EM-Serie

Engländer: "Offen, freundlich und humorvoll"

Gandalf Roudette-Muschamp drückt England und Deutschland die Daumen.

Gandalf Roudette-Muschamp drückt England und Deutschland die Daumen.

Bild: Peter Mittermeier

Gandalf Roudette-Muschamp drückt England und Deutschland die Daumen.

Bild: Peter Mittermeier

Gandalf Roudette-Muschamp, der seit sechs Jahren im Westallgäu wohnt, stellt sein Heimatland England vor. Von Essen, Regen und Vorurteilen.
29.06.2021 | Stand: 09:52 Uhr

Vor sechs Jahren ist Gandalf Roudette-Muschamp ins Westallgäu gekommen und heimisch geworden. Mit seiner Partnerin – einer geborenen Westallgäuerin – und den zwei gemeinsamen Kindern wohnt der 37-Jährige in Lindenau (Scheidegg-Scheffau). Er ist einer von 89 Briten, die im Landkreis leben. Gandalf Roudette-Muschamp ist selbstständig, betreibt einen Online-Handel und ein Restaurant in London.

Ist England ein Fußballand?

Gandalf Roudette-Muschamp (lacht): Ja, auf jeden Fall. Es ist ganz wichtig. Fußball kommt aus England, sehr viele spielen es, fast jeden interessiert das Thema.

Nennen Sie drei typisch englische Eigenheiten!

Gandalf Roudette-Muschamp: Das Land ist multikulturell. Die Leute sind offen, freundlich und humorvoll. Wir nehmen uns nicht so ernst. Das Wetter ist aber nicht so schön. Wenn mal die Sonne scheint, freut es die Menschen dafür umso mehr.

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Welche Stadt/Region in England sollte man unbedingt mal gesehen haben?

Gandalf Roudette-Muschamp: Cornwall. Es ist wunderschön. Die Leute sind sehr nett. Es ist ein bisschen so wie das Allgäu, nur mit einem Strand dazu. Du kannst surfen, wandern, gut essen.

Was ist das Highlight der englischen Küche?

Gandalf Roudette-Muschamp: Sunday Roast – im Backofen gegartes Fleisch mit Beilagen – wenn es gut gemacht ist. Das eine Highlight gibt es aber eigentlich nicht. Es ist eine Fusionküche mit Einflüssen von vielen Esskulturen. Du kannst essen, was Du willst. Egal, wo Du bist, Du findest immer etwas, das Dir schmeckt. In London ist das extrem.

Was sollten die Deutschen unbedingt über England wissen?

Gandalf Roudette-Muschamps: Die Engländer denken, Deutsche hätten keinen Humor, die Deutschen denken, Engländer können nicht kochen. Beide Vorurteile stimmen nicht. Das Essen in England ist nicht so schlecht. Jeder denkt an Fish&Chips. Aber es gibt viele Optionen. Du musst halt wissen, wo Du hingehst. Ansonsten zahlst Du viel Geld und bekommst wenig.

Was ist in England besser oder schöner als in Deutschland?

Gandalf Roudette-Muschamps: Das ist schwer zu sagen. Für Selbstständige ist es in England leichter. Da gibt es nicht so viel Bürokratie wie in Deutschland. Das ist nicht unbedingt besser oder schlechter – für Selbstständige wie mich aber einfacher. In Deutschland ist es schwieriger, ohne Ausbildung Fuß zu fassen.

Warum leben Sie dennoch in Deutschland?

Gandalf Roudette-Muschamps: Als Tourmanager bin ich viel unterwegs gewesen. Als ich das erste Mal in Scheidegg war, habe ich mich sofort sehr wohl gefühlt. Es war wie daheim. Die Menschen sind sehr nett, die Kultur ist super. Und es gibt noch Traditionen, die gepflegt werden. Mit Kindern wollte ich nicht in London leben, das war mir immer klar. Hier im Westallgäu kannst Du mit Familie wunderbar leben. Du hast viele Möglichkeiten. Und es gibt Sommer und Winter. In England ist es zwar kalt, aber du hast kaum Schnee.

Wenn England bei der EM heute Abend ausscheiden sollte: Wem drücken Sie die Daumen?

Gandalf Roudette-Muschamps: Das ist klar: Deutschland. Das Spiel kommt ein bisschen zu früh für mich. Ich kann nicht ganz gewinnen und ich kann nicht ganz verlieren. Das ist ein bisschen schwierig.