Protest mit der Axt

Weiler: Unbekannte hacken sich Wege durch gesperrte Hausbachklamm

Hausbachklamm

Weil Stämme den Weg durch die Hausbachklamm blockieren, haben Unbekannte kurzerhand eine Stufe ins Holz gehauen, um das Hindernis zu überwinden.

Bild: Hans Schweinberger

Weil Stämme den Weg durch die Hausbachklamm blockieren, haben Unbekannte kurzerhand eine Stufe ins Holz gehauen, um das Hindernis zu überwinden.

Bild: Hans Schweinberger

Mit der Axt legen Unbefugte Stufen in Stämme in der Klamm an. Wieso die Gefahr für sie und andere besonders groß war - und wie sie sich rechtfertigen.

23.05.2020 | Stand: 09:00 Uhr

Unbekannte haben offenbar im gesperrten Teil der Hausbachklamm versucht, Wege wieder begehbar zu machen. Darüber informierte jetzt Bürgermeister Tobias Paintner. Er weist darauf hin, dass das Begehen dieses Bereichs nach wie vor verboten und wegen Baumfällarbeiten lebensgefährlich ist. In den vergangenen Tagen haben Forstarbeiter vorbereitend Bäume gefällt, sodass sie in der nächsten Woche Seilbahnen aufstellen und Holz aus der Klamm ziehen können. Ziel ist es laut Paintner, sie im Juli wieder zu öffnen.

Derzeit ist der Mittelteil der Hausbachklamm gesperrt. Darauf weisen Schilder und Flatterbänder an beiden Seiten der Sperrung hin. Vor gut einer Woche hat laut Tobias Paintner Wegewart Hans Schweinberger die unerlaubten Eingriffe in der Klamm entdeckt. Unbekannte hätten mit einer Axt eine Stufe in einen Baumstamm geschlagen, der an einem steilen Felshang über den Weg hängt. Entlang der Wanderwege gibt es aufgrund von Schneebruch, Hochwasser- und Sturmschäden viele solcher Behinderungen.

Bürgermeister von Weiler, Tobias Paintner, widerspricht den Unbekannten 

Auf Zetteln, die im Umfeld des behauenen Stamms angebracht waren, stellte der Unbekannte die Behauptung auf, dass die Klamm mit einfachen Mitteln wieder begehbar gemacht werden könnte. „Das ist definitiv nicht der Fall“, sagt Bürgermeister Paintner und betont: „Durch diese unberechtigten Eingriffe bestand große Gefahr für die Person selbst und andere Klammnutzer.“ Martin Wenzel von der Bergwaldoffensive bestätigt dies. Damit Wanderer die wildromantische Hausbachklamm wieder gefahrlos genießen können, müssten Forstarbeiter noch weitere Bäume fällen, Stämme aus dem teils sehr steilen Gelände ziehen und Wege befestigen, erläutert der Mitarbeiter des Forstamts in Kempten.

Über die unerlaubten Eingriffe in der Hausbauchklamm hat die Gemeinde die Waldbesitzer informiert. Möglicherweise werden die Verursacher angezeigt, sagt Bürgermeister Paintner. Er betont, es stehe im Interesse aller, die Klamm sobald wie möglich zugänglich zu machen. Der Bürgermeister stellt in Aussicht: „Die Öffnung ist für Juli dieses Jahres geplant.“

Hausbachklamm seit Jahren in schlechtem Zustand durch Wetterextreme

Seit Langem befindet sich die Hausbachklamm in einem schlechten Zustand. Schneelast, Hochwasser und Sturm setzen ihr immer wieder zu. Wiederholt wurden Wege provisorisch hergerichtet. Durchgängig passieren können Wanderer die Strecke seit zwei Jahren nicht mehr.

Die Instandsetzung des Gebiets gehört allgäuweit zu den größten Aufgaben der Bergwaldoffensive, die im Auftrag der bayerischen Staatsregierung Schutzmaßnahmen im Bergwald durchführt. Das Millionenprojekt, an dem sich auch die Marktgemeinde Weiler-Simmerberg beteiligt, zu organisieren, stellte schon im Vorfeld wegen der komplizierten Eigentumsverhältnisse eine große Herausforderung dar.

Mit der Hausbachklamm beteiligt sich die Marktgemeinde Weiler-Simmerberg im nächsten Jahr an der Gartenschau in Lindau.