Flüchtlingsunterkunft

Die Turnhalle in Heimenkirch wird zur Flüchtlingsunterkunft

Das THW hat am Freitag bei der Ausstattung der Turnhalle in Heimenkirch zur Flüchtlingsunterkunft für Menschen aus der Ukraine mitgeholfen.

Das THW hat am Freitag bei der Ausstattung der Turnhalle in Heimenkirch zur Flüchtlingsunterkunft für Menschen aus der Ukraine mitgeholfen.

Bild: Markus Reichart

Das THW hat am Freitag bei der Ausstattung der Turnhalle in Heimenkirch zur Flüchtlingsunterkunft für Menschen aus der Ukraine mitgeholfen.

Bild: Markus Reichart

In der Halle in Heimenkirch sollen bis zu 150 Menschen unterkommen, die aus dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Viele Helfer sind dafür im Einsatz.
04.03.2022 | Stand: 17:15 Uhr

Der Landkreis Lindau richtet in der Doppelturnhalle in Heimenkirch eine zentrale Notfallunterkunft für aus der Ukraine geflüchtete Personen ein. Die Kapazität soll für bis zu 150 Frauen, Kinder und Jugendliche ausreichen – denn mit ihnen rechnet die Behörde, nachdem Männer im wehrfähigen Alter die Ukraine derzeit nicht verlassen dürfen. Bereits am Samstag könnten erste Flüchtlinge in der Halle untergebracht werden.

Erste Personen, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflohen sind, haben den langen Weg aus der Ukraine in den Landkreis Lindau bereits hinter sich. „Sie sind aus eigener Kraft hierher gekommen“, sagte Heimenkirchs Bürgermeister Markus Reichart am Donnerstagabend im Gemeinderat.

Erste Flüchlinge aus der Ukraine sind schon im Landkreis Lindau

Allerdings: Diese Flüchtlinge haben eine Unterkunft bei Verwandten oder Bekannten im Landkreis gefunden. Dies sei auch das grundsätzliche Anliegen des Landkreises, sagte Reichart. Nur wenn eine solche private und dezentrale Unterbringung nicht möglich ist, soll sie in der Doppelturnhalle in Heimenkirch erfolgen.

Die Anfrage des Krisenstabes im Landratsamt habe die Kommune am Mittwochnachmittag erreicht. Grund dafür ist einerseits die zentrale Lage Heimenkirchs im Landkreis, vor allem aber die im Umfeld der Halle vorhandene Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und den Haltestellen von Bussen und der Bahn. „Hier sind sie inmitten der Gesellschaft“, sagte Reichart.

Während die Marktgemeinde die Doppelturnhalle zur Verfügung stellt, übernimmt der Landkreis mit Hilfe von Dienstleistern unter anderem die Reinigung und die Müllentsorgung sowie die Corona-Eingangstags.

Flüchtlingsunterkunft in Heimenkirch bekommt WLAN

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Ebenfalls vor Ort aktiv ist die Firma Allgäu Medical. Sie übernimmt unter anderem die Versorgung mit Hygieneartikeln und stattet die Halle mit einem WLAN-Netz aus, damit die Geflüchteten mit ihrer Heimat in Kontakt bleiben können.

Für Betten, Trennwände und eventuell Zelte in der Halle sorgt das Technische Hilfswerk (THW). Die Gemeinde stellt kurzfristig alle relevanten Informationen zusammen.

Lesen Sie dazu auch: Wie Westallgäuer den Menschen aus der Ukraine helfen können

Nachdem Bürgermeister Markus Reichart über die „Heimenkirch-App“ bereits über die Flüchtlingsunterbringung in der Halle informiert hatte, sind bei der Gemeinde bereits zahlreiche Hilfsangebote von Bürgern eingetroffen. „Sie bieten Wohnraum oder sich selbst als Dolmetscher an“, sagte Reichart.

Meckatzer Brauerei und Hochland bieten Hilfe für Flüchtlinge an

Auf viel Verständnis sei er bei der Grundschule und den Heimenkircher Vereinen gestoßen. Denn ihnen steht die Halle zunächst nicht zur Verfügung. Aus den Nachbarkommunen Opfenbach und Hergatz sei bereits das Signal gekommen, dass die Vereine dorthin ausweichen können.

Auch die Musikkapelle, die im April in der Halle die Wertungsspiele im Rahmen des Bezirksmusikfestes ausrichten wollte, signalisierte, dass sich andere Lösungen finden lassen. Örtliche Firmen wie die Meckatzer Brauerei und Hochland haben ihre Hilfe angeboten.

Und auch der örtliche Flüchtlingshelferkreis ist bereits aktiv. Er will Schspenden sammeln – und bittet dabei, diese in Spenden und beschriftet abzugeben. „Das erleichtert die Verteilung“, sagte Reichart und erinnerte an die Zielgruppe: Frauen, Kinder und Jugendliche.

Wie lange die Notfallunterkunft bestehe, sei unklar. Der Bürgermeister ist aber überzeugt: „Miteinander kriegen wir das hin“.