Röthenbach

Was wird aus dem Bahndurchlass in Röthenbach?

Durchlass

Der Bahndurchlass in Oberhäuser, unweit des Bahnhofs, führt Spaziergänger unter den Gleisen und unter dem Radweg durch. Der Gemeinderat Röthenbach hat sich noch nicht für eine Lösung entschieden.

Bild: Benjamin Schwärzler

Der Bahndurchlass in Oberhäuser, unweit des Bahnhofs, führt Spaziergänger unter den Gleisen und unter dem Radweg durch. Der Gemeinderat Röthenbach hat sich noch nicht für eine Lösung entschieden.

Bild: Benjamin Schwärzler

Der Gemeinderat Röthenbach will zwischen zwei Varianten entscheiden. Was das für den Radweg bei Oberhäuser bedeutet und welches Gefahrenpotenzial darin lauert.

07.06.2020 | Stand: 12:05 Uhr

Eine grundsätzliche Entscheidung gibt es schon: Brücke oder ein Wellstahltunnel sind vom Tisch. Bei der Erneuerung des Durchlasses in Oberhäuser konzentriert sich die Gemeinde Röthenbach stattdessen auf zwei andere Varianten: eine Verlegung des Radwegs - oder dessen Absenkung. Das hat der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit entschieden. Einzig Monika Raczek-Kölling stimmte dagegen. Sie hält eine Verlegung des Radwegs entlang der Kreisstraße für viel zu gefährlich.

Der Bahndurchlass liegt nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt schräg gegenüber vom Josefsheim. Er verläuft unter den Bahngleisen sowie unter dem Geh- und Radweg, der von Lindenberg über Röthenbach nach Weiler führt. Die Bahn hat bereits vor zwei Jahren angekündigt, das Bauwerk zu erneuern. Allerdings nur den Bereich unterhalb der verbliebenen Bahngleise. Um den Rest muss sich die Gemeinde kümmern, weil sie der Baulastträger des Radwegs ist. Die Bahn hat zwar angeboten, den Durchlass komplett zu ersetzen – doch Röthenbach müsste sich dann mit einer sechsstelligen Summe beteiligen. Und das ist der Gemeinde zu viel.

Der Gemeinderat Röthenbach diskutierte über eine Stahlbrücke

Im Raum standen mehrere Lösungen: Eine Stahlbrücke, die mindestens zehn Meter lang sein und sechs Tonnen aushalten müsste, würde rund 35 000 Euro kosten, ein Wellstahltunnel etwa 21 000 Euro. Plus jeweils Fundamente, Erdarbeiten und Gutachten. Aufgrund der hohen Folgekosten riet Bürgermeister Stephan Höß dem Gemeinderat von beiden Varianten ab. Ebenso von einer von Josefine Feßler vorgeschlagenen Holzbrücke, wenngleich diese in der Anschaffung etwas günstiger wäre.

In der Diskussion kristallisierte sich schnell heraus, dass auch die Räte von einem Bauwerk absehen wollen. Allerdings sind sie sich noch nicht einig, welche Variante es sonst werden soll. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung in den Sitzungsunterlagen zielte auf eine Verlegung des Radwegs ab. Ein kurzer Abschnitt würde demnach künftig entlang der Kreisstraße und somit am Bahnhof vorbei führen. Für Gudrun Stimm eine pragmatische Lösung, denn bislang würden ohnehin fast alle Radler einen Schlenker um den Bahnhof herum machen und kurz an der Straße entlang fahren. „Da steigt keiner am Bahnhof ab“, sagt sie. Hingegen findet Diana Reich eine Verlegung „nicht ganz ungefährlich mit dem Schwerlastverkehr“. Wenn es diese Lösung werden soll, müsste man über Tempo 30 nachdenken. „Das wäre vielleicht ein Argument für das Straßenbauamt“, meinte Höß.

Radweg im Bereich Oberhäuser bei Röthenbach wäre betroffen

Die Umlegung des Radwegs würde zwischen 35 000 und 40 000 Euro kosten. Problematisch könnten die drei Kastanien werden, die in diesem Bereich stehen. Man müsse schauen, ob einer der Bäume eine große Wurzel hat, die im Weg sein könnte. „Alles, was kleiner ist als fünf Zentimeter, können wir absägen und mit Harz versiegeln“, sagt er. Größere Wurzeln dürften nicht angetastet werden. Er rechne aber damit, dass diese ohnehin so tief liegen, dass es kein Problem sei.

Die andere Variante wäre eine Absenkung des Radwegs für rund 44 000 Euro. Der Radweg würde in diesem Fall auf das Niveau des darunter liegenden Gehwegs absinken, diesen kreuzen und danach wieder ansteigen. Weil die Radler an der Senke ordentlich Schwung bekommen würden, wäre auch das nicht ungefährlich. „Es wäre fatal, wenn wir das probieren und dann knallt es gleich“, gab Höß zu bedenken. Den Sicherheitsaspekt sprach auch Raphaela Hagspiel an. Hier seien viele Kinder unterwegs. Sie schlug deshalb vor, Metallbügel anzubringen und die Radler so zu entschleunigen.

Für beide Lösungen wird Höß nun konkrete Angebote einholen. Dann soll das Gremium endgültig entscheiden. Allerdings muss das bald geschehen: Die Bahn will noch in diesem Sommer mit den Bauarbeiten starten.