Hundesteuer im Landkreis Lindau

"Wer drei Hunde braucht, soll bluten" - Oberreute erhöht Hundesteuer um 50 Prozent

Oberreute Hundekot

35.000 Hundetüten hat Oberreute im vergangenen Jahr benötigt. Zu finden sie sie an den Hundetoiletten, die überall an den Wegen der Hundebesitzer stehen.

Bild: Olaf Winkler

35.000 Hundetüten hat Oberreute im vergangenen Jahr benötigt. Zu finden sie sie an den Hundetoiletten, die überall an den Wegen der Hundebesitzer stehen.

Bild: Olaf Winkler

Der Gemeinderat von Oberreute stimmt für eine drastische Erhöhung. Auch Erfahrungen beim Joggen spielten bei der Entscheidung der Räte eine Rolle.
13.09.2021 | Stand: 15:40 Uhr

Hundebesitzer in Oberreute müssen künftig mehr Geld für ihren Vierbeiner ausgeben. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Hundesteuer deutlich zu erhöhen. Hintergrund ist das bisherige Defizit in diesem Bereich. 12.500 Euro hat die Kommune bislang ausgegeben, um insbesondere die Hundekotbeutel zu beschaffen und anschließend zu entsorgen. Eingenommen hat sie durch die Hundesteuer bislang aber nur 7500 Euro.

Für den ersten Hund in einem Haushalt waren bislang 60 Euro jährlich fällig, für jeden weiteren jeweils 100 Euro. Kampfhunde kosteten 400 Euro, jeder weitere 800 Euro. Die neuen jährlichen Beträge liegen bis zu 100 Prozent darüber.

590 Euro für Kampfhunde in Oberreute

So kostet der erste Hund künftig 90 Euro. Für den zweiten Hund in einem Haushalt berechnet die Kommune künftig 150 Euro, ab dem dritten Hund 200 Euro und damit das Doppelte des bisherigen Betrages. Für Kampfhunde werden 590 Euro fällig, für weitere jeweils 990 Euro. Damit will die Kommune künftig 12 400 Euro einnehmen und damit das bisherige Defizit decken.

Mit ihrem Beschluss gingen die Ratsmitglieder über den Vorschlag von Bürgermeister Stefan Schneider hinaus. Er wollte nur jeweils 150 Euro für den zweiten und jeden weiteren Hund berechnen. Doch die Stimmen im Gemeinderat waren eindeutig. Peter Heim befand, dass zwei Hunde pro Haushalt genug sein sollten. Als Jogger habe er schon mehrfach negative Erfahrungen machen müssen, wenn eine Person drei oder mehr Hunde ausführt. „Das haben die Leute nicht im Griff“, hat er festgestellt.

Manfred Fink im Gemeinderat Oberreute: "Wer drei Hunde braucht, soll bluten"

Noch drastischer formulierte es Manfred Fink: „Wer drei Hunde braucht, soll bluten.“ Und Josef Milz erinnerte daran, dass bei der letzten Erhöhung der Hundesteuer im Jahr 2018 lediglich die Kosten für den ersten Hund gestiegen seien. Die Zahl der Hunde sei eine Entscheidung jedes Einzelnen, hielt Andrea Hilbert dagegen. Der Gemeinde entstünden durch mehrere Hunde in einem Haushalt keine höheren Kosten. An ältere Bürger sollte die Gemeinde denken, mahnte Karlheinz Schwärzler. Denn für sie sei ein Hund häufig besonders wichtig.

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Manfred Fink rechnete vor, dass die monatlichen Kosten für den ersten Hund um 2,50 Euro steigen: „Das ist moderat.“ Prozentual sei die Steigerung zwar hoch, stellte auch Zweiter Bürgermeister Ralph Pfister fest. Doch absolut sei der Betrag gering.

Aktuell gibt es angemeldete 122 Hunde in Oberreute. Ihre Zahl ist während der Corona-Zeit um zehn Prozent gestiegen, informierte der Bürgermeister.

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