Katastrophenschutz

Warum am Warntag fast alle Sirenen im Westallgäu stumm blieben

Sirenen finden sich auf (fast) jedem Rathausdach im Westallgäu - zum Beispiel in Weiler.

Sirenen finden sich auf (fast) jedem Rathausdach im Westallgäu - zum Beispiel in Weiler.

Bild: Peter Mittermeier

Sirenen finden sich auf (fast) jedem Rathausdach im Westallgäu - zum Beispiel in Weiler.

Bild: Peter Mittermeier

Beim bundesweiten Warntag am Donnerstag sollte im Landkreis nur eine Sirene bei Liebherr ertönen. Geheult hat aber auch eine Sirene, die es nicht tun sollte.

11.09.2020 | Stand: 08:57 Uhr

Die meisten Sirenen im Landkreis sind beim bundesweiten Warntag am Donnerstag stumm geblieben. Das haben etliche Leser bemerkt und sich in der Redaktion gemeldet. Defekt sind die Sirenen freilich nicht. Der Alarm war so geplant, teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit.

Der bundesweite Warntag ist über viele Medien verbreitet worden. Die Rede war von allen Warneinrichtungen, die aktiviert werden sollten. Gedacht war die Probe allerdings nur für Einrichtungen des Zivilschutzes. Im Landkreis Lindau sollte laut Landratsamt nur eine Sirene bei Liebherr-Aerospace in Lindenberg auslösen. Das Unternehmen gilt als Störfallbetrieb und muss für den Ernstfall entsprechende Vorkehrungen treffen. Dazu gehören regelmäßige Katastrophenschutzübungen, aber auch Einrichtungen, mit denen Anwohner informiert werden können. Das geschah gestern planmäßig um 11 Uhr durch einen Heulton. Funktioniert hat nach Angaben des Landratsamtes auch die Warn-App Nina, die jeder auf seinem Handy installieren kann – vorausgesetzt sie war richtig installiert und für das Senden von Warnmeldungen frei geschaltet.

Sirene in Lindenberg bleibt stumm

Stumm geblieben ist dagegen planmäßig die Sirene auf dem Dach des Lindenberger Rathauses. Ganz anders in Weiler. Dort heulte um 11 Uhr die Sirene. Überrascht davon war auch das Landratsamt, das für den Katastrophenschutz zuständig ist. Ausgelöst hatte die Sirene die Gemeinde per Hand, nachdem das nicht automatisch erfolgt war. Alle Bürger seien schließlich über den Alarmtag informiert gewesen, erklärte Ordnungsamtsleiter Patrick Walzer auf Anfrage.

Sirene in Weiler hat verschiedene Heultöne

Die Weilerer Anlage verfügt zudem auch noch anders als die meisten anderen Sirenen im Kreis über verschiedene Heultöne beispielsweise für Luftalarm und ABC-Alarm. Grundsätzlich finden sich zwar noch auf (fast) allen Rathausdächern im Landkreis Sirenen. Sie sind allerdings seit Mitte der 1990er-Jahre nur noch für Feuerwehreinsätze gedacht. Nach Ende des Kalten Krieges hielt der Bund sie nicht mehr für nötig. Er bot sie laut Landratsamt den Kommunen an. Entweder eine Stadt oder Gemeinde nahm eine Sirene an oder der Bund ließ sie abbauen.

Alarm im Ernstfall auch für die Feuerwehr

Tatsächlich wird die Feuerwehr in einigen Gemeinden beispielsweise im Argental und im mittleren Landkreis immer noch regelmäßig per Sirene alarmiert. Andere Kommunen halten sie vor, selbst wenn die Helfer in der Regel über Funkmeldeempfänger verständigt werden. Eine Ausnahme in Sachen Sirene ist Scheidegg. Die Gemeinde hat sie laut Kreisbrandrat Wolfgang Endres vor vielen Jahren abgebaut. Dafür verfügt die Feuerwehr über eine mobile Anlage.