Vorarlberg

Vorarlbergs Grüne jubeln

Bei Wahl zum Nationalrat auf zweiter Stelle nach ÖVP
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Von ins
30.09.2019 | Stand: 14:29 Uhr

Eine ausgelassene Party haben am Sonntagabend die Grünen in Vorarlberg gefeiert. Bei der österreichischen Nationalratswahl schnitten sie noch besser ab als bundesweit. Mit 16,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen liegen die Grünen im „Ländle“ sogar noch vor der Freiheitlichen Partei Österreichs FPÖ, die mit 15,7 Prozent auf Platz drei landete. Die meisten Stimmen erhielt auch in Vorarlberg die Österreichische Volkspartei ÖVP mit 37,5 Prozent. Die Ergebnisse sind allerdings vorläufig, weil die Briefwahl erst im Lauf des Montags und Dienstags ausgezählt wird.

Laut Ergebnis des Wahltags haben die Grünen in Vorarlberg gegenüber der Nationalratswahl 2017 9,2 Prozentpunkte zugelegt. Damit zieht Grünen-Spitzenkandidatin Nina Tomaselli in den Nationalrat in Wien ein. Die Beliebtheit der Grünen könnte neben den aktuell breit diskutierten Umweltthemen auch an der Vorarlberger Landespolitik liegen: Seit 2014 regiert eine schwarz-grüne Koalition unter Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) das Land.

Fast im gleichen Umfang, wie die Grünen zulegten, hat die FPÖ Stimmanteile verloren, nämlich 8,7 Prozentpunkte. Sie landete bei 15,7 Prozent. Schlechter als 2017 haben auch die Sozialdemokraten (SPÖ) abgeschnitten. Sie erreichten 13,8 Prozent (minus 4). Boden gewinnen konnte die erst 2012 gegründete Partei NEOS („Das Neue Österreich und Liberales Forum“), die ähnlich ausgerichtet ist wie die deutsche FDP. Sie erhielt 12,8 Prozent, das sind 3,8 Prozentpunkte mehr als 2017. Zugelegt hat auch die ÖVP, die als „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ angetreten war, sie gewann 2,8 Prozentpunkte dazu.

Die Briefwahl könnte das Wahlergebnis allerdings noch verändern. Denn während am Sonntag 148 000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zur Wahlurne gingen, hatten vorab 43 000 der insgesamt 274 500 Wahlberechtigten Wahlkarten, also Briefwahlunterlagen, beantragt. Von Meinungsforschungsinstituten vorgelegte Hochrechnungen, die angenommene Ergebnisse der Briefwahl mit einbeziehen, gehen von noch höheren Verlusten für die FPÖ und von größeren Gewinnen der Grünen aus, als sie am Abend des Wahltags vorlagen. Im Lauf der Woche dürfte das amtliche Endergebnis vorliegen.

Die Wahlbeteiligung lag in Vorarlberg bei 54 Prozent. Analysten begründen die österreichweit schlechte Wahlbeteiligung mit der Enttäuschung von FPÖ-Wählern. Nach der Ibiza-Affäre und dem FPÖ-Spesenskandal seien viele Anhänger den Urnen fern geblieben, wird vermutet.

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