelle achte Tabellenplatz nicht das, was er und die Mannschaft sich vorgestellt haben. „Aber wir hatten den Bereich um Platz 5 herum als Saisonziel – und das ist noch drin.“ Dass die Rot-Weißen zuletzt dreimal nicht gewonnen und am Samstag nach 3:1-Führung daheim gegen Ostrach ihre erste Saisonniederlage kassiert haben, habe bei seiner Entscheidung keine Rolle gespielt. „Das Ergebnis hat damit null Komma null zu tun. Aber natürlich hätte ich mich lieber mit einem Sieg verabschiedet“, sagt Mayer.

Der Rücktritt des jungen Trainers, der im Sommer 2020 kam, kam für die Verantwortlichen „überraschend“, sagt Zweiter Vorsitzender Hansi Heim. Es sei schade, zumal Mayer eine gute Trainingsarbeit geleistet habe und – abgesehen von den letzten drei Spielen – auch die Ergebnisse gepasst hätten. Aber man müsse diesen Schritt akzeptieren.

Jürgen Kopfsguter war mit dem FV Weiler erfolgreich

Eine schnelle Lösung musste her – und so nahm Weiler am Folgetag Kontakt mit Ex-Trainer Jürgen Kopfsguter auf. Und der musste nicht lange grübeln. Mittags die Anfrage, abends die Zusage. „Bei jedem anderen Verein hätte ich länger überlegen müssen, dass ich es nicht mache“, bekennt Kopfsguter. Beim FV Weiler habe er sich in seinen viereinhalb Jahren dort aber einfach wohl gefühlt. „Ich mag die Spieler, das Umfeld, die Menschen“, sagt der Kressbronner, der mehr als die Hälfte seiner Landesligaspiele mit Weiler gewonnen und 2017 die Vizemeisterschaft geholt hat.

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„Wir haben jemanden gebraucht, der den direkten Weg in die Mannschaft kennt. Jürgen braucht wenig Einarbeitungszeit, er kennt 80 bis 90 Prozent der Spieler“, sagt Heim. Die Dauer der erneuten Zusammenarbeit sei derzeit noch offen. Der ganze Fokus liege auf dem nächsten Spiel.

Am Donnerstagabend hat Kopfsguter sein erstes Training nach seiner mehrmonatigen Fußballpause geleitet, am Samstag steht das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten FC Mengen an, der bislang alle sechs Spiele gewonnen hat (15.30 Uhr). Dennoch sieht er die Seinen nicht als Außenseiter: „Als FVW fahre ich nach Mengen mit dem Selbstbewusstsein, dort zu punkten“, sagt Kopfsguter.

Sein letztes Spiel für Weiler war übrigens am 7. März 2020. Ein 3:2-Sieg in Unterzahl und nach doppeltem Rückstand – gegen Mengen. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen.