Diskussion im Stadtrat

Wangen will mehr Geld für seine Parkplätze nehmen

Auf dem Parkplatz am Scherrichmühlweg in Wangen könnte das Parken bald etwas kosten.

Auf dem Parkplatz am Scherrichmühlweg in Wangen könnte das Parken bald etwas kosten.

Bild: Bernd Treffler

Auf dem Parkplatz am Scherrichmühlweg in Wangen könnte das Parken bald etwas kosten.

Bild: Bernd Treffler

Noch sind viele Parkplätze in Wangen kostenlos. Das soll sich ändern. Der Gemeinderat befasst sich mit einem Konzept für die Parkraumbewirtschaftung.
15.04.2021 | Stand: 19:52 Uhr

Die Stadt Wangen zeigt sich gegenüber ihren motorisierten Besucherinnen und Besuchern ausgesprochen großzügig: Auf vielen Parkplätzen der Stadt können sie ihre Autos kostenfrei abstellen. Gebühren fallen lediglich in der Altstadt, am Milchpilz, beim Martinstorplatz und beim Argencenter an. Das wird jedoch nicht so bleiben. Anlass ist die angespannte Haushaltslage in Wangen. Auch das Regierungspräsidium Tübingen hatte bei ihrer Würdigung des städtischen Haushalts darauf hingewiesen, dass Wangen angesichts der steigenden Schuldenlast die Ertragslage verbessern müsse.

Hierzu forderte das Regierungspräsidium konkrete Pläne der Stadt bis Anfang September. Der Gemeinderat Wangen diskutierte darum mögliche Parkraumkonzepte. Durch eine flächendeckende Einführung von Parkgebühren rechnet die Stadt mit Mehreinnahmen von rund 300 000 Euro pro Jahr.

Parkraumkonzept in Wangen wird diskutiert

Schon in nicht-öffentlichen Haushaltsberatungen hatten sich die Gemeinderatsfraktionen offenbar auf eine Parkraumbewirtschaftung geeinigt, dazu aber eine Reihe von Anträgen, Änderungswünschen und Fragen eingebracht. Im Gespräch war eine verbilligte Jahresvignette für Schüler, die jedoch auf Ablehnung stieß.

Die CDU plädierte dafür, auf einem Teil der Flächen, etwa am Allgäustadion, weiterhin auf Gebühren zu verzichten und verwies auch auf Pendler, die zentrumsnahen Parkraum benötigen. Stattdessen solle man die Parkgebühren in der Kernstadt deutlicher anheben.

Die Grünen befürworten das neue Konzept und wollen das zusätzlich eingenommene Geld für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs verwenden, etwa den Stadtbus und den Rufbus für Ortschaften. Sie schlugen darüber hinaus unter anderem im Bahnhofsbereich Zwei- oder Dreitagestickets für Zugreisende vor sowie den Umbau des Parkplatzes am Martinstor für Fahrradstellplätze.

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Die Freien Wähler sehen eine dringende Notwendigkeit, flächendeckend Parkgebühren in der Stadt zu erheben. Die geplante Erhöhung auf 1,20 Euro sei sehr moderat, verglichen mit Städten wie Leutkirch, Ravensburg oder gar Lindau. Zugunsten des Einzelhandels plädierten die Freien Wähler jedoch für günstigere Parkmöglichkeiten am Scherrichmühlweg (zwischen Realschule und Argencenter). Nach Isnyer Vorbild könnte hier die erste halbe Stunde kostenfrei sein, so der Vorschlag. Auch SPD und FDP sprachen sich für ein Parkraumkonzept aus und plädierten für eine schnelle Umsetzung.

Schülervignette in Wangen abgelehnt

Gegen eine Schülervignette sprachen sich alle Fraktionen aus. Ihre Sprecher nannten sie unter anderem „kontraproduktiv im Sinne des Umweltbewusstseins“. Man wolle schließlich nicht unterstützen, dass junge Menschen aus den Wangener Randgebieten anstatt mit dem Fahrrad per Auto zur Schule kommen.

Eine Entscheidung wird der Gemeinderat Wangen in den nächsten Wochen treffen. Die Verwaltung arbeitet zuvor die Fragen und Anregungen aus der Diskussion in ihren Vorschlag ein.